Der Lilastiel-Rötelritterling

24.11.2017 21:42

Bei uns wachsen Lilastiel-Rötelritterlinge auf der Wiese. Hab die gestern geerntet und auf den Trockner gepackt. Ich habe diese Pilze oft als Kind gegessen, damals noch gekocht. Jetzt haben wir die wieder auf dem Grundstück. Die bilden so richtig schöne Hexenringe und fruchten im Spätherbst. Nur, frisch riechen sie nicht besonderns anziehend. Nicht schlecht, aber nicht wirklich zum rein beissen. Habe die, wie gesagt, mal auf den Trockner gepackt. Mal schauen, ob die dann irgendwann mal interessant werden.

Diese Pilze sind anscheind garnicht mehr so häufig. Früher sind die auf den Bruchwiesen massenhaft gewachsen, aber mittlerweile gibts die immer weniger.

Und roh soll man die auch nicht essen!

Nach Meinung der meisten Mykologen werden Lilastiel-Rötelritterlinge trotz ihrer Färbung als ausgezeichnete Pilze angesehen. Sie können als Cremesauce oder in Butter sautiert gegessen werden, wobei es wichtig ist, sie nicht roh zu essen, was zu Verdauungsstörungen führen kann. Sie können auch wie Kutteln oder als Omelettfüllung zubereitet werden.

Tja, was mache ich da nur? :-D

Oh Mann, wievielen Angsthasen bin ich schon im Laufe meines Rohkostlebens begegnet.

Kann ich das essen? Darf man das roh essen? Ist das giftig?

Die Menschen sind zum Teil solche Scheißhosen geworden. Man kann doch mal ein winziges Stück probieren und dann schaut man einfach mal. Aber selbst das trauen sich viele nicht. Manfred, ein befreundeter Rohköstler, hat auch schon Knollenblätterpilze und Tollkirsche probiert. Hat er auch überlebt. Man darf sich halt nur nicht gleich vollstopfen, sondern instinktiv vorsichtig und zurückhaltend rangehen.

Mir ist eh aufgefallen, wie stark die Menschen externe Führung bedürfen. Wenn man ihnen autoritär sagt, was sie zu tun haben (Iss das! Iss das nicht!! Iss das dreimal am Tag!!! Iss das nur einmal!!!), sind die oft recht erleichtert, vor allem, wenn man dann noch in der selben Branche wie sie tätig ist (roh-vegan). Aber sowie man sagt, dass sie es mal einfach ausprobieren sollen, also einfach lernen, wieder sich selber zu vertrauen, sind viele regelrecht beleidigt. Das muss sich doch schon in der frühesten Kindheit so etabliert haben.

So ein richtiger Führerkult!

Und es gibt ja auch immer wieder Menschen, die sich nur zu gerne als Führer aufspielen.

Ich auch. Nur meine Gefolgschaft ist gleich Null! hahahaha :-D

Nee.. im Ernst, ich finde es besser, wenn die Menschen selber für sich entdecken, was gut ist. Anleitungen und Hinweise sind ok, aber es soll doch bitte jeder selbstständig laufen.

Deswegen habe ich mich auch nie an einen Guru hängen können. Ich finde sowas Quatsch. Ich höre mir vieles an, lese vieles, aber schlussendlich bleibt die Entscheidungsinstanz bei mir. Da vertraue ich schlussendlich immer meinen Gefühlen. Dann ist die Gefahr auch geringer, dass man irgendwo verarscht und schlussendlich dann ent-täuscht wird.

Und jetzt schaue ich mal, ob diese Pilze was sind oder nicht. Probiere aus, ob das, was die da schreiben richtig ist, oder nicht stimmt. Und da brauche ich auch niemanden dazu, der mir das nun sagt oder nicht. Das kann ich ja selber sehen!

Mit dieser Einstellung wird man einfach auch unabhängiger.

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