Diskussion

23.12.2015 17:07

Der ein oder andere Beitrag hier löst ja ab und an auch mal eine Diskussion im Rohkostforum von Angelika aus. So wie hier zum Beispiel: www.rohkostforum.net/threads/1869-Der-Wahnsinn-geht-weiter

Interessant fand ich diesen Gedanken des Users Tom Ate:

Ich denke auf der gekochten Ebene kann man diese Sachen nicht wirklich lösen. Man kann auch das Thema mit dem Bürgerkrieg in Syrien, den vielen Flüchtlingen und der IS nicht wirklich auf dieser Ebene lösen. Den Politikern wird zur gegebener Zeit wahrscheinlich ein paar pragmatische Lösungen einfallen. Aber die Sache wird weitergehen. Neue Unruheherde werde sich auftun. Und mit der wachsenden Erdbevölkerung wird das Fass wahrscheinlich noch stärker köcheln als zuvor.

Politiker wie Victor Orban aus Ungarn wissen dass man auf der gekochten Ebene keine Heile Welt erschaffen kann. Deshalb bleiben sie bei ihren Entscheidungen ziemlich nüchtern.
In Deutschland hat man bei den vielen Gutmenschen die es hier gibt den Eindruck als ob hier immer noch an den "Endsieg" der gekochten Bewegung geglaubt wird. Nämlich an eine Welt in der alle Menschen in Frieden und Eintracht zusammenleben. Eine Welt in der die Natur intakt ist. Eine Welt ohne Krieg, Verbrechen und Leid.

Natürlich ist alles möglich, aber ich glaube nicht richtig daran dass das auf der gekochten Eben auf Dauer möglich ist. Da muss man nüchtern bleiben.

Aus eigener Erahrung weiß ich, dass mit der Rohkost ein tiefe Veränderung stattfindet, die aus meiner Sicht zumindest das Potential hat, heilend zu wirken. Fallen Getreide und andere das Nervensystem aufrüttelnde Substanzen weg, so ist es natürlich schon mal etwas leichter, konstruktiv miteinander umzugehen. Kommen dann noch lebensenergetische Heilungsprozesse hinzu, dann wird das Potential noch größer.

Hans-Peter Dürr zitierte in einen seiner Vorträge eine tibetische Weisheit: "Ein fallender Baum macht mehr Lärm als ein wachsender Wald". Ich glaube, dass wir in den Nachrichten und in den Medien generell zu oft die "fallenden Bäume" präsentiert bekommen, die dann im wahrsten Sinne des Wortes den Eindruck vermitteln, dass alles zusammenkracht. Im Hintergrund aber wächst der Wald weiter. Sprich, immer mehr Menschen interessieren sich für eine rohköstliche Ernährung. Immer mehr Menschen werden wieder Gärtner und pflanzen Obstbäume. Immer mehr hinterfragen das Impfen, das Schulsystem, wollen mehr direkte Demokratie, wollen gesunde Nahrungsmittel.

Aber dennoch muss man sich wirklich mal fragen, wie es mit der Menschheit weitergehen soll. Wir begannen als Fruchtfressende Baumbewohner, machten uns dann auf in die Savanne und wurden Jäger - und Sammler, wurden dann Ackerbauern- und Viehzüchter, irgendwann wurden wir Industriearbeiter, jetzt digitalisierte Smartphoner.

Mit jedem Schritt in der Entwicklung wurde die Ernährung irgendwie verrückter und die Kriege grausamer. Die Jäger und Sammler haben die Beute kurz im Feuer geröstet und die Knollen erhitzt und sich ab und an um ein paar Honigbäume gezankt, waren aber gesundheitlich noch bestens in Schuss. Die Ackerbauern - und Viehzüchter erfanden dann immer ausgefeiltere kulinarische Gerichte, gleichzeitig wurde der Krieg ebenfalls erfunden und mit immer ausgefeilteren Waffen geführt, Karies und andere Krankheiten nahmen zu. Die modernen Menschen ernähren sich zum Teil von Sachen, die weder in Form noch Farbe an das erinnern, aus welches sie gemacht wurden. Degeneration ist die Folge. Die Kriege haben apokalyptische Ausmaße angenommen. Atomwaffen wurden eingesezt. Die Digitalisierten dann werden wohl auf reine Kosmonautennahrung umsteigen und am Ende die Erde vernichten, wenn man diese Entwicklungsstufen einmal weiter führt.

Und es stellt sich wirklich die Frage, ob wir die Probleme der Menscheit auf einer "gekochten" Ebene, die ja nachweislich bis ins tiefste Seelenleben hineinragt, lösen können.

