Das erklärt einiges

18.07.2016 10:39

Gerade gefunden: www.heise.de/tp/artikel/48/48816/1.html

Forscher, die sich intensiver mit der Geschichte der Menschheit auseinandergesetzt haben, sind von solchen Entdeckungen allerdings wenig überrascht. Es gibt wohl heute kaum noch einen Anthropologen, der nicht davon überzeugt ist, dass der frühe Homo sapiens denselben Verstand besessen hat wie wir heute. Alles, was ihm fehlte, war die Geschichte an Entdeckungen, die wir bereits hinter uns haben.

Andere Wissenschaftler sind sogar der Meinung, dass die Menschen in der Urzeit über eine höhere Intelligenz verfügten als wir heute. Der Evolutionspsychologe David Geary von der University of Missouri und der Entwicklungsbiologe Gerald Crabtree von der Stanford University denken, dass die intellektuellen Fähigkeiten der Menschheit mit dem Aufkommen der Landwirtschaft und dem starken Anwachsen der Bevölkerung vor rund 15 000 Jahren abnahmen.

Bruce Hood, Neurowissenschaftler an der University of Bristol und ebenfalls ein Anhänger dieser Theorie, erklärt das Phänomen mit der Domestikation unserer Spezies. Wir sind die gezähmte Version unserer wilden Vorfahren. Wenn Tiere domestiziert werden, müssen sie nicht mehr für sich selber sorgen und dementsprechend auch weniger Probleme selbst lösen. Die Folge ist, dass ihre Gehirne durch den fehlenden Selektionsdruck schrumpfen. Genau das ist passiert als die Menschen sesshaft wurden, sagt er.

Die Gehirngröße ist seit der Steinzeit um gut zehn Prozent geschrumpft. Heute liegt sie im Durchschnitt bei 1350 Kubikzentimetern. Der Cro-Magnon Mensch hatte hingegen noch ein Hirnvolumen von circa 1500 Kubikzentimetern. Wir haben im Laufe der Zeit also Gehirnmasse von der Größe eines Tennisballs verloren.

Auch der Primatologe Richard Wrangham von der Harvard University und der Neurowissenschaftler Brian Hare von der Duke University unterstützen wie Hood die Theorie, dass wir durch die moderne Gesellschaft heute die Haustier-Variante der Urmenschen sind. Allerdings betonen sie den Einfluss von Strafverfolgung, da diese den Fortpflanzungserfolg von aggressiveren Individuen einschränkt und so die Population als Ganzes umgänglicher macht.

Gestützt wird diese Theorie durch zahlreiche Beobachtungen aus dem Tierreich. Von den rund 30 Tiergruppen, die vom Menschen domestiziert wurden, hat jede einzelne 10 bis 15 Prozent ihres Gehirnvolumens im Vergleich zu der ursprünglichen Art verloren. Dieses Phänomen geht unter anderem mit reduzierter Aggressivität, einer zierlicheren Statur, kleineren Zähnen und flacheren Gesichtern einher. Merkmale, die alle mit den Veränderungen, die der moderne Mensch durchlaufen hat, korrespondieren.

Eine Studie, die die kognitiven Fähigkeiten von Wölfen und Hunden vergleicht, kam zu dem Ergebnis, dass Wölfe die besseren und vor allem hartnäckigeren Problemlöser sind, während Hunde relativ schnell bei ihren Herrchen nach Hilfe suchen und deren Signale besser interpretieren können.

Interessant ist es, wie sich das ganze entwickeln würde, wenn die Menschen wieder auf eine Steinzeitdiät gehen würden. Ups.. machen sie ja.. und werden gleich von Leiten wie Udo Pollmer zerrissen. Und gerade bei im fällt mir die "Verhausschweinung" (Wortschöpfung Konrad Lorenz für die Selbstdomestikation) stark auf.

Und natürlich wird es mal sehr interessant, wenn sich wirklich mal Menschen länger, über Generationen eben, wieder omnivor / instinktiv roh ernähren und auch andere schulische Konzepte vorantreiben.

Aber schon besagter Konrad Lorenz sprach wie gesagt von der Selbstdomestikation des Menschen und den sich daraus ergebenden Problemen. Und eines davon ist, dass man über viele Sachen, die aus einem biologisch-ökologischen Blickwinkel eben nicht politisch korrekt sind, nicht mehr sprechen darf, ohne sofort massive Kritik von den Geisteswissenschaftlern und politisch Korrekten zu ernten.

Im Artikel folgen dann noch einige Erklärungsversuche, die ich zwar interessant, aber noch nicht ganz treffend erscheinen (es fehlt das dazu notwendige Gefühl). Aber gut, kann ja jeder selber lesen.

Die Frage, inwieweit aber tatsächlich die Ernährung mit reinspielte, dass das Gehirn geschrumpft ist und wir nun anscheinend dümmer sind als unsere Vorfahren, wird aus meiner Sicht aber nicht ausreichend geklärt.

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