Die Falle der guten Ausreden

16.05.2013 20:06

So, heute gab es mittags Fenchel, Süsskartoffel und etwas Kokosnuss. Abends Kräuter (Rucola, Thymianblühten [!!!], Lindenblätter, Basilikum und Minze) und einiges an Mandeln.

Aber was mich heute wirklich bewegte:

Ach, ich liebe es! Was gibt es denn nicht alles für hübsche Ausreden, nur um Dinge nicht tun zu MÜSSEN, wo der innerer Held eigentlich sagt: krieg den Arsch hoch! Es ist fast lachhaft zu sehen, was grade auch im Bereich der Ernährung und speziell der Rohkost alles für Ausreden zu finden sind:

"Der Mensch kocht schon seit 1 Mio Jahre." "Nicht alle Enzyme gehen kaputt beim kochen." "Die Magensäure zerstört eh alles." "Ich will sozial integriert sein... "

Ich frage mich manchmal, ob dahinter nicht eine tiefe Mutlosigkeit und Resignation steht! Oder eine Art Leere, ein Gefühl der Sinnlosigkeit, ja Depression. Angst und Selbstverleugnung, die den inneren Helden davon abhält, das Richtige zu tun!

Stellt euch mal vor den Spiegel, schaut euch selber tief in die Augen und dann fangt an euch mit solchen Scheiss zu belabern. Ihr werdet euch nicht mehr selber in die Augen sehen können. Ja, ihr werdet plötzlich merken, dass ihr auf euch selber wütend werdet, wenn ihr euch so was vormacht! Und auch wie ihr traurig werdet, weil ihr euch so lange etwas vorgemacht habt... das ihr euren Gefühlen, Instinkten und Intuitionen nicht gefolgt seid!

Es ist eine gute Übung, mit sich selber intim zu werden und mit sich selber ehrlich umzugehen. Es hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen und wieder Mut zu fassen.

Jedem Menschen wohnt ein innerer Held inne. Und jeder Mensch ist aufgerufen, diesen Helden zu folgen! Wenn ihr Angst habt, oder euch vor Entscheidungen drückt, wenn ihr euch in Zweifeln ergeht oder in Rechtfertigungen, fragt euch mal, was eurer heldenhaftes Ich tun würde! Schaut euch selber in die Augen, seid ehrlich zu euch selber und fragt euch, was ihr WIRKLICH wollt. Ihr werdet überrascht sein! Plötzlich ist alles anders. Ihr kommt mit euch selber sehr tief in Kontakt! Werdet zutiefst ehrlich zu euch selber.

Viele Argumente aus den ganzen Diskussionen gehen an mir auch nicht spurlos vorbei. Haben sie vielleicht doch recht, die Kochkostbefürworter, die Rohkost-Aussteiger, die Rationalisierer und Rechtfertiger... manchmal dachte ich echt: Scheisse, watt nu? Und dann, grade in diesen Phasen des Zweifels und der Unentschlossenheit hab ich mich vor den Spiegel gestellt und mir selber tief in die Augen geschaut und plötzlich: ZACK... Energie! Und jedesmal kam diese "Leck mich" Attitüde hoch! Leckt mich mit euren Scheiss Argumenten, euren Ausreden, euren ganzen Ängsten. 

Wir kochen schon 1 Mio Jahre? Na und, dann bin ich eben der erste, der es nicht mehr macht! Es ist nicht schlimm, einen Teil seines Essens zu kochen? Na mach ruhig, ich nicht!!

Übrigens: dieses "ich nicht" hab ich von einen Freund gelernt. Und das hat mir sehr geholfen! Es hat mir geholfen, der Masse zu entsteigen und meinen Weg zu finden, hat mich davor bewahrt, mich zu verleugnen und mich anzupassen, wo ich es nicht wollte. Ich glaube, dass viele oder fast alle Revoluzer und Unangepassten dieses "Ich nicht" bei sich kultiviert haben. Dieses "Ich nicht" ist im Grunde eine Verweigung, eine Absage an den Mainstream, an die graue Masse. Eine Absage an die "Diktatur der Angepassten" (Songtitel von Blumfeld) und das eigene Angepasstsein.

Der innere Held kommt damit zum Vorschein, dieser Held überkommt die Angst, ist jenseits der Angst. Überkommt die Zweifel, ist jenseits der Zweifel. Es ist der Teil von einem jeden Menschen, der sich berufen fühlt, der das kleine Leben zu etwas Großem macht, der innere Held ist der Teil von euch, der ihr wirklich seid, wenn ihr eure Ausreden, Rechtfertigungen, Angepasstheiten und kleinen Todesängste überwindet.

Man findet Zugang zu diesem inneren Helden, wenn man sich immer wieder fragt / bewusst macht /vergegenwärtigt, was würde mein innerer Held tun? Wie würde mein innerer Held entscheiden? Mit der Zeit werdet ihr so vollkommen transfomiert. Und die Ängste und Zweifel werden dann nicht hinderlich, sondern sie werden zu spirituellen Gewichten, die mein wahres Selbst braucht, um stark zu sein. Es wird immer Herausforderungen geben, immer Zweifel, immer mal Rückschläge und immer wieder Konfrontationen mit unseren Ängsten, Sorgen und Nöten. Mit unseren Ausreden! Und das ist gut so! Denn das kann uns wirklich stark machen!

Bei vielen Menschen spürt man, dass sie sich etwas vormachen. Dass sie sich selber belügen und ihr eigener schlimmster Feind sind. Dass sie sich in etwas reinsteigern und dass sie nicht authentisch sind. Man hat dann oft bestimmte Impulse, sie darauf aufmerksam zu machen. Und manchmal klappt es, und manchmal nicht. Wenn es nicht funktioniert, muss man sich zumeist trennen, da man sonst immer diese Impulse verspürt. Nur, wie lebt man in einer Gesellschaft, die sich permanent etwas vormacht?

Das ist wirklich eine spannende Frage. Hat was von Matrix! Na ja, das ist aber eine Frage, die sich nur jeder selber beantworten kann. Ich für meinen Teil ziehe mich gerne mal zurück oder suche die Gesellschaft zu anderen Rohies meines Schlages. Ansonsten wäre es sicherlich schwer! Und was sagt mein innerer Held zu alledem? Hör auch zu jammern! Ich denke du wolltest noch einige Liegestütze machen... oh weh... also dann!! :-)

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