Um Probleme zu lösen braucht man ein neues Denken. Und es braucht auch neue Handlungen, neue Ideen, neue Strategien.

Ich möchte hier auch kurz Guy-Claude Burgers Meta einbringen. In Teilen ist es ja tatsächlich der ganz große Wurf, der, wenn es so stimmt, tatsächlich das Potenzial hat, eine sehr viel liebevollere Welt zu erschaffen. Liebe der Liebe - hört sich doch toll an! Gleichzeitig zeigt es aber auch, wie fragil das Gleichgewicht von Anfang an war und wie schnell es durch den Kochprozess und / oder Egoismen gestört wurde und wie schwer es ist, aus diesem Teufelskreis wieder herauszukommen. Seine Verhaftungen, das Scheitern der Gruppen auf Montramé etc. sprechen ja für sich.

Aber man stelle sich mal vor, die Politiker weltweit wären Rohköstler. Man würde schon an der Essenstafel eine Verbindung haben, weil man einen gemeinsamen Genussmoment hat. Wahrscheinlich würden sie auch eine sehr viel tiefere Verbindung von Herz zu Herz haben. Und da die Rohkost die Männer zumeist weniger aufstachelt, würden die Aggressionen wohl deutlich abnehmen. Wahrscheinlich würden sehr viel mehr Frauen in "Amt und Würden" sein. Und zwar auch warmherzige und sexuell attraktive Frauen. Nicht diese vermännlichten Hyänen, die man heute in der Politik sieht. Und die Welt würde einiges an Problemen lösen.

Gewalt, Kriege, Aggressionen, das ist ja eigentlich immer ein Scheitern, eine Krankheit, ein Rückfall in unmenschliche, sprich tierische Verhaltensweisen. Es gibt in der Natur kaum auszuhaltende Grausamkeit und Brutalität. Man muss nur mal schauen, wie Hyänen oder Wildhunde, Bären oder Schwertwale jagen. Da gibt es kein Erbarmen, da werden die Opfer zum Teil bei lebendigem Leibe zerrissen. Es gibt in der Natur sehr grausame Szenarien. Umso erstaunlicher ist der Mensch in seiner ganzen Verletzlichkeit und Schönheit. Da erinnert er mehr an Blütenpflanzen als an Tiere.  Der nackte Mensch hat nichts an sich, was ihn wehrhaft oder aggressiv erscheinen lässt. Er scheint eher eine verletzliche Verkörperung von Liebe und Sexualität zu sein. Keine Raubtierzähne, keine Krallen, kein Fell, keine Gifte, keine Hörner und keine Fortpfanzungsperioden. 

Das alles wurde hinter sich gelassen, um Mensch zu werden.

Und das ist dann eben auch der Unterschied zum Tierreich und die Erklärung für viele Probleme, die wir sehen.

In dem Maße, wie die Sexualität in all ihren Erscheinungsformen unterdrückt wird, oder aufgrund von Überreizung aus dem Ruder läuft, im selben Ausmaß ist Gewalt und Aggression wieder in die menschliche Erlebniswelt getreten. Wir sind wieder zu Wildhunden, Bären und Löwen geworden. Haben uns mit künstlichen Krallen, Zähnen, Schilden und Hörnern versehen und haben uns wie einige Tiere "gepanzert". Wir sind also wieder ins Tierische abgerutscht, statt nach dem Göttlichen zu greifen. Und auch die Sexualität ist mit ins Tierische mit abgerutscht. Jagttrieb, Eifersucht, Besitzdenken, Versorgt sein wollen, Triebhaftigkeit, Entmenschlichung und Reduzierung des Anderen, statt Magie, Liebesfähigkeit, geistige Erfüllung, Hingabe und kosmische Erleuchtung.

Ich glaube schon, das der kochende Mensch da in etwas gefangen ist, was er so nicht lösen kann. Können wir in der gekochten Welt deshalb keinen Frieden finden, weil Kochen Teil des Problems ist? Ein Angriff auf das Lebendige? Der Mensch in einer Gewaltspirale, in einer geistigen Umnachtung, einer Trunkenheit, die man vielleicht tatsächlich auch als eine Folge der Gefangenschaft im Kochtopf und der daraus folgenden Verzerrung der Sexualität ansehen kann? Denn machen wir uns mal nichts vor: die wenigsten Menschen auf dieser Welt sind glücklich und erfüllt.

Wenn man mal die Veränderungen anschaut, die passieren, wenn die Menschen sich wirklich naturbelassen roh ernähren, dann kann man sich auch ausmalen, was das für die Menschheit als Ganzes bedeuten würde.

Wobei ich die Rohkost alleine nicht als das Allheilmittel sehen würde, aber als ein sehr großes Puzzleteil.

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