Das habe ich befürchtet

22.05.2016 22:07

www.n24.de/n24/Nachrichten/n24-netzreporter/d/4455836/die-menschheit-ist-am-ende.html

Wieder eine Antwort auf eine Frage, die mich schon länger beschäftigt: kann die Menschheit so wie sie gerade agiert überhaupt überleben?

Und siehe da: Nein.

Fünf Risiko-Faktoren für den Kollaps der menschlichen Zivilisation haben der Mathematiker Safa Motesharrei und sein Team ausgemacht. Die Analyse der Entwicklung von Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Wasserversorgung, Landwirtschaftsentwicklung und Energieverbrauch gibt Rückschlüsse auf die Stabilität unseres Wohlstandes.

Wenn diese fünf Faktoren so zusammenwirken, dass zwei bestimmte Entwicklungen einsetzen, ist der Kollaps unausweichlich. Diese beiden Entwicklungen sehen die Forscher als bereits eingetreten an: die Überlastung der Ökosysteme durch zu hohen Verbrauch der globalen Ressourcen bei gleichzeitiger Aufspaltung der Gesellschaft in reiche Eliten und den armen Rest. Beim Untergang aller großen Hochkulturen in den letzten fünftausend Jahren haben diese beiden Dynamiken eine zentrale Rolle gespielt.

Letztes Jahr nutzte der Mensch mehr Ressourcen als auf der Erde nachwachsen. Auch die Ungleichverteilung der vorhandenen natürlichen Güter nimmt weltweit zu. "Der angehäufte Überfluss ist in der Gesellschaft nicht gleich verteilt und wird stattdessen von einer Elite kontrolliert. Der Großteil der Menschen, der den Wohlstand produziert, bekommt nur den Bruchteil von dem, was die Elite bekommt", heißt es in der Studie, wobei mit Elite die westlichen Industriestaaten gemeint sind.

Das die Menschheit am Ende ist halte ich für Quatsch, aber die Zivilisation wird so nicht durchhalten. Zu dieser Erkenntnis bin ich schon lange gekommen. Man darf sich da von der gegenwärtigen Lage und dem Wohlstand einfach nicht täuschen lassen. Unterschwellig sägen wir am Ast, auf dem wir sitzten.

Ausgehend von verschiedenen Modellen kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass der Zusammenbruch unserer Kultur kaum zu vermeiden ist und warnt: "Während einige in der Gesellschaft darauf hinweisen, dass wir auf einen Kollaps zusteuern und grundlegende Veränderungen einfordern, um das Schlimmste zu verhindern, sind es die Eliten, die genau diese Veränderungen verhindern."

Trotz ihrer düsteren Prognose betonen die Forscher, dass der Versuch, den Kollaps zumindest hinauszuzögern dringend unternommen werden sollte. Die notwendigen Maßnahmen dafür geben sie der Menschheit mit an die Hand: sparsamer mit den natürlichen Ressourcen umgehen, alternativen Quellen nutzen und die Ressourcen fairer unter allen gesellschaftlichen Schichten verteilen.

Und da beisst sich die Katze in den Schwanz. Denn diese Maßnahmen werden gerade von denen verhindert, deren Machtpositionen davon abhängt, dass alles so weiter läuft wie gehabt. Und so wird es, auch etwas, was mich schon lange beschäftigt, wohl unvermeidlich werden, dass es zu Krisen und zu Zusammenbruchsszenarien kommt. 

Als Ökologe liegt es eigentlich glasklar auf der Hand, dass es bergab geht. Wenn man mehr nimmt ls nachwächst, ist eben irgendwann Schluss. Wenn dann noch ein verrücktes Geldsystem, Industriediktatur und Konzernherrschaft hinzukommen, kann das kein gutes Ende nehmen. Denn genau das verhindert die Lösungen, die Not-wendig wären.

Da braucht man auch nicht auf den Fortschritt hoffen:

Die Studie befasst sich ebenfalls mit dem Argument, der technologische Fortschritt könnte diese Probleme durch gesteigerte Ressourcen-Effizienz lösen. Dem halten die Forscher entgegen: "Technologischer Fortschritt kann die Effizienz in der Ressourcen-Nutzung steigern. Aber er steigert ebenfalls die Ressourcennutzung durch diejenigen, die Kapital besitzen und erhöht damit wieder den Verbrauch von Ressourcen durch diese Elite. Wenn die Politik nicht einschreitet, kompensiert das die Einsparung an Ressourcen durch den technologischen Fortschritt."

Es wird noch sehr haarig werden.

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