... dazu passend: Karate Forst flüssig

08.05.2019 18:18

www.berliner-zeitung.de/berlin/brandenburg/umstrittenes-insektengift-ab-montag-faellt--karate-fluessig--vom-himmel-32466648?originalReferrer=http%3A%2F%2Fm.facebook.com%2F&fbclid=IwAR0Q80j0SJpKOdtsKzImjKtra5MT9d2FYCwaxpiV25XRGi6Dx0hR3kL3VL8

Das umstrittene Programm zur Bekämpfung von Schädlingen in Kiefernwäldern soll am Montag beginnen. Dann soll das Insektengift mit dem nicht sehr vorteilhaften Namen „Karate Forst flüssig“ per Hubschrauber über 7500 Hektar Wald in den Kreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming verteilt werden.

Genau da sind wir wieder: es geht um den Konflikt zwischen Ökonomie und Ökologie. Denn:

Bekämpft werden soll die "Nonne", eine Tagfalter-Art, deren Raupen sich vor allem von den Nadeln der Kiefern ernähren. Kiefern stehen in Brandenburg auf 70 Prozent der Waldfläche. Sie gilt damit als der sogenannte "Brotbaum" der dortigen Forstwirtschaft. Wenn sich die Nonne massiv ausbreitet, könnten in den Monokulturen der Brandenburger Wälder große Waldflächen bedroht werden.

Also es ist ja wirtschaftlich voll verständlich, dass man versucht, seine zukünftigen Einnahmen zu schützen. Wer kann es den Menschen verdenken und Anbieter, die hier Hilfe versprechen, gibt es ja. Karate Forst-flüssig halt.

Nur:

Gegen den Einsatz protestieren Bürgerinitiativen in den betroffenen Regionen, auch die Grünen und die Naturschutzverbände BUND und Nabu. Sie beklagen, dass angesichts des dramatischen Insektensterbens der vergangenen Jahre die Wälder nicht zusätzlich mit Pestiziden vergiftet werden sollten. Das Gift töte nicht nur die Schädlinge, sondern auch alle andere Insekten – auch die natürlichen Gegner der Nonne.

Ökologisch also wieder mal Kahlschlag und wie immer wird sich die ökonomische Seite durchsetzten.

Waldbesitzer haben auch eine starke Lobby, viele Großgrundbesitzer, viel politischer Einfluss. Das wird dann natürlich auch voll in die Waagschale geworfen.

Die Raupen fressen die Nadeln von Kiefern sowie Nadeln und Blätter anderer Bäume. Bei einem massiven Befall sind ganze Wälder kahl. Nur bei Idealbedingungen überlebt ein Drittel der Bäume. Doch beim Forst heißt es, dass die Bedingungen nach dem Hitzesommer 2018 und dem trockenen Frühjahr alles andere als ideal sind. „Der Einsatz des Giftes ist das allerletzte Mittel“, sagte die Sprecherin des Landesforstbetriebes. Damit solle verhindert werden, dass ganze Wälder absterben.

Dann sind aber auch die Raupen / Falter erstmal für Jahre oder Jahrzehnte weg. Und es kann sich neuer Wald etablieren. Aber klar, der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Hier sieht man in der Umgebung extrem viele abgestorbene Koniferen. Die haben das Jahr 2018 auch nicht überlebt.

Im Grunde räumt die Natur jetzt die kranken Individuen ab.

Beim Landesforst heißt es, dass das Gift für Menschen ungefährlich sei und dass es nur eingesetzt werden soll, weil in diesem Jahr besonders viele Nonnenraupen erwartet werden.

(...)

Der Forstbetrieb kann sich die Art des Giftes auch nicht aussuchen. Auf „Karate“ haben sich drei Institute des Bundes für dieses Jahr festgelegt. Nach dem Gift-Einsatz wird der Wald zwei Tage lang gesperrt und drei Wochen lang dürfen keine Beere oder Pilze aus dem Wald geholt werden.

Mal abgesehen, dass jetzt eh keine Beeren und Pilze wachsen, aber ich dachte, es wäre ungefährlich?

Reine Vorsicht natürlich nur... falls es wider erwarten dann doch giftig ist.

:-/

Für Dumme.

Werner Katz, der Vize-Chef des Brandenburger Nabu, sagte: „Klar ist: Abhilfe vor Massenvermehrungen durch Schädlinge werden die geplanten Sprüheinsätze nur kurzfristig bringen. Es gilt, das natürliche ökologische Gefüge durch schnellen Waldumbau wiederherzustellen um damit langfristig den Wald zu schützen. Jetzt muss das Ministerium zeigen, wie ernst es ihm mit dem Schutz der Insekten ist.“

Die meisten "Wälder" sind eigentlich nur Baumäcker. Statt Mais oder Raps stehen da eben Fichten oder Kiefern. Also auch Monokulturen und die sind natürlich extrem anfällig, gerade auch nach solchen Extremjahren. Es fehlt dann auch an Nischen und demzufolge auch an Arten, die wiederum solche Schädlinge im Zaum halten.

Und so wie man eben bei Mais und Raps und bei Monokulturen generell Pestizide und Insektizide benötigt, so braucht man das hier eben auch.

Aber im Grunde wäre das eigentlich mal eine Gelegenheit, andere Wege zu bestreiten.

Der Konflikt unserer Zeit: Ökologie vs. Ökonomie.

Die Herausforderung der Zukunft: Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen.

Das kommt so oder so, die Frage ist nur: durch Einsicht / Angebunden sein, oder durch Arschtritte.

Und das Ganze ist doch eigentlich ein Fall für diese französischen Hühner!!! :-)

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