Bisschen unterwegs

30.09.2018 20:31

Heute war schönes Wetter und wie oft am Sonntag, bin ich einfach mal wieder eine Runde mit dem Rad gefahren. Aktive Erholung quasi. Und wie immer habe ich den Fotoapparat mitgenommen:

1. Die Mehlbeeren sind heuer nicht so reichtragend, aber dafür sind sie besonders süß und wohlschmeckend.

2. Der Brocken am Horizont. Wer es nicht gleich sieht: der etwas dunklere Schatten, der sich über die Landschaft erhöht. Am Brocken sehe ich immer, wie klein die DDR damals war. Der Brocken war ja schon Grenzgebiet und danach war für die DDR-Bürger die Welt ja zuende.

Mich hat das auch immer an der Schweiz fasziniert. Als ich da das erste Mal durchgefahren bin, war ich echt platt, wie klein die war. Von Basel zum Gran San Bernardo habe ich knapp drei Stunden gebraucht. Huch.. schon durch!!:-)

Die DDR war ja ähnlich klein.

Und da hinten war sie schon zu Ende.

3.Was ich wirklich nicht verstehe: wir haben hier nun erstklassige Böden. Tiefschwarz, hohe Bodenwertzahlen, sehr fruchtbar. Und was bauen die an? Zuckerrüben.

Ich halte das für eine massive Verschwendung.

Zucker... man baut auf den besten Böden Deutschlands etwas an, aus dem man einen Stoff kocht, der nachhaltig die Zähne ruiniert. Wie verrückt ist das?

Statt Honig zum Süßen zu nehmen, oder gleich mehr Obst zu essen und auf den guten Böden nahrhaftes Gemüse anzubauen, wird daraus eine zahnzerstörende Substanz gewonnen.

Eine süchtige Gesellschaft. Ich bleibe dabei.

4. Landschaftsimpressionen. Alles ziemlich ausgetrocknet in diesem Jahr.

5. Tja... riesige Schläge zum Drogenanbau, wenn man so will. Muss man sich klarmachen: da wird eine ganze Landschaft ausgeräumt und dann baut man da nachhaltig zahnzerstörende Produkte an. Und das ist eben Weizen und anderes Getreide, welches ja am Zahn klebt und dann sein Zerstörungswerk anrichtet und natürlich Zucker.

Die besten Böden werden quasi zum Anbau von hirnerweichenden Drogen und zahnzerstörenden Produkten verwendet.

Nicht etwa Gemüse, Obst, Nüsse, Hanfsamen, Beeren, Zuckermais und das in kleinen Schlägen mit essbaren Hecken dazwischen. Nein Drogen. Zucker und Exorphine.

Also man muss sich immer wieder die enormen Auswirkungen der Kochkost vor Augen führen, um das zu begreifen. So wie es millionenfache Auswirkungen auf die Strukturiung des Geistes hat, so hat es hier fast monströse Auswirkungen auf die Landschaft.

Und kaum einer ist sich dessen überhaupt bewusst!

Man denkt, ja, das war schon immer so und es hat schon seine Ordnung. Man denkt, auch früher sind den Leuten die Zähne weggefault, dass es normal wäre, dritte Zähne zu bekommen, dass es normal ist, dass die Landschaft so aussieht.

Tja.. also da steht uns noch ein langer Aufwachprozess bevor.

6. Dorfimpressionen.

7. Gibt noch Leute, die was hinterm Haus anbauen. Man beachte den Riesenkürbis.

8. Also man malt sogar die Windräder so industriemäßig an... aber es ist nur folgerichtig. Man hat aus einer Naturlandschaft erst eine Kulturlandschaft gemacht und dann irgendwann eine reine Industrielandschaft. Jetzt haben wir nicht nur eine industrielle Landwirtschaft, die Produkte produziert, die erst in entsprechenden Fabriken umgewandelt werden müssen, damit sie geniessbar werden, nein, wir haben auch noch eine industrielle Stromproduktion über das ganze Land verteilt.

Früher gab es hier viele naturbelassene Feldwege. Im Zuge der Windkraftnutzung hat man diese Wege oft geschottert. Und im letzten Jahr haben die wieder was aufgebracht, was so übel ist, dass man weder joggen, noch mit dem Fahrrad genussvoll fahren kann. Es ist eine reine Schikane, da langfahren zu müssen.

