Die Waage

10.09.2018 21:44

Ich habe ja gestern geschrieben, dass ich in Köthen zum Trauermarsch für den getöteten Marcus B. war. Ich habe dazu eigentlich alles Wesentliche gesagt.

Ich muss zugeben, ich war mir nicht sicher, ob ich hinfahren sollte. Ich wusste ja, dass da viele Rechte sein werden, Polizei, Gegendemonstrationen, das ganze Gedöns. Heute gilt ja schon wieder die Kontaktschuld und die Sippenhaft. Gleichzeitig war ich aber einfach mal neugierig und wollte nicht wieder irgendwelchen Scheiß lesen müssen, ohne zu wissen, was wirklich passiert ist.

Kurzum: ich war unschlüssig. Also habe ich Tarot gelegt. Das Entscheidungsspiel.

Lacht nicht, ich mache das einfach manchmal.

Und das Ergebnis war interessant: Tarot sagte mir, dass, wenn ich hinfahre, es auf "Niederlage, Demütigung, üble Gemeinheiten" hinausläuft. Die entsprechende Karte dazu ist "5 der Schwerter".

Das hat mich noch mehr verunsichert (lol). Aber irgendwie bin ich dann doch spontan los und wie gesagt, es war OK.

Ich habe mich dann aber gefragt, wo war denn nun die üble Gemeinheit, die Demütigung, die Niedertracht?

Tja.. die sieht man, wenn man sich die Meldungen in den normalen Medien anschaut. Genau da sieht man diese, also wirklich üble, Niedertracht, das Verdrehen, Manipulieren, all die Versuche, dass alles noch einzufangen.

Der Regierungssprecher war heute "entsetzt" und "empört" über rechte Hassreden und rechte Sprechchöre (komischerweise sind sie nie empört und entsetzt, wenn dauernd irgendwo jemand ... aber gut).

Ja, die gabs. Aber nicht nur. Es gab auch sehr gute Reden, ganz normale Menschen, die sich da am Mikro äusserten. Und selbst der Typ von "Den Rechten" hat nicht nur Unsinn erzählt, sondern auch da fanden sich Wahrheiten, die natürlich nicht aufgegriffen wurden. Statt dessen gab es wie in Chemnitz üble Medienkampagnen.

Ich habs gestern nicht gesagt, aber ich habe dem MDR, dem RBB und Radio Brocken noch ein Statement in die Kameras und Mikros gesprochen. Gesendet wurde es nicht. Wahrscheinlich war es einfach zu intelligent und zu differenziert und zu sehr auf die eigentlichen Ursachen (Wirtschaftswachstum usw) abzielend, als dass man es senden konnte. Statt dessen gab es wieder die Bilder von der Fremdschämfraktion, um das Bild des ostdeutschen Untermenschen zu untermauern.

Übel halt.

Kurios ist es, dass man bei ähnlichen Demos des linken politischen Spektrums sich nie empört, wenn da Hassparolen gerufen werden. Da gehts eben nur gegen das eigene Land und die eigene Bevölkerung. Es ist eben doch so, dass hier unterschiedlich gewichtet wird. Gegen das eigene Land und gegen die eigene Bevölkerung hetzen ist absolut OK. Gegen andere Länder hetzten und gegen Ausländer ist ein absolutes No Go. Also wenn, dann müsste man entweder sowohl als auch tolerant sein, oder sowohl als auch dagegen vorgehen. Aber einmal so und das andere mal so ist aus meiner Sicht sehr unausgewogen. Ich meine, wir hatten einen Nationalsozialismus, der Krieg und Tod brauchte, aber wir hatten auch schon einen Kommunismus, der genauso Krieg und Tod brachte.

Also wieso ist man einmal so tolerant und duldet es und das andere mal wird es so immens bekämpft? Es fließen ja Millionen an Steuergelder in den Kampf gegen Rechts, der auch linksextreme Gruppen unterstützt. Und das, obwohl der Kommunismus weltweit Millionen an Toten produziert hat. Aber eben nicht in Westdeutschland anscheinend.

