Nutzlose Vitaminpillen

29.01.2019 15:17

Passt irgendwie zum Thema "die Natur kann man nicht betrügen": www.scienceticker.info/2018/09/04/vitaminpillen-nutzlos-gegen-schlaganfall-und-herzinfarkt/

Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine und Mineralien senken nicht das Risiko, an einem Hirninfarkt oder einer Herzkrankheit zu sterben. Das ergab eine Übersichtsstudie mit mehr als zwei Millionen Teilnehmern.

Irgendwie passend und auch irgendwo logisch. Mal will zwar immer etwas künstlich ersetzten, aber dann merkt man doch, dass die Natur immer wieder die bessere Alternative ist.

„Das Ergebnis ist ernüchternd und lautet, dass es keinen Nutzen einer solchen Maßnahme für die Gesamtbevölkerung gibt“, sagt Professor Dr. Peter Berlit von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Fasse man die Sterblichkeit für alle Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen, so sei das relative Risiko (RR) bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln exakt 1,00. Es machte laut Metaanalyse also keinen Unterschied, ob die Teilnehmer eine Extradosis Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente einnahmen oder nicht. Zum gleichen Ergebnis kamen die Forscher – im Rahmen der statistischen Schwankungen – bei der separaten Betrachtung von Herzsterblichkeit (RR 1,02), Tod durch Schlaganfall (RR 0,95) und der Häufigkeit von Schlaganfällen (RR 0,98).

Man kauft also bestenfalls die Inkredienzien für einen teuren Urin. Das Meiste wird ja einfach über die Nieren oder den Stuhlgang wieder ausgeschieden.

Ich hatte ja schon kritische Artikl zu künstlichen Vitaminen geschrieben (rohkost4.webnode.com/news/vitamin-d3-supplementierung/) und (rohkost4.webnode.com/news/tricks-helfen-eben-nicht/) und (rohkost4.webnode.com/news/ich-liebe-antropologie/)

Es wird eben immer wieder bestätigt.

Aber es ist nicht nur so, dass das Zeug bestenfalls nutzlos ist, nein, es kann sogar gefährlich sein:

Lediglich das Risiko für Herzerkrankungen schien mit einem RR von 0,88 für Nahrungsergänzungsmittel zu sprechen. Es besteht aber auch hier kein Zusammenhang: Zieht man lediglich die höherwertigen, sogenannten randomisierten und kontrollierten Studien zur Berechnung heran, ergibt sich ein relatives Risiko von 0,97. „Zu diesem unbefriedigenden Resultat kommt noch das alarmierende Ergebnis einer systematischen Metaanalyse von 78 randomisierten Studien aus dem Jahr 2012 durch die Cochrane Collaboration, wonach die Nahrungsergänzung mit Antioxidantien nicht nur nicht hilft, sondern sogar die Sterblichkeit erhöht!“, so Berlit.

Siehe dazu auch Link 1. Da geht es um diese zum Teil sogar gefährlichen Nahrungsergänzungsmittel.

Dabei hatten die Forscher sich in der aktuellen Studie die größte Mühe gemacht, auch Untergruppen zu erkennen, die möglicherweise doch von Nahrungszusätzen profitieren könnten. Das Ergebnis blieb jedoch stets negativ, egal, wie lange die Präparate eingenommen wurden, wie alt die Studienteilnehmer waren, ob Mann oder Frau, Raucher oder Nichtraucher, sportlich oder nicht.

„Mit Multivitamin-Tabletten werden jährlich Milliardenumsätze gemacht, die Metaanalyse zeigt jedoch klar, dass diese Pillen weder Schlaganfälle verhindern noch die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken“, fasst Professor Dr. Armin Grau von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) die Ergebnisse zusammen: „Von diesen Pillen profitieren nur Hersteller und Verkäufer. Es ist hingegen eindeutig erwiesen, dass Salat, Obst und Gemüse Gefäßerkrankungen entgegenwirken. In Salat, Obst und Gemüse kommen Vitamine in ihrer natürlichen Umgebung vor.“ Weitere effektive Maßnahmen, die sogar den Geldbeutel schonten, seien der Verzicht aufs Rauchen und auf größere Mengen von Alkohol sowie regelmäßige körperliche Bewegung.