Also man sperrt die Menschen da regelrecht in die Dörfer ein und lässt ihnen nur noch die asphaltierten Wege zur Flucht.

Früher sind wir oft mit meinen Großeltern übers Land gefahren mit den Rädern. Das ging immer super. Aber jetzt geht nicht mal mehr das. Die kippen da einfach ihren Schotter auf die Wege, damit die zu den Anlagen gelangen und kümmern sich keinen Sekunde darum, dass man danach weder laufen, noch wirklich radfahren kann.

9. Hier sieht man das mal. Also kein schöner Feldweg mit natürlichem Boden, ein paar Pfützen und Gras in der Mitte, wie er früher war, sondern eine Buckelpiste, auf der keine Schwangere fahren kann, ohne das Kind zu riskieren. Sieht man im Foto leider nicht wirklich, aber es war die HÖLLE, da zu fahren.

Na ja, Rad kann eh kaum noch einer der Kids fahren... also von daher.

10. Für die Errichtung der Windkraftanlagen hat man natürlich auch ökologische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen errichten müssen.

11. Und so sehen die dann aus.

Also für mich als Landschaftsplaner stellt sich mir die Frage, wer das damals so fabriziert hat. Das soll eine Hecke sein. Aber welchen Wert hat dieser Mist? Da sitzt kein Vogel drin zum Brüten, da gibt es keinen Windschutz, keine Deckung fürs Niederwild oder für Saumbrüter. Und man hat nicht mal den Wildschutzzaun entfernt, so dass da nicht mal das Wild queren kann.

Ich habs ja schon oft hier geschrieben, aber bis zu 70% aller Maßnahmen funktionieren nicht, oder funktionieren nur teilweise oder werden irgendwann einfach wieder umgenutzt.

Die Anlagen stehen, die Eingriffe in den Naturhaushalt wirken, aber die Maßnahmen zur Kompensation dieser Eingriffe ist bestenfalls Schrott, schlimmstenfalls sogar kontraproduktiv, zum Beispiel, indem Fledermäuse erst entlang solcher Linienelementen zum Windrad geführt werden. Sowas habe ich auch schon oft gesehen. Da haben die Hecken angelegt und die führen direkt zu den Windrädern. Fledermäuse aber orientieren sich an diesen Strukturen und fliegen genau in die Richtung der Windkraftanlagen.

Tja..

12. Dorfimpressionen. Die Dörfer sind recht schön geworden mittlerweile.

13. Der Weinberg. Da sagt der Name schon, dass es auch früher schonmal wärmer war und man hier gewerblich Wein angebaut hat. Es gibt einige Weinberge in der Umgebung.

Wir haben ja sogar eine lokale Weinsorte im Garten, den Blauen Bernburger (eigentlich zwei, aber der Rote Aderstedter ist noch klein). Der ist recht robust, hat große Kerne und ist sehr wohlschmeckend.

Eigentlich zählen die Weinanbaugebiete an Saale und Unstrut oder an der Elbe bei Dresden zu den nördlichsten Europas. Doch ein paar Kilometer noch weiter nördlich, war der Weinanbau auch verbreitet. Und das jahrhundertelang. In der Gegend um Bernburg, an der unteren Saale, zeugen noch viele Namen und Bezeichnungen von dieser Tradition.

Straßennamen wie „Am Weinberg“, Rosinenberg, Kelterweg, Winzergasse oder „Am Felsenkeller“ sind keine Seltenheit und zeigen, dass hier Weinanbau betrieben wurde. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Es gab in der Region einmal 50 Hektar Weinberge, neun Winzereien, Kelteranlagen, eine Hofkellerei und eine eigene Rebschule. Im Jahr 1777 war in Bernburg eine neue Rebsorte herausgekommen.

www.supersonntag-web.de/wisl_s-cms/_supersonntag/7938/Unser_Land/48553/Der__Blaue_Bernburger__von_der_unteren_Saale.html

Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob es der Blaue Bernburger war oder der Rote Aderstedter, aber einen hat man südlich von Bernburg als verwilderten Rebstock auf einen mittlerweile zugewachsenen ehemaligen Weinberg gefunden. Der hat da 100 Jahre überlebt und wurde dann wiederentdeckt.