Und irgendwie erinnert das an den Kampf gegen Drogen: je mehr man dagegen kämpft, desto größer wird die Nachfrage.

Wieso ist der Rechtsextremismus schlimmer als der Linksextremismus? War Hitler schlimmer als Stalin?

Wieso gilt bis heute "links sein" als wertvoller als "recht(s) sein"?

Ist der derzeitige Rechtsruck im Land (andere sagen ja, es gäbe eher eine Linksflucht) eine Art energetischer Ausgleich? Dass jetzt das, was Jahrzehnte energetisch eher im Minus war, nun ausgeglichen wird? Und ich frage mich gerade, von einem rein energetischen Punkt betrachtet, ob die Rechtsextremen da nicht gerade genau deshalb so "im Aufwind" sind, weil sich da zuerst diese energetische Wende zeigt?

Wie auch immer.

Ich sehe mich selber eher als Beobachter. Und was muss ich beobachten?

1. Markus wurde nicht zusammengelegt, sondern erlag rein zufällig einem Herzinfarkt.
2. Der Protest, die Kritik wird wieder mit "rechts" diffamiert. Ähnlich wie Chemnitz. Kein Wort über die ganzen Menschen, die eben nicht "nazi" waren, sondern einfach ihre Ängste und Befürchtungen ausdrückten, angesichts der Entwicklung.

Um das zu verstehen, kann ich eigentlich nur immer wieder auf folgende 5-7 Minuten hinweisen, die im Grunde das Problem unseres Landes auf den Punkt bringen:

https://www.youtube.com/watch?v=CF32CpEqwkE&t=3198s

Die Regierung versucht jetzt, den Deckel wieder drauf zu bekommen und diffamiert sämtliche Kritik und scheut auch nicht davor zurück, die betreffenden Städte und sogar ganze Bundesländer international zu diffamieren, was ich ganz übel finde. Niederträchtig sogar, denn es geht ja nur um den eigenen Machterhalt. Statt dass man objektiv berichtet und die Politik sich vor ihre Bürger stellt, ohne Probleme abzusprechen, werden die diffamiert und zum Abschuß freigegeben.

ÜBEL.

Es wird sich ab jetzt jeder zweimal überlegen, ob er irgendwo noch an einem Protestmarsch, Trauermarsch oder sonstiges teilnimmt. Übrigens haben wir das in dieser Weise auch bei den Friedensdemos 2014 gesehen. Auch da waren alle "nazi" und die Medien haben mit wilden Berichten den Protest diffamiert.

Aber damit löst man die Probleme nicht. Die schwären ja weiter. Und nicht nur im Bereich Migration, auch überall sonst. Zunehmende Vermögensumverteilung, Klimawandel, Artensterben, Bodendegeneration, Schulden im System, Verfettung, Verschlechterung der Schulbildung usw usw.. wo man hinschaut, kann man fatale Entwicklungen erkennen, die alle darauf zurückzuführen sind, das wir falsch leben.

Der Maaz ist derzeit der wichtigste Deutsche, weil er genau das alles auf die Bühne bringt. Aber dieses falsche Leben will man noch nicht wahrhaben und deswegen bekämpft man nun in recht einfältiger, leicht durchschaubarer und eigentlich sehr primitiver Art und Weise jegliche Kritik an den Folgen des falschen Lebens einer süchtigen und narzisstischen Gesellschaft, an der wir alle zusammen beteiligt sind.

Das geht soweit, dass man sich "von oben" NIE über Mord, Totschlag oder Vergewaltigungen durch Migranten empört, wohl aber über einen machtlosen Glatzkopf, der seine Parolen in der Provinz daherschreit (aber auch da finden sich Wahrheiten! Gerade bei den Omegas).

Interessanter Nebenschauplatz: die Trauer hängt ja in diesem Land wirklich maßgeblich von der Hautfarbe ab. Stirbt ein Deutscher, gibt es Kerzen und 2.000 "Rechte" instrumentalisieren den Verlust, wurde ein Mensch mit dunkler Hautfarbe getötet, marschiert die "Zivilgesellschaft" gegen Rechts. Ich frage mich immer mehr, wer hier die Rassisten sind.

