Dienstag

04.04.2017 21:31

Heute war ich faul. War gestern noch zum Sport und habe gut trainiert. Und Sonntag auch und Samstag schwer Garten gegraben und Freitag Gewichte gestemmt und... und so habe ich heute nicht viel gemacht, außer noch ein paar Himbeerpflanzen gekauft und einen schönen Apfelbaum, weil uns einer der letztjährig gepflanzten eingegangen ist (und wenn wir Pech haben, sind uns noch zwei Apfelbäumchen und zwei Haselnüsse eingegangen). Es war eben zu extrem letztes Jahr.

Nun ist es ja doch richtiges Aprilwetter geworden. Sprich nicht warm, und man muss immer irgendwie hoffen, dass es warm genug ist, dass die Bienen und Hummeln fliegen, um die Aprikosen, die Wildpflaumen und jetzt bald die Kirschen zu befruchten. Sonst gibts nämlich nüscht. Was früher auch nicht selten war.

Zum Pflanzen ist das Wetter aber gut, weil zu sonnig ist auch blöd, dann haben die Pflänzchen oft schon den ersten Megastress.

Aber mal was anderes:

Mir ist aufgefallen, dass die Rechtschreibung der Menschen immer schlechter wird. Das sehe ich vor allem auf Facebook. Also versteht mich nciht falsch: ich haue hier bestimmt auch einige Fehler rein, was angesichts der Länge der Texte einfacha uch passiert. Aber bei Facebook können viele keinen einzigen Satz ohne Rechtschreibfehler zustande bringen.

Mit einem habe ich mich mal gestritten. Der meinte, es sei die "freie Rechtschreibung" und als Veganer will er sich nicht anpassen und das auch über die Rechtschreibung ausdrücken. Ok, kann man machen... aber ich halte davon nichts. Aber bei dem kann man noch eine Schulbildung voraussetzten, viele aber können anscheinend wirklich nicht richtig schreiben.

Das sind schon alles eher bedenkliche Entwicklungen.

Das mit der Rechtschreibung ist ja nur ein Symptom.

Ansonsten ist mir heute bei der Fahrt über die Dörfer bzw. im Gespräch mit meinem Nachbar neulich wieder mal bewusst geworden, was für einen Niedergang hier auf dem Land vorherrscht. Da finden regelrechte Absterbeprozesse statt. Ich habe den Tag mal ein paar Videos zu angeschaut und festgestellt, dass man bestimmte Dinge, wie z.B. bestimmte Kampfkünste, nur noch in den großen Städten lernen kann. Auf den Dörfern ist da nichts mehr los. Das war ganz anders. Da gab es nicht nur in den Kreisstädten gute Angebote, sondern sogar auf den Dörfern! Es gab einen Boxclub in einem 300 Seelendorf, der hat sogar einen Weltmeistertrainer hervorgebracht, es gab auf den Dörfern hier bekannte Hockeyclubs, die in der Bundesliga spielten ... und vieles mehr.

Wenn man hier aber so durch die Dörfer fährt... meine Herrn! In Könnern, einer mittelgroßen Stadt an der Kreisgrenze des Salzlandkreises kann man ein großes Haus im Jugendtsil kaufen. Drei Stockwerke, Stuck, lage direkt in der Stadt. Natürlich auch sanierungsbedürftig, keine Frage. Preis laut Aushang: 900€.

Und wir erleben hier genau das, was weltweit zu beobachten ist: die zunehmend industriealisierte Landwirtschaft zerstört den ländlichen Raum (und wahrscheinlich auch die Menschen). Da leben dann statt 30 Familien nur noch 3 von den gleichen Flächen. Der Rest fährt irgendwohin zur Arbeit oder zieht gleich ganz weg.

Und das ist ja in Afrika nicht anders! Deren Märkte werden mit industriell erzeugten und subventionierten Produkten überschwemmt und die Menschen auf ihren kleinen Parzellen können dagegen nicht ankommen. Ergebnis: kein Einkommen mehr, Abwanderungsprozesse in die Städte. Slumbildung.

Und hier werden sie in 30 Jahren wohl einige Dörfer einfach einebnen. Da wohnt dann einfach keiner mehr... wenn sich nicht etwas grundlegend ändert.

Und ich sehe da einfach die Rohkost, die richtig gemacht, ganz von alleine zum Richtigen führt, als große Hoffnung. Rohkost würde wieder zu Streuobstwiesen, Gärten, Blumenwiesen, Weiden und Almen führen. Und zwar einfach, weil das so erzeugte Zeug besser ist als das anders erzeugte. Es würde einfach durch Genuss und Geschmack die Welt verändern.

Fleisch, dass oben auf den kräuterreichen Almen erzeugt wird, ist dann eben besser als das, was nur mit Gras von mehrschnittigen Wiesen erzeugt wurde. Nur ein Beispiel...

Und die Menschen hätte wieder mehr Motivation, selber was zu machen. Und wenn es eine größere Bewegung gibt, dann gibt es da auch politische Unterstützung.

Mir kommt gerade ein Gedanke: es war ja der Apfel, der uns aus dem Paradies vertrieben hat... ist es aber der Apfel, der uns wieder zurückbringt? :-)

Tja, zum Optimismus gibt es keine Alternative! :-D

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