Das 8. Rohkosttreffen in Treffort-Cuisiat

18.08.2017 17:27

Nun ist es also wieder vorbei, das 8. Große Sommer-Rohkosttreffen / Festival und es war gut! Und zwar so richtig gut! Die Stimmung war sehr harmonisch, es gab keine großen Beschwerden, dass Essen war super, auf den zwei Partys wurde richtig gut abgetanzt, die Angebote und Workshops wurden gut aufgenommen, es gab viele gute Gespräche und soweit ich mitbekommen habe, haben sich so ziemlich alle etwas mitgenommen und sind etwas genährter und erfüllter nach Hause gefahren als wie sie gekommen sind.

Darum gehst doch, oder? Um körperliches und seelisches Wohlbefinden. Und der Mensch lebt eben nicht nur vom Brot allein, sondern eben wirklich vor allem von der Liebe. Und wenn man dann am Ende sowohl körperlich als auch seelisch etwas genährter nach Hause fährt, dann haben wir vom Organisationsteam alles richtig gemacht und könnten uns keinen besseren Ausgang vorstellen.

Aber kommen wir mal auf ein paar Highlights des Treffens zu sprechen:

1. Das Wetter

Dieses Jahr war das Wetter im Grunde Spitzenklasse! Fast dauerhaft nur Sonnenschein, Temperaturen zumeist über 30°C und keine Unwetter. Nun ja, bis auf eines, und dass hatte es auch richtig in sich.

Aber der Reihe nach: alles ging los am Freitag, als wir die beiden Zelte aufgebaut hatten, die Tische und Bänke aufstellten und die ersten Partygäste (ich sehe ja das Treffen immer als große Gartenparty... zusammensein, essen, trinken, reden, Spaß haben) eintrafen. Das Wetter war klasse, die Vorhersagen sagte zwar für Sonntag einige Gewitterschauer voraus, aber es gab keine Unwetterwarnung. Und so schauten wir zuversichtlich dem ersten Wochenende entgegen.

Samstag kamen dann die meisten Leute, suchten sich ihren Platz zum Zelten, bezogen ihre Bungalows, gingen schon mal baden und erfreuten sich am überaus reichlichen Angebot an rohköstlichen Naturprodukten, die es so zu essen gab.

Siehe hier:

Paradisische Fülle! Früchte aus nah und fern, Honige, Gemüse, Salate, Tomaten, Oliven, Avocados, Nüsse!

Sonntag nachmittag waren wir mehr oder weniger vollständig, wir vom Organisationsteam machten die übliche Begrüßungsansprache und danach gings ab zum See, das Wetter war wieder sehr angenehm mit viel Sonne und Temperaturen um die 30°C. Gegen 18.00 Uhr zog dann von Westen ein Gewitter auf, so dass die meisten vom See in Richtung große Zelte schlenderten. Einige waren auch schon auf einer Wanderung in der recht schönen Umgebung des Jura.

Das Gewitter kam näher, aber nichts ließ darauf schließen, dass wir es mit einem ungewöhnlichen Ereignis zu tun hatten.

Das änderte sich, als sich urplötzlich der Wind zu heftigen Sturmböen aufbaute und anfing, die Zelte aus den Angeln zu heben! Geistesgegenwärtig griffen alle zu und verhinderten, dass unsere großen Zelte, die sich schon mindestens einen Meter vom Boden hoben, davongeweht worden wären. Das war der erste Schreck!

Der Zweite folgte dem unmittelbar auf dem Fuß: Hagel. Und zwar nicht so ein Kindergartenhagel, der einen eher mitleidig zum Himmel blicken lässt, sondern diesmal gab es hunderttausende scharfkantige und bis zu 6cm große Geschosse, die mühelos die Plane eines unserer Zelte durchschlugen und die Menschen zwangen, unter den Tischen Schutz zu suchen, oder zumindest ihre Köpfe zu bedecken.

Ich war im zweiten Zelt und sah nur noch, wie einige meiner Mitstreiter mittels Hechtsprung unter den Tischen Schutz suchten!

Nach ein paar Minuten war alles wieder vorbei. Aber diese Minuten hatten es in sich!!!

Wow...

Danach galt es erstmal durchatmen, Adrenalin runterfahren und die Schäden begutachten. Alles noch dran? Keiner verletzt? In den Zelten und Campern alles ok?

