Ausflug Sonntag

13.10.2019 20:34

Heute war schönes Wetter, also haben wir uns ins Auto gesetzte und ordentlich CO2 produziert. Sprich, wir haben eine schöne Rundfahrt ins westliche Sachsen-Anhalt gemacht. Am Ende waren wir sieben Stunden unterwegs, haben die Streuobstwiese Hecklingen besucht, die Stiftskirche St. Pankratius in Hamersleben entdeckt, den Tagebau Schönigen gesehen, dass Päleon in Schönigen und das Grenzdenkmal in Hötensleben besucht.

1. Los gings heute gegen Mittag. Wetter war schön und weil es auch schön bleiben sollte und alle Lust hatten, sind wir heute mal zu einem Sonntagsausflüg aufgebrochen. Noch kann man das ja machen..

Ich hatte im Studium einen Kumpel aus Staßfurt. Der hat mir damals die Streuobstwiese Hecklingen gezeigt, welche wir dann auch im Studium noch besuchten.

Die Weise ist auch ein FFH-Schutzgebiet und wird nicht wegen der vielen Obstbäume geschützt, sondern weil dort das Frühlings-Adonisröschen zu finden ist.

www.natura2000-lsa.de/natura_2000/front_content.php?idart=973&idcat=21&lang=1

Der Weinberggrund ist Heimat zahlreicher seltener Pflanzenarten. Als eine der ersten begrüßt einen das leuchtend gelbe Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis). Trotz ihrer fremdländischen Namen gelten der Dänische Tragant (Astragalus danicus) und der Walliser Schwingel (Festuca valesiaca) als ganz typische Vertreter der Trockenrasen. Darüber hinaus sind Pflanzenarten mit kleinen, sehr feinen und z.T. dünnen Blättern wie das Haar-Pfriemengras (Stipa capillata) und die Feinblättrige Schafgarbe (Achillea setacea) charakteristisch für diesen trocken - warmen Lebensraum.

Als Rohi war ich natürlich zuvorderst wegen der Fresserei da, wurde aber enttäuscht. War schon alles weg. Auch sah man den Bäumen die zwei trockenen Sommer an. Aber man kann sich das ja mal merken. Ich erinnere mich noch gut an einen Birnenbaum, der besonders leckere Früchte hatte. Aber das war eben schon im September. War aber auch so eine schöne Entdeckungsrunde:

Von dort hatte man auch einen netten Blick in die Landschaft Richtung Osten (Staßfurt, Bernburg).

Das Zementwerk in Bernburg erinnert mich immer an die schwarze Festung aus dem Film Krull.

2. Von da gings weiter nach Halberstadt. Hier die "Skyline" mit dem Brocken im Hintergrund.

3. Wir sind dann einfach weiter Richtung Helmstedt gefahren und plötzlich haben wir die Stiftskirche in Hamersleben entdeckt und da mal Halt gemacht.

Das Areal war riesig, aber auch zunemend runtergekommen. Die Kirche selber, bzw. die zwei Kirchen plus Klostergarten waren sehr noch gut in Schuß, aber man sah schon, dass ansonsten nicht mehr viel los war. Man hätte mal da sein müssen, als da noch die Möche zugange waren. Da hat es bestimmt vor Leben gewimmelt. Jetzt sind die Wirtschaftsgebäude aber schon etwas runtergekommen, weil nicht mehr genutzt.

Man achte auf die ganzen Details...

... und auf den recht ausgeprägten Humor der damaliger Erbauer. Man sieht nämlich, dass hier jeder, der die Klinke der Tür (die übrigens zu war) betätigt, dem Typen da übern Pimmel und die Oberschenkel streichelt.

Bei den Frauen war man wohl etwas scheuer...

Die Wirtschaftsgebäude waren schon etwas runtergekommen...

Kloster und Kirche aber noch gut gepflegt.

Innen eher modrig und dunkel, aber wohl noch häufig genutzt.

Besser hab ichs nicht hingekriegt.

Bücher gabs gegen eine Spende. Mich hat aber keines auf den ersten Blick angesprochen.

Der Klostengarten wurde mit Schafen gepflegt.