Es ist im Grunde wieder auch ein Kapitel der Geschichte: man kann niemanden mehr vertrauen. Ist ja so: alles wird großmäulig angepriesen, es wird etwas versprochen, aber gehalten wird es nicht. Man wird verarscht, betrogen, abgezockt, zum Kauf von nutzlosen oder gar schädlichen Produkten verleitetet und am Ende hat man bestenfalls einen teuren Urin produziert.

Das hingegen Obst und Gemüse in natürlicher Form Herz- und Kreislaufkrankheiten verhindern können, weiß man schon lange:

annals.org/aim/article-abstract/714567

Results:

After adjustment for standard cardiovascular risk factors, persons in the highest quintile of fruit and vegetable intake had a relative risk for coronary heart disease of 0.80 (95% CI, 0.69 to 0.93) compared with those in the lowest quintile of intake. Each 1-serving/d increase in intake of fruits or vegetables was associated with a 4% lower risk for coronary heart disease (relative risk, 0.96 [CI, 0.94 to 0.99]; P = 0.01, test for trend). Green leafy vegetables (relative risk with 1-serving/d increase, 0.77 [CI, 0.64 to 0.93]), and vitamin C–rich fruits and vegetables (relative risk with 1-serving/d increase, 0.94 [CI, 0.88 to 0.99]) contributed most to the apparent protective effect of total fruit and vegetable intake.

Conclusions:

Consumption of fruits and vegetables, particularly green leafy vegetables and vitamin C–rich fruits and vegetables, appears to have a protective effect against coronary heart disease.

Übersetzung:

Ergebnisse: Nach Anpassung an kardiovaskuläre Standardrisikofaktoren hatten Personen im höchsten Quintil der Einnahme von Obst und Gemüse ein relatives Risiko für koronare Herzkrankheiten von 0,80 (95% CI, 0,69 bis 0,93) im Vergleich zu denen im niedrigsten Quintil der Einnahme. Jede Erhöhung der Aufnahme von Obst oder Gemüse um 1 Portion / Tag war mit einem um 4% niedrigeren Risiko für koronare Herzkrankheiten verbunden (relatives Risiko: 0,96 [KI, 0,94 bis 0,99]; P = 0,01, Test auf Trend). Grünes Blattgemüse (relatives Risiko bei Erhöhung um 1 Portion / Tag, 0,77 [CI, 0,64 bis 0,93]) und Vitamin C-reiches Obst und Gemüse (relatives Risiko bei Anstieg um 1 Portion / Tag, 0,94 [CI, 0,88 bis 0,99) ]) trug am meisten zur scheinbaren Schutzwirkung der gesamten Obst- und Gemüsezufuhr bei.

Schlussfolgerungen: Der Konsum von Obst und Gemüse, insbesondere grünem Blattgemüse und Vitamin C-reichem Obst und Gemüse, scheint eine Schutzwirkung gegen koronare Herzkrankheiten zu haben.

Jetzt kann man natürlich mal Motivationsforschung betreiben, wieso so viele Menschen ihr Geld lieber für Vitaminpillen ausgeben, immerhin 1 Milliarde im Jahr, statt das sehr viel wirkungsvollere Obst und Gemüse zu konsumieren. Ist wahrscheinlich Bequemlichkeit, Überlastungssperre (Naturprodukte schmecken nicht mehr, weil überlastet), mehr Vertrauen in die Industrie als in die Natur und ähnliches.

Man lebt falsch, man weiß oder spürt es, aber weil man dieses falsche Leben nicht wirklich aufgeben will, greift man zur Illusionspille. Man meint dann, man könne so die befürchteten Auswirkungen des falschen Lebens noch etwas abfedern.

Was will man machen?

Wir sehen diese Mechansimen überall und das falsche Leben will man aber nicht aufgeben, und dann greift man zur Pseudokur, zum modernen Hokuspokus, nur um sich dann weiter gut zu fühlen und das Gewissen zu beruhigen.

