Der Waldmacher

14.05.2016 14:58

Mir ist ja schonlange klar, dass wir irgendwie in einer komischen Spirale aus Kaputtmachen und Wiederaufbau stecken. Sieht man ja auch hier:

Der Waldmacher

Der Agrarexperte Tony Rinaudo verwandelt abgeholzte Steppen in grüne Wälder. Seine Methode könnte für Afrika bedeutender werden als Milliarden von Dollar Entwicklungshilfe.

mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/5732197cab5c3709a8000001

Das ist ja eine Sache, die gerade weltweit passiert. Also das Zerstören und dann der Versuch des Wiederaufbaus. Und in diesem Prozess steckt eben auch der Erkenntnisgewinn, bzw. die Bewusstwerdung. Wer kann schon, wenn er im Paradies lebt, wissen, wie die Hölle aussieht? Dazu muss man sie erst erschaffen, erforschen und erfahren, bevor man sie versteht. Und dann wird man im Paradies später eben "bewusst" sein. Man wird das Paradies umso mehr schätzen, wenn man mal das gegenteil erfahren hat. 

Es gibt aber auch weise Völker, die zum Beispiel schon aus Ansicht der anderen lernen. Dazu zählen einige Naturvölker und Stämme, die den Kontakt mit den "Zivilisierten" meiden und für sich bleiben wollen. Denen hat also gereicht, was sie gesehen haben. Sie wollen offensichtlich nicht selbst erfahren, was es heisst, Natur zu zerstören, sich von der eigenen Basis zu entfremden und sich in hochkomplizierte System zu begeben, die zumeist nur einer kleinen Minderheit wirklich nutzen.

Bemerkenswert ist die Unfähigkeit der Menschen, umzusteuern. Da wird der Wald, wie hier vor 350 Jahren, zu Holzkohle umgewandelt und die Ziegen fressen die Reste kahl und dann braucht es erst wieder "Experten" von Aussen, die da etwas Positives bewirken. Aus sich selbst heraus scheint das kaum zu klappen. Obwohl man die Probleme durchaus erkennt. So las ich im Zoo Zürich im Themenbereich "Äthopien" folgenden Satz eines Mannes aus der äthopischen Hochebene: "Gott hasst uns. Es gibt immer mehr Kinder. Die Bodendruchtbarkeit nimmt ab und auch die Ackerflächen werden immer weniger." - also man ist sich der Problematik Überbevölkerung und Bodendegeneration durchaus bewusst. 

Im Verkehrsmuseum Luzern gab es einen Raum, der dem Roten Kreuz gewidemt war, relativ gross mit einigen Videos, wo man aus dem Auto oder Bus in Nepal, Honduras, Äthopien, Kongo und den Philippinen gefilmt hat. Ich habs ja zum Teil live in Honduras, Nicaragua und zum Teil Costa Rica erlebt, und man muss einfach sagen: der Grossteil der Welt lebt im Dreck, in Armut, im Müll, in einfachsten Verhältnissen. Und eine Cola oder eine Fanta sind dann die Zugänge zum Gefühl, dazuzugehören zur reichen Weltgemeinschaft. 

Die Videos waren besonders deswegen eindrucksvoll, weil sie eben eben relativ ungeschnitten das Leben dort gezeigt haben. Und es wird einem dann auch bewusst: es ist UNMÖGLICH, dass 7 Milliarden Menschen so wie die Westeuropäer oder Amerikaner leben können. Und das merkt man auch langsam, dass es materielle Grenzen gibt, die genau dies verunmöglichen. 

Aber was heisst eigentlich "westlicher Lebensstil"? Einfamilienhaus, Garage, zwei Autos, drei Fernseher, vier Computer, fünf Handys / Smartphones? Da fehlt ja vollkommen die spirituelle Komponente. Die haben wir ja fast vollständig verloren. Wohl auch ein Grund, wieso Depressionen zunehmen. 

Man kann eigentlich sagen, die Welt steckt in einer tiefen Krise. Ökologisch, ökonomisch und spirituell. 

Aber wie man im Artikel sieht, es gibt immer wieder Menschen, die aktiv werden und dann auch Lösungen suchen und auch welche finden. 

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