Na erstmal einen Rundgang über den Campingplatz machen:

Hier brennt noch Licht. Also mal weiter schauen...

Es hat das ganze Laub von den Eichen regelrecht abgedroschen.

Ein Baum ist zum Glück auf einen Camper und nicht auf ein Zelt gefallen:

Unser Essenszelt hat es komplett zerlegt. Das konnten wir nach dem Treffen entsorgen. Da ist nichts mehr zu retten! Dazu sind die Schäden einfach zu groß. Da es natürlich Kosten sind, die wir nicht geplant hatten, mussten wir eine Spendenbox aufstellen, die zumindest 390€ einbrachte. Das ist aber immernoch zu wenig, um sich ein neues Zelt zu kaufen. Von zwei neuen natürlich ganz zu schweigen.

Mal sehen, wie es weitergeht...

Was mich sehr positiv überrascht hat: trotz Schäden an Autos und Wohnmobilen ist keiner abgefahren. Davor hatte ich ja richtig Angst, dass plötzlich die Hälfte der Besucher nach Hause fährt und wir auf den ganzen Produkten sitzen bleiben. Aber diese Sorgen waren unbegründet! Keiner ist gefahren und so konnte wir das Treffen nach diesem ersten Schreck nun mit fantastischem Wetter weiter fortsetzen.

Es ging nach dem Hagelschauer einfach weiter in der Früh mit Qi Gong und Yoga, mit Wanderungen, Frauen- und Männerrunden. Mit Gesprächen, Baden am See, gutem Essen, Sport und Spaß!

2. Das Programm

In diesem Jahr war der Terminkalender nicht ganz so gefüllt. Sowohl ich als auch Thomas haben in diesem Jahr keine Vorträge gehalten. Für mich kann ich sagen, dass ich einfach ein paar Themen neu überarbeiten möchte, bevor ich meine Erkenntnisse wieder unters Volk bringe.

Aber auch so hatte das Treffen sehr viel zu bieten.

Angefangen beim Cassia-Frühstück und den geführten Tischen mit Bernard, über Qi-Gong und Yoga mit Harald, Frauen und Männergesprächskreisen, Wanderungen mit Hans Ulrich (die mitunter sehr lange gingen und von den Teilnehmern alles abverlangten :-D), Märkten, Museumsbesuchen, zwei Partyabende mit guter Musik und Tanz, einem Tanzworkshop mit Jenni, Mantra- und Circlesingen mit Corinna, Fuss- und Volleyball, Augentraining mit Miranda, Rohkosternährung mit Dominique, Kräuterkunde mit Angelika, Energy-Healing mit Paula und vieles mehr.

Für viele war es aufgrund des Feedbacks, dass ich erhielt, anscheinend die perfekte Mischung aus Angeboten und Zeit für Gespräche.

Nachfolgend ein paar Fotoimpressionen.

1. Kräuterkunde mit Angelika. Ein super informativer Workshop!

2. Circlesingen. Etwas ganz tolles!

3. Geführte Tische mit Bernard. Hier gab es viele Infos zum Thema "Instincto", Entgiftung, richtige Praxis und richtige Kombinationen. Bernard spricht sehr gut Englisch, so dass hier ein Zugang auch für Nicht-Franzosen möglich ist.

Viele haben das Gelernte dann auch gleich in die Praxis umgesetzt! Hier das Üben der instinktiven Ernährung.

Und auch Wildkräuter gab es reichlich!

4. Ein sehr informativer Vortrag von Dominique Guyaux, der auch auf reges Interesse stieß. Danke an Carsten für die Übersetzungsarbeit!

5. Wanderung gab es auch wieder einige. Hier ein Ausflug zum Heimatmuseum in Cuisiat

Die Landschaft und die Dörfer des französischen Jura haben ja auch einiges zu bieten, wenn man etwas genauer hinschaut.

Die Kirche von Cuisiat.

Und der Dorfplatz.

Nach dem Museumsbesuch war erstmal relaxen im kleinen Obsthain angesagt. Sie hatten dort auch einen kleinen Schaugarten, wo ich erstmal zwei, drei Tomaten geklaut habe. lol

Wollte mal sehen, ob die besser als meine waren... Antwort: nein! :-P

Für die Kleinen gab es neben einem neuen Trampolin, dass sehr ausgiebig genutzt wurde, auch eine Slackline zum Balancieren.