Die Vitaminpille, bestenfalls nutzlos, manchmal aber sogar schädlich, dient hier gleichzeitig auch als Beruhigungspille, um nicht WIRKLICH was ändern zu müssen. Und wie immer im Kapitalismus ist auch jemand da, der diese Bedarf nach Beruhigungspillen auch befriedigt. Was dazu führt, dass man das falsche Leben eben noch etwas länger weiterführen kann. Vor diesem Hintergrund wirken diese Pillen tatsächlich lebensverlängernd.

Im Grunde geht es immer um die Entscheidung: habe ich den Mut und die Kraft, das gesündere Leben zu leben, oder nicht? Und wenn nicht, wie rechtfertige ich das vor mir und welche Mechanismen greifen dann, damit ich mit dem falschen Leben klar komme?

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht einfach ist, den Weg zu gehen, den man im tiefsten Inneren als richtig ansieht. Wo die drei I´s, Intellekt, Intuition und Instinkt, oder einfacher, Kopf und Herz, sagen: das muss getan werden.

Das führt einem recht schnell in die Rolle des Aussenseiters, des Sonderlings, des Spinners, des schwarzen Schafes usw.. die deutsche Sprache kennt da einige Begriffe für. Und ganz schwierig wird es auch, wenn man diesen als richtig erkannten Weg dann auch ohne windige Kompromisse geht.

Ich sage nicht, dass nun jeder alle gleich leben müssen, weil die Menschen immer auch auf ihren jeweiligen Bewusstseinsleveln unterschiedlich sind, aber alle werden sie mit den gleichen Problemen konfrontiert. Es reicht schon, wenn man als Kneipengänger spürt, dass dies ein falsches Leben ist. Ändert man das, lebt man hier gesünder, wird man für das gewohnte Umfeld zum Aussenseiter.

Es gibt unendlich viele Beispiele und Ebenen, wo die Menschen ein falsches Leben führen und wo die Hinwendung zum Richtigen immer auch die gleichen Probleme heraufbeschwören. Innerlich wie äußerlich. Das kann ein Schläger sein, der irgendwann erkennt, dass das ein falsches Leben ist. Das kann ein Raucher sein, der das Rauchen aufgibt. Das kann ein Banker sein, der erkennt, dass er hier ein falsches Leben führt.

Und immer wird man mit inneren Glaubenssätzen, die bisher golten, konfrontiert, auch mit Schuldgefühlen und unterdrückten Traumata. Wieso bin ich denn so gierig und will noch mehr Millionen "machen"? Wieso brauche ich denn meine 20 kleinen Freunde pro Tag? Wieso brauche ich mein Bier, meine Computerspiele, meine Pizza, oder auch meine Migranten, meinen Hilfsbedürftigen, meine armen Tiere... wieso BRAUCHE ich das, um mich gut zu fühlen und wieso geht es mir schlecht, wenn das weg ist?

Man wird immer auf innere Konflikte gestoßen, wenn man sich wieder mehr einem gesünderem, natürlicherem Leben zuwendet.

Um auf den richtigen Weg zurückzukommen, muss man also immer erstmal Anstrengungen in Kauf nehmen. Kleine Metapher: Das Leben hat was von einer Wanderung auf einem Bergrücken, der zum Gipfel (Erleuchtung?) führt. Und rechts und links gehts erst sanft, aber dann immer steiler bergab. Deswegen ist es auch verständlich, wieso es so leicht ist, vom Weg abzukommen, weil es wie von alleine geht. Man muss sich nicht anstrengen, der Weg zum falschen Leben ist zumeist recht bequem (ein Kaffee hier, eine Ausnahme da, ein Bier mal dort, man will ja dazugehören, oder ein größeres Auto, weil es macht ja Spaß usw usw...wer kennt das nicht, aber auch ein böses Wort zuviel, eine unnötige Eifersüchtelei... es gibt ja viele Ebenen) bevor es dann immer schneller und steiler bergab führt.

Aber wehe, man will dann wieder "auf den richtigen Weg" kommen. Dann muss man, je nach dem, wie weit man schon weg ist, enorme Anstrengungen auf sich nehmen und es kann sehr schmerzhaft sein. Aber gut, dafür kennt man jetzt auch diese Ecken und Schluchten.

