Apropos Matrix

06.07.2016 23:46

Den Tag habe ich mit einem rohen Freund telefoniert. Nach einem langen Gespräch sind wir eigentlich übereingekommen, dass Rohkost zu essen und so zu leben total beschissen ist!!! Ja echt! :-)

 

Aber warum haben wir das so festgestellt? Ganz einfach: man lebt inmitten einer Gesellschaft, zu der man energetisch nicht mehr passt. Der Energieaustausch wird dadurch schwieriger (Im Grunde verliert man fast immer Energie, was auch logisch ist, es gibt aber natürlich Ausnahmen). Man wird sensibler auf viele Verunreinigungen und Gerüche. Man muss sich seiner inneren Konflikte, Traumatas und Verletzungen stellen und kann die nicht zudröhnen und verdrängen. Freunde fallen wieder in den Kochtopf zurück und man fühlt sich alleine. Man passt nicht mehr in die Arbeitswelt, sondern spürt, dass man kein Roboter ist, der funktionieren muss. Man möchte auch da lebendiger und spontaner / kreativer sein. Die Versorgung mit Lebensmittel ist schwierig bis unmöglich, überall lauert der Betrug. Schlimmstenfalls entfremdet man sich von Frau und Kindern. Oder die Angetraute wird sexuell einfach unattraktiv (ich schreibe hier mal aus der Männerperspektive) oder man hat Kinder und muss zuschauen, wie man sie nicht beschützen kann und sie wieder von der Oma oder der Gesellschaft verführt werden.

 

Es ist also etwas wie im Film „Matrix“, wenn man mit der Rohkost in Kontakt kommt. Das Leben ist Orpheus, man selbst ist Neo (man erneuert sich ja wirklich). Und das leben stellt einen dann vor die Entscheidung: rote oder blaue Pille. Die eine Pille heißt die Info verdrängen, weiter "schlafen und träumen", weiter Kochen, weiter in dieser Illusion leben, weiter glauben, die Welt ist so wie sie ist und nichts mehr. Oder die rote Pille, sprich Rohkost machen, und merken, SHIT, so ist das also! Und wer den Film kennt weiß, dass das Aufwachen nicht besonders prickelnd war, sondern echt eine Plage. Und so ist es auch mit der Rohkost!

 

Das ist ja eigentlich kein wirklicher Spaß! :-D

 

Sollte man dennoch anfangen, sich so zu ernähren? Natürlich!! Das ist doch das Menschsein!!! Aufwachen, wachsen, sich entwickeln, weiter gehen, neues ausprobieren. Oder soll es SO weitergehen, wie es gerade läuft? Und machen wir uns mal nichts vor, auch die ganzen Modelle der Politik, Soziologie und der Religionen bringen uns erstmal nur scheinbar weiter. Denn in letzter Konsequenz ist das alles das Selbe. Der Kommunist saß eben früher in der Eckkneipe links beim Bier und hat sich eine schöne neue Welt ausgemalt und der Nationalsozialist rechts und hatte beim Redenschwingen auch das Bier in der Hand. Das ist alles kein wirklicher Fortschritt. Ebenfalls die Religionen. Da wird dann statt üppiger Malzeiten gefastet und Brot und Reis gegessen. Aber im Grunde dreht man sich im Kreis. Man tanzt eigentlich immer noch ums Feuer, über den ein Kochtopf hängt.

 

Aber alles roh zu (f)essen. Das ändert nun wirklich etwas Fundamentales. Etwas tiefgreifendes. Das ist wirklich ein Weitergehen, ein Verlassen, ein Aufbrechen, ein Sich-Anvertrauen.

 

Das Problem: Wer will das schon?

 

Hier könnte man antworten: viele, schau doch auf die ganzen Rohköstler, die es gibt. Ja, nur muss man hier wieder ehrlich sein und bestätigen, dass es die meisten NICHT wirklich wollen und zu Teil einfach auch nicht können! Nach der Anfangseuphorie geht dann ja oft die Entgiftung los, dann kommen die alten Wunden und Verletzungen hoch, dann eckt man im Umfeld an und muss sich behaupten, dann macht man Fehler in der Ernährung, dann ändern sich Impulse, Vorlieben und Bedürfnisse. Man probiert neue Beziehungsformen aus, das klappt auch oft nicht. (Manche driften auch ab in irgendwelche esoterischen Zonen und wurden nie mehr gesehen, andere weigern sich, das vegan sein aufzugeben und landen schlussendlich wieder in der Matrix.) Dann ändern sich Sexualität und Liebe.

 

Die Rohkost ist so ein tiefgreifender Prozess, so eine tiefgreifender Eingriff ins bisherige Leben, dass es einfach verrückt ist. Man ändert ja etwas auf dem tiefsten Level des Lebens selber. Man füttert seine lebendigen Zellen plötzlich mit Leben, statt mit Tod. Was sollte das anderes bringen als eine fundamentale Änderung in allen Bereichen des Lebens???

 

Den Tag hatte ich noch einen Chat mit einem Bekannten, der immer mal wieder Rohkost macht, aber dass nie so ganz durchhält. Also das ist dann wie der Typ im Film Matrix, der am Ende wieder zurück wollte, um die Illusion eines gutes Steaks zu genießen. Denn die Realität der Rohkost ist erst mal gar nicht so lustig und wird im Film gut durch diesen Brei und der Enge des Schiffes verdeutlicht (wie auch die Heilung nach dem Aufwachen gut dargestellt wird).

 

Und so muss man sich eigentlich darüber klar werden, dass Rohkost sich zwar gut anhört, es aber durchaus enorme Konsequenzen hat.

 

Ich wundere mich ja immer wieder, dass es überhaupt jemand gibt, der sich das „antut“. Es ist ja fast, als würde man sich wie eine kleine Schildkröte aus dem Sand buddeln, nur um dann zu merken, dass da schon die Schakale, Raubvögel und andere Probleme warten!

 

Aber wenn man dann das Meer erreicht und anfängt zu schwimmen, wenn es anfängt, Spaß zu machen, dann ist es doch tatsächlich etwas, was man nie wieder missen möchte! :-)

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