Ah... war der Rote Aderstedter.

An einem Sonntagvormittag vor vier Jahren war Nordmann in den alten Aderstedter Weinbergen unterwegs, als er unter Wildwuchs und Gestrüpp eine eher zufällige Entdeckung machte: große rote Trauben an gesunden Reben. Kurzerhand schnitt er einige Hölzer ab und nahm sie mit. Daraus konnte er im Jahr darauf zwei Stöcke pflanzen und wieder ein Jahr später bereits die ersten Trauben ernten.

Wie wichtig dieser Erfolg tatsächlich war, stellte sich 2009 heraus, als er den seit etwa 100 Jahren aufgelassenen Aderstedter Weinberg erneut aufsuchte, um neue Hölzer zu schneiden. "Die Rebe war völlig vertrocknet." Irgendjemand hatte versucht, die Rebstöcke auszugraben, dabei die Wurzeln beschädigt und dann einfach liegen gelassen. Somit waren seine beiden die einzig übrig gebliebenen.

www.mz-web.de/bernburg/salzlandkreis-ein-neuer-roter-aus-einem-uralten-weinberg-7417080

Na den Nordmann kenne ich persönlich. Alter Baumschulfuchs! lol

Na mal sehen, wie er dann schmeckt.

14. Eine Kiesgrube.

Kiesgruben können, wenn sie gut "gemacht" sind, am Ende richtige Naturparadiese werden. Mit kleinen Seen und Teichen, Steilwänden und offenen, nährstoffarmen Bereichen.

Also ich habe schon viele alte Kiesgruben gesehen, die waren echte "Hot Spots" der Biodiversität. Man muss es aber gut strukturieren am Ende. Dann können die echte Highlights werden.

15. Noch sieht es aber recht "frisch" aus.

16. Die alten Bereiche bewachsen sich aber schon langsam. Man muss der Natur oft einfach nur Zeit und Raum geben. Im Hintergrund das Zementwerk Bernburg und als Schatten nochmal der Brocken.

17. Und der Petersberg.

Es gibt zum Glück aber auch noch viele Bereiche mit ordentlich Baumbewuchs. Ist nicht alles komplett ausgeräumt worden. Je nachdem wo man steht kann es sehr schön und sogar anmutig sein, oder die totale Agrarsteppe. Kommt halt drauf an, wo man gerade ist und in welche Richtung man blickt.

18. Die Pyramide von Eisleben.

Am Horizont sieht man eine pyramidenartige Erhebung. Das ist die Schutthalde des ehemaligen Kupferbergbaues um Eisleben.

Wie gesagt, je nachdem wo man ist und wohin man schaut, kann es entweder übel, oder recht angenehm aussehen. Nur die Windräder hat man halt fast überall im Bild. Aber gut, irgendwoher muss der Strom ja kommen. Und besser so als ein Atomkraftwerk.

19. Blick Richtung Osten. Am Horizont der größte zusammenhängende Auwald Europas. Man nennt ihn auch den "Amazonas Europas". Also das ist wirklich ein ökologisches Highlight.

20. Blick Richtung Köthen mit der Jakobskirche.

Ich muss mal wieder auf den Brocken wandern. Von da sieht man ja auch diese ganzen prägenden Landschaftselemente. Davon gibt es eben sehr schöne, wie die Kirche im Bild. Oder auch hässliche, wie die Windräder mit roten Streifen, oder das Zementwerk Bernburg.

Aber an den Fotos sieht man noch schön, wie ausgedörrt die Landschaft in diesem Jahr ist. Das war wirklich krass heuer.

21. Dorfkirche im Nachbarort.

22. Und nochmal der Klotz von Bernburg.

Erinnert mich immer irgendwie an die "Dunkle Festung" aus dem Film "Krull". :-)

23. Wie gesagt, die Dörfer sind eigentlich recht schön und fügen sich gut ins Landschaftbild ein.

24. Und auch innerorts sind sie recht nett.

Im Grunde wohne ich recht gerne hier. Was mir besonders gefällt, ist diese offene, weite Landschaft. Das öffnet auch den Geist irgendwie. Zumindest habe ich den Eindruck, dass es bei mir so wirkt. Man weitet seine Gedanken immer bis an den Horizont aus und wenn der weit weg ist, dann denkt man vielleicht auch weiter. Kann aber gut sein, dass es bei der Mehrzahl genau andersrum wirkt. Je weiter die Landschaft, desto mehr igelt man sich auch geistig ein..lol.. ja keine Ahnung.