Interessant ist es zu beobachten, wenn Menschen sich für ein besseres und gesünderes (= im Einklang mit dem, was man weiß und füht) Leben entscheiden und dann aber wieder "absacken". Dann sieht man oft regelrechte Rechtfertigungsorgien. Weil.... das und das und das...

Im Grunde führen wir seit einigen tausend Jahren ein falsches Leben. Wahrscheinlich seit Erfindung der Feuernutzung zur Nahrungsbehandlung. Das war erst noch nicht so dramatisch, weil zum einen die Verfügbarkeiten gleich waren und weiterhin noch vieles naturbelassen gegessen wurde, aber es hatte schon entsprechende Auswirkungen, die sich dann im Lauf der Zeit über die bekannten Entwicklungsstufen potenzierten. Bis wir heute so dermaßen entfemdet leben, dass es zunehmend für ALLE Wesen auf der Welt bedrohlich wird.

Tja... und in diese Welt passen eben auch die Vitaminpillen und andere Präparate. Sie erlauben es, das falsche Leben noch länger weiterleben zu können. Vor dem Hintergrund sind sie also schon lebensverlängernd.

Man kann noch weitermachen, braucht sich nicht mit den potentiellen Konsequenzen auseinander setzten, weil man sich selber beruhigt hat, bis es irgendwann dann doch so ist, dass man einsehen muss: es war oder ist ein falsches Leben und die Pillen, die man zur Beruhigung geschluckt hat, von echten Fakepillen bis hin zu "Ich spende ja für das Tierheim oder für die Kinder in Afrika!" einfach nicht mehr ausreichen.

Und natürlich habe auch ich noch meine "falschen" Anteile, an denen ich arbeiten muss! Wie jeder Mensch auch.

Wir sitzen eben irgendwo alle im gleichen Boot. 

Die Frage ist nur, bin ich bereit, etwas zu ändern, wenn ich etwas als richtiger erkenne, oder bleibe ich bei meinem alten, aber falschen Leben?

Das man vom Weg abkommt ... wahrscheinlich ist genau das LEBEN.

Die Frage ist aber, wie man handelt, wenn man etwas erkannt hat und ob man immer wieder bereit ist, sich auf den richtigen Weg zurückzubringen.

Gesamtgesellschaftlich habe ich den Eindruck, dass wir zunehmend erkennen, dass wir ein falsches Leben führen, aber (noch) nicht bereit sind, hier die entsprechenden Änderungen vorzunehmen, sondern uns mit Beruhigungspillen zu versorgen. Die Größte, das hat der Maaz ja gut erkannt, ist wahrscheinlich Frau Merkel. Wir sind nicht bereit, weil die kommenden Einsichten wahrscheinlich sehr schmerzvoll, belastetenden und herausfordernd sein werden.

Als ich 1998 mit Rohkost anfing, spürte ich instinktiv, dass da was dran ist, dass das ein richtigeres / natürlicheres / gesünderes Leben ist. Aber um das dann umzusetzen, mussten einige Hürden genommen und viele bitterste Traumata aufgearbeitet werden, die alle zusammen extrem herausfordernd, anstrengend, schmerzvoll und bitter waren.

Und auch in der Rohkost musste ich erkennen, dass da mitunter ein falsches Leben geführt wurde. Das ICH ein falsches Leben führe. Stichwort Importe, Stichwort Umweltbelastung durch Flugwaren, Tropenreisen usw... und auch da war es nicht einfach, das aufzugeben und eine gesündere Version zu leben. Es gab da auch Diskussionen, Auseinandersetzungen, Dispute... im Inneren wie im Außen.

Und all das steht und jetzt gesamtgesellschaftlich auch bevor.

Der Wandel von einem falschen hin zu einem gesünderen Leben.

Man kann nur hoffen, dass es ohne vorherigen Zusammenbruch, Lernkrise abgeht.

Schauen wir mal.

Vitaminpillen werden uns aber so oder so nicht weiterhelfen.

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