Weitere Aktivitäten waren ein Besuch eines Lichtspektakels in Bourg-en-Bresse und natürlich Volleyball!

3. Die Menschen auf dem Treffen

Das Treffen lebt ja von den Menschen, die kommen und die ja auch mit ihrem Einsatz zum Erfolg beitragen. Das Organisationsteam kann ja hier nur den Rahmen setzten, aber es braucht eben auch die Menschen, die mit ihrer Energie die leere Leinwand ausfüllen und das Treffen zu dem machen, was es ist. Und bestenfalls steht am Ende ein schönes, buntes und auch informatives Gemälde, dass zumindest den Meisten zusagt.

"Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann!"

Es gibt natürlich immer wieder auch Kritik und Anregungen, die wir aufnehmen und wo wir uns verbessern wollen, ganz klar. Aber natürlich können wir nicht allen Menschen und den Erwartungen gerecht werden. Falls jemand das Treffen scheisse fand, ja gut, damit müssen wir eben auch leben.

Das Feedback war aber insgesamt sehr positiv, so dass natürlich daraus auch eine Motivation erwächst, weitere Treffen zu veranstalten.

Insgesamt waren in diesem Jahr 160 Menschen zum Treffen. Das hat mich sehr gefreut und ich möchte "Danke" an alle sagen, die gekommen sind!!! Wir vom Organisationsteam sind natürlich jedes Mal auch angespannt, ob das, was wir hier aufziehen, überhaupt noch Anklang findet, und ob es die Menschen annehmen. Aber gerade die Menschen aus dem Deutschsprachigen Raum waren in diesem Jahr mit 102 Besuchern sehr stark vertreten. Darüber hinaus hatte es auch viele Kinder, die sich offensichtlich gut amüsierten.

Dafür an dieser Stelle ein Herzliches Dankeschön an alle, die gekommen sind!!! :-)

Eine kleine Anekdote erscheint mir erwähnenswert: auf dem Campingplatz war auch eine französische Familie mit zwei Kindern, die mit einem großen Bus dort campierte (und auf deren Camper der Baum fiel). Sie waren eher einfache Menschen und deswegen auch recht unkompliziert. Nach einiger Zeit schienen sie sich zu uns hingezogen zu fühlte und fingen an, mit uns roh zu essen. Eines Tages kamen sie wieder zu uns und meinten, dass sie am Abend zuvor mit Bekannten Pizza und anderes Zeug gegessen hätten, aber das schmeckte plötzlich nur noch fad und langweilig! Unsere Produkte seinen sehr viel besser!! :-)

Danach waren sie fast jeden Tag zum Essen bei uns im Zelt und wurden einfach mal so integriert. Und das ist ja auch das Motto (immernoch):

Von Rohköstler für Rohköstler und alle, die mal so mitessen wollen!

Niemand wird ausgegrenzt, im Gegenteil. Alle werden integriert, die mitmachen wollen. Egal ob jung oder alt, männlich oder weiblich, gesund oder angeschlagen. Und das fand die ehemalige Chefin des Campingplatzes ja schon so beeindruckend, wie harmonisch da alle integriert sind (es sei denn, sie grenzen sich selber aus).

Und sehr gefreut hat mich, dass auch immer wieder junge Menschen zum Treffen kommen. Wäre ja schade, wenn die Idee der Rohkosternährung, die ja nun wirklich enormes Heilungs-Potenzial hat, irgendwie verschwinden würde. Es gibt auf dieser Welt doch genug Junk-Food. Es braucht nicht noch mehr... was wir brauchen sind Liebende, Heiler, Tänzer, Gärtner und junge Menschen, die zumindest zeitweise die Idee der naturnahen Ernährung praktizieren.

Auch abends gab es immer einen regen Austausch in angenehmer Atmossphäre.

Danke an dieser Stelle an meine junge Kollegin vom Organisationsteam, die die meisten Fotos hier gemacht hat! (Wer sie sucht: unten im Bild!).

Was kann man noch ergänzen? Nun, nach dem Treffen ist vor dem Treffen. Also schauen wir mal, was als Nächstes kommt.

:-)

Update: hier noch ein Bericht vom Daniel zum Treffen: www.danielgepp.com/8-rohkostfestival-treffort-frankreich/

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