Was bleibt zu sagen: man hat eigentlich eine Chance verpasst, die Fehlentwicklung zu erkennen und zu korrigieren. Die Fehlentwicklung wird mit der Diffamierung der Kritik nicht enden. Im Gegenteil, die wird munter weitergehen.

Die Diffamierung der Kritik werden vor allem die aufnehmen, die so weiterleben wollen wie bisher, die nichts ändern wollen, die das falsche Leben, das süchtige, narzisstische Leben weiter führen wollen. Die werden noch mehr nasse Waschlappen brauchen, ehe auch sie erkennen: so kann es nicht weitergehen. so kann ICH nicht weiter machen.

Das Modell "liberale Martwirtschaft" mit seinem innewohnenden Zwang zum ewigen, verbrämte oft als "nachhaltiges" Wachstum, kommt immer mehr an seine Grenzen.

Danisch hat es hier gut zusammengefasst:

Aus Sicht von Goldman Sachs – Denkmal der Seriosität – sei die Migration für das Wachstum der Wirtschaft unbedingt erforderlich, egal wie schwierig es sein mag, das der bestehenden Bevölkerung beizubringen.

Nun, erstens ist das so ein Thema der Demokratie, dass man es trotzdem vorher mit der Bevölkerung abklären und deren Einverständnis einholen muss. Und zwar sogar dann, wenn Angela Merkel Kanzlerin ist, es mit Erklärungen nicht hat und alles für „alternativlos” hält.

Zweitens war endloses Wachstum als Voraussetzung der Wirtschaft schon immer ein Konstruktionsfehler. Endloses Wachstum entspricht Schneeballsystemen, progressiver Kundenwerbung. Und da die Erde endlich ist, kann das nicht funktionieren. Schon bisher stottert die Wirtschaft, weil der ständige Zuwachs nicht mehr funktioniert. Schon die „Gastarbeiter”-Welle der 60er und 70er Jahre, die Frauenemanzipation, Verkürzung der Schulzeit waren Versuche, einer Wirtschaft am oberen Anschlag noch ein paar Jahre Wachstum zu verschaffen.

Jetzt kommt dann eben als Verzweiflungstat die Gewaltmigration.

Es ist das Prinzip der progressiven Kundenwerbung, und das fällt gerade in sich zusammen. Man versucht mit allen Mitteln, noch ein paar Leute heranzukarren, damit der Mist noch ein, zwei Generationen halten kann. Aber solche Systeme können nicht funktionieren.

Es geht nicht um uns als Land. Es geht um das Überleben von Läden wie Goldman Sachs.

Selbst wenn man jetzt also den Deckel auf das Thema Ausländergewalt, dass uns angesichts des Alters der gekommenen Migranten mindestens noch 10 Jahre beschäftigen wird, bevor die von selbst ruhiger werden, wieder drauf bekommt, wird es woanders wieder hoch poppen. Die nächste Dürre, noch stärkere Stürme und Extremereignisse, noch mehr multiresistente Bakterien im Wasser, noch mehr Artensterben, noch weniger Insekten, Bienensterben, mehr Krebs, noch mehr Bullshitjobs, um die Leute zu beschäftigen, noch schlechtere Schulen, noch mehr Spaltung in arm und reich usw usw.... das hört ja nicht auf, nur weil man nun nicht mehr über ein Symptom der Krise reden darf.

Deswegen gehe ich hier mit Maaz konform, der sagt: "Ehrt den Protest! In ihm liege eine Wahrheit und er zeigt eine Fehlentwicklung auf. Und manchmal kommt er eben auch schlimm daher."

Und für alle, die gerne weiter dösen wollen, wird die Zukunft noch einige sehr nasse Waschlappen bereit halten. Das ist unausweichlich.

Der Stoff für den Blog wird also so schnell nicht ausgehen...

Aber das ist alles Teil der Heilung.

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