Donnerstag

26.04.2018 12:00

Jetzt habe ich den Blog aber etwas schleifen lassen. Aber ich hatte einfach zu viel zu tun, zum Teil halt wirklich bis abends und dann bin ich schön ausgearbeitet ins Bett gefallen. Die Temperaturen sind ja noch nicht so ideal, gerade nachts und deswegen muss ich meine Tomaten und die anderen Pflanzen abends immer reinräumen. Und das sind mittlerweile 32 Kisten!! lol Letztes Jahr haben wir die eine Nacht mal draussen gelassen als es kalt wurde und schon waren sie gelb. Also räume ich die nun jeden abend rein, bzw. stelle sie geschützt und jeden früh raus. Dann entweder ins Gewächshaus, oder wenn die Temperaturen stimmen und es nicht regnet, auch einfach in die Sonne.

Ist ein bisschen Arbeit, aber was will man machen?

Wie gesagt, der April ist immer sehr arbeitsintensiv, weil man eben den Garten erstmal auf Vordermann bringen muss und einiges vorbereitet wird. Das dauert eben etwas. Ist das erledigt, läuft es so nebenher. Dann zupft man mal Unkraut, bewässert mal, wenn es notwendig ist, mulcht und setzt Brennesselbrühe an. Wie gesagt, das geht dann mit deutlich weniger Zeitaufwand.

Wo ich großes Augenmerk drauf lege ist der Kompost. Mittlerweile haben wir vier Komposter, die wir mit dem befüllen, was so an Grünabfällen anfällt oder was meine Nachbarn so an Grünschnitt oder Pferdedung haben. Wichtig ist dabei, dass man nicht zu hoch schichtet, ich finde ein Meter ist vollkommen ausreichend und dass man vor allem beim Grünschnitt aufpasst. Ich hatte einen Komposter schon leergemacht und den reifen Kompost vermischt mit etwas Holzasche für die Beete verwendet. Das, was noch nicht verrottet ist, die oberste Schicht quasi, kommt dann einfach unten rein. Danach bringe ich noch mehrere Lagen verschiedenster Sachen ein. Grünschnitt, Holzhäcksel, Pferdemist, den Inhalt von zwei anderen Kompostern, meine Essensabfälle und dann nochmal Grünschnittund ganz oben als Abschluss eine dünne Schicht Holzhäcksel. Ich achte darauf, dass die Lagen nicht zu dick sind, so dass es nicht anfängt zu schimmeln. Das ist gerade beim Grünschnitt öfters der Fall, wenn man es zu dick aufträgt. Dann wird das Gras heiss und verpappt und fängt an zu schimmeln. Achtet man aber drauf, dass die Sicht nur gut 10cm stark ist, verrottet auch Grasschnitt ganz hervorragend.

Sehr guter, und im Grunde auch der natürlichste Kompost entsteht beim Verrotten von Laub, dass im Herbst anfällt. Früher haben das meine Oldies immer zusammengeharkt und dann irgendwo weggeschmissen. Damit werden aber effektiv Nährstoffe abtransportiert. Jetzt haben wir die vor zwei Jahren (im Grunde vor anderthalb, weil es ja im Herbst anfällt) das erste Mal in den Komposter gegeben und heuer ist es wunderbarer lockerer Humus, den wir dann für das Tomatenzelt verwenden.

Ganz wichtig ist beim Kompost eben, dass er nicht heiss wird. Da achte ich ja sehr drauf. Aber bisher war alles ok. Kaltverrottung quasi.

Wenn der Kompost heiss wird und man die Pflanzen damit düngt, kann es durchaus Störungen im Körper geben. Das kann bis zu Störungen im Gehirn hinauslaufen, wenn erst einmal gewisse Toleranzen abgebrochen wurden. Man ist dann wirklich erstaunt, wie "verseucht" Dinge sein können. Und wie diese ganzen Moleküle ihren Weg aus dem erhitzen Kompost über die Pflanzen zum Menschen finden können. Deswegen achte ich da sehr drauf, dass da nichts heiss wird. Aber mehrere dutzend Stichproben über das Jahr verteilt waren bisher alle negativ. Oder positiv, je nachdem wie man es sieht. :-)

Man muss sich natürlich klar machen, dass es keine unbelasteten Lebensmittel mehr gibt. Nicht in Mitteleuropa. Und auch nicht aus dem Meer. Alle Wildtiere fressen mittlerweile entweder Mais oder Weizen und sind dann mit Pestiziden belastet, alle Fische, Muscheln und Krebstiere sind belastet, entweder mit Schwermetallen oder mit Mikroplastik, nur in unterschiedlichen Dosen. Die großen Prädatoren wie Schwert- und Thunfisch natürlich ungleich höher als die kleineren Fische wie Sardinen. Aber selbst Obst- und Gemüse ist immer auch irgendwo belastet. Entweder durch Kunstdünger, Pestizide, oder zu heissen Kompost, oder durch den Dung von Tieren, die erhitzes Futter bekamen, oder durch die Berührung mit Plastikverpackungen (zum Teil nur zum Transport), oder schlussendlich durch Stoffe, die aus Industrieschornsteinen stammen, Automobilmotoren oder sogar Flugzeugturbinen. Die ETH Zürich konnte ja nachweisen, dass in den Abgasen der Flugzeuge Metalle enthalten sind und auch andere Stoffe emmitiert werden. Na gut, und wenn die oben am Himmel als Abgase ausgebracht werden, müssen die ja auch wieder runter. Die bleiben ja nicht da oben.