Sowohl an der Eingangstür, die garnicht so leicht zu finden war, wurde man aufgefordert, die Tür zu schließen, damit die Schafe nicht abhauen, auch an der Kirchentüre stand ein Schild, doch wegen der Schafe bitte die Tür zu schließen. Trockener Kommentar vom Freund meiner Mutter: "Nich, dass der Bock noch rinjeet und ne Predicht hält!"

Der Humor hier ist zum Teil einfach göttlich...

4. Nächste Station: Schöningen - Paläon.

In Schönigen hat man die ältesten Speere der Welt gefunden. Geschätztes Alter: 300.000 Jahre. Unglaublich! Sie wurden im Braunkohletagebau entdeckt. Leider war es schon etwas spät und wir sind nicht mehr ins Paleon rein, aber das kann man ja mal nachholen.

Dr. Hartmut Thieme vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) ist der Entdecker der weltberühmten Schöninger Speere. Seit 1983 führte der Archäologe mit seinem Team im Vorfeld des Schöninger Tagebaus Rettungsgrabungen durch. Die Krönung seiner Bemühungen war zwischen 1994 und 1998 die Entdeckung mehrerer, vollständig erhaltener Holzartefakte aus der Altsteinzeit – ein Fund der seinesgleichen sucht und ihren Finder in Fachkreisen weltbekannt machte. Die Schöninger Speere sind mit einem Alter von etwa 300.000 Jahren die bisher ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. Mit dem paläon wird Thiemes Fund gebührend für interessierte Besucher und Fachleute aus der ganzen Welt in Szene gesetzt.

www.palaeon.de/ueber-das-palaeon/die-schoeninger-speere

Blick vom Paläon Richtung Brocken.

 

Wildpferdgehege. Man hat da etwas die Umgebung der Urmenschen nachgestellt um das Paläon. Mit echten Wildpferden ... 

... und Attrapen von Großwild, dass aber bereits ausgestorben ist.

Man muss sich mal vorstellen, was das für Typen gewesen sein müssen, die da mit Holzspeeren auf Nashörner Jagd machten. Was die für Eier gehabt haben müssen und was für ausgefeilte Jagdtechniken. Hut ab, sage ich da nur.

5. Schöningen - Tagebau.

Der Tagebau ist nicht mehr aktiv und befindet sich direkt neben dem Paläon.

6. Von Schöningen gings dann ins Nachbardorf, wo auch gleich dias Grenzdenkmal Höftersleben befindet.

Grenzanalge. Von links rechts nach links: 5km Sicherheitszone mit Passierschein, Mauer mit Elektrozaun, verminter Todesstreifen mit Wachturm, Panzersperren, Mauer. Kommunismus gegen Kapitalismus. Zusammenprall der Systeme. Wäre man zynisch, könnte man anmerken, dass man es zumindest damals verstand, Grenzen zu schützen.

Aber schon der Wahnsinn. Nur: anders ging es wohl aus Sicht der damaligen Zeit einfach nicht. Wir Deutschen sind aber irgendwie auch ein Volk der Extreme. Entweder verrammeln wir alles bis zur Perfektion, dass keine Maus mehr durchkommt, oder wir lassen alles ungeschützt und jeder darf kommen. Erst sind wir das größte Verbrechervolk der Welt, und Vernichten die Juden quasi industriell, dann wollen wir plötzlich die ganze Welt retten. Dann sind wir wirtschaftlich extrem erfolgreich und fleißig bis ins Extrem, dann plötzlich sagen wir "Stopp! Alles runterwirtschaften!!!". Früher hatten wir die meisten relevanten Wissenschaftler, die meisten Patente und Erfindungen, die bahnbrechensten wissenschaftlichen Entdeckungen, jetzt Gender Studies. Wir hatten Dichter und Denker von Weltrang, heute Richard David Precht.

Der Deutsche ist ein Volk der Extreme, im Guten wie im Schlechten. 

Da gibts keinen Mittelweg, das Pendel schlägt da immer voll aus.

Keine Ahnung, woran das liegt...

Wie auch immer, es gab dann noch ein Glas Wasser für mich und für meine zwei Begleiter jeweils ein Stück Kuchen und dann sind wir wieder nach Hause gefahren.

Noch sind wir das Land der Autos...

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