Was mir auch gefällt, ist dass es eben noch viele Bäume gibt, wo man sich noch versorgen kann. Die nutzt eben keiner mehr und das ist dann schon super, wenn man sich die Körbe voll machen kann.

Und vielleicht passiert ja ein Wunder, und die fangen wieder an, die Bäume nachzupflanzen. Ich selber bin ja schon aktiv geworden und habe da mit dem Bürgermeister gesprochen und auch mit der Naturschutzbehörde, aber die haben alle keine Kohle und keine Pflegekapazitäten. Geht ja nicht nur um den Kauf der Bäume, sondern die müssen ja auch gepflanzt und gepflegt werden. Also mindestens fünf Jahre gießen, dann auch beschneiden falls nötig und gegen Verbiss schützen.

Sonst sieht das irgendwann aus wie die Hecken.

Naja, wir müssen eh mal sehen, wie sich das klimatisch hier entwickelt.

Bei der ganzen Klimadiskussion fehlt mir etwas der bioenergetische Ansatz. Man diskutiert da über Co2 und andere Klimagase, dann kontert man, dass es früher auch schon mal wärmer war usw... was mir dabei aber fehlt, ist die Erkenntnis, dass heute die Atmosphäre oft wie erstarrt wirkt und es nicht mehr richtig fließt und dann die Absterbeprozesse beginnen.

Also es kann sein, dass es auch früher mal wärmer war, klar, aber damals war die Atmosphäre nicht so erstarrt. Es war eben wegen der Sonnenaktivität wärmer und / oder weil das Klima einfach chaotisch ist, also so komplex, dass es schwer ist, kausale Zusammenhänge zu definieren.

Was wir aber jetzt sehen, ist Erstarrung!

Es wird nicht einfach mal wärmer oder kälter im Schnitt. Es wird im Grunde weniger lebendig! Weniger fließend. Das ist doch das eigentliche Problem. Nicht ob es im Schnitt 8 Grad warm ist, aber 9 Grad. Das ist vollkommen unerheblich. Was die Probleme verursacht, ist die zunehmende Erstarrung. Das es nicht mehr fließt!

Und da muss man vielleicht wirklich mal die Forschungen von Reich bemühen. Also Atomkraft hinterfragen, die ganzen Funkmasten, andere Strahlungsquellen, die zur DOR-Atmosphäre führen sollen.

Vielleicht ist der Klimawandel auch sehr viel multikausaler und nicht nur durch Co2 und andere Klimagase erklärbar. Vielleicht ist es einfach multikausal und ALLES spielt in gewissen Anteilen mit rein, verursacht Veränderungen, verstärkt Effekte, bedingt sich gegenseitig.

Ja, es war früher schon mal sehr viel wärmer. Aber auch feuchter. Oder auch kälter und trockener. Aber das waren eben natürliche Veränderungen. Seit 100 Jahren sind wir aber dabei, alles massiv künstlich zu verändern. Entwaldung, Bevölkerungsexplosion, Veränderung der Landschaft, Regulierung der Flüsse, Verbrennung von fossilen Energieträgern, dann eben der Ausbau von Atomkraft, Funknetzen und anderen Strahlungsquellen (Bernd Senf nennt hier auch HAARP, aber damit habe ich mich bisher noch nicht beschäftigt, kann dazu also nichts sagen).

Vielleicht ist die Summe aus all diesen Veränderungen für eine zunehmend erstarrte und dann sich destruktiv lösende Atmosphäre verantwortlich.

Vielleicht bedingt das alles Stress für den Organismus Erde und der regiert nun mit Blockaden und nachfolgenden destruktiven Entladungen.

Man müsste eigentlich noch sehr viel tiefer forschen und die Dinge untersuchen.

Und auch bereit sein, dann Konsequenzen zu ziehen.

Na schauen wir mal...

Am Ende wird das gesündere Leben zum Vorschein kommen.

So der so.

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