Wir leben in einer Welt, in der 99,999% der Individuen der Top-Spezies, der Menschen, ihre Nahrung vor dem Verzehr erhitzen (und das ganz normal finden). Und wenn mittlerweile 7,5 Milliarden (keiner weiß das genau) Individuen ihre Nahrung vor dem Verzehr einmal oder sogar mehrfach erhitzen, dann hat das natürlich Auswirkungen auf die Umwelt und auch auf das Denken der Menschen. Es folgt dann eben auch die Kontamination der Umwelt nicht nur durch die Moleküle, die direkt aus dem Kochprozess stammen, sondern vor allem auch durch Moleküle, die aus der Industrie und anderen Verbrennungsprozessen herrühren. Wir leben in einer "Kochkost"-Welt, die schon lange über den Kochprozess hinaus Moleküle in die Umwelt freisetzt, die aus Erhitzungs- und daraus folgenden Reaktionsprozessen stammen. Dazu gehört eben auch die ganze chemische Industrie, die irgendwelche Stoffe in ihren Fabriken zusammenbraut, die dann, bisher in der Natur vollkommen unbekannt, freigesetzt werden.

Aber natürlich wird auch das Denken der Menschen massiv beeinflusst. Wenn man seine Nahrung erhitzt und man es quasi seit der Muttermilch nicht anders kennt, dann wird auch der erhitzte Kompost als gut angesehen. Oder andere Prozesse, in denen die Erhitzung eine große Rolle spielt und die dann in weiterer Folge zu Stoffen führen, die es bisher so noch nie gab.

Und diese Welt ist mittlerweile bis in die Tiefsee mit den Stoffen aus diesen Umwandlungsprozessen belastet. Die finden sich im direkten Umfeld des Menschen, sei es Plastik und andere Produkte, sie finden sich in der Nahrung, am Himmel, im Wasser, im Boden... und das in enormer Vielzahl. Es finden sich Mikroplastik, PCBs, PAKs, Flammschutzmittel, Schwermetalle, Pestizide, Kunstdünger, Reinigungsmittel, organische Chlorverbindungen ... die Liste ist ja schier endlos, was nicht alles mittlerweile an "Koch"-Molekülen in der Umwelt und im Menschen zu finden sind. 

Also Rohköstler stellt einen das natürlich vor fast unlösbaren Aufgaben. Hier kann nur jeder für sich versuchen, seinen Weg zu finden. Mehr ist gerade nicht drin. Denn selbst wenn ich alles perfekt mache, solange die Flugzeuge Metalle ausstoßen, die sich irgendwann abregnen, wird mein Garten nicht unbelastet bleiben. Und alle Produkte, die ich kaufe, sind immer der Gefahr augesetzt, dass sie entweder nicht wirklich OK (Heisstrocknung, Begasung usw usw..) und / oder belastet sind.

Das wird sich auch nur dann ändern, wenn sich eine ausreichend große Zahl an Menschen wieder so naturbelassen wie möglich ernährt. Da reden wir natürlich realistischerweise von Millionen alleine in Mitteleuropa. Das wäre dann eine entsprechend große Zahl, die dann auch durch Nachfrage und Verhalten entsprechende Änderungen bewirken würde, die quasi eine Art "Entgiftung" einleiten würde. Mit den paar Hanseln, die gerade roh leben, ist da kaum was zu bewirken. So realistisch muss man einfach sein.

Der restlichen 99,9999% leben nicht so und deswegen wird die Kontamination natürlich weiter gehen. Wie innen, so außen.

Es ist eben schon so: wenn ich anfange, mich roh und naturbelassen zu ernähren, dann wirkt sich das auch auf mein Handeln aus. Da wird man, zumindest ich, doch etwas sensibler. Die Verbindung zur Natur wird stärker, ich fahre öfters mit dem Rad oder dem Zug, ich verwende keine künstlichen Dünger, Pestizide oder Herbizide und möchte auch keine Produkte essen, die damit belastet sind (was sich dennoch kaum vermeiden lässt, denn auch im Bioanbau sind entsprechende Mittel zugelassen), ich verwende keine Weichspüler und andere Haushaltschemikalien (sie stinken mir einfach), keine künstlichen Deos usw... klar, ich lebe nicht in einer Holzhütte, aber durch die Ernährungsumstellung hat sich in der Hinsicht viel getan und im Vergleich zu vorher sind das Welten.

Wenn es innen naturbelassener wird, zeigt sich das auch im Außen. In den Beziehungen zu sich selber, zu den Mitmenschen, zur Umwelt, zur Natur. Und wenn das MILLIONEN machen, wandelt es sich eben auch millionenfach. So wie die Masse denkt, fühlt und handelt, so sieht die Welt aus. Ja gut, und da muss man eben ganz schonungslos feststellen, dass das Bewusstsein noch nicht vorhanden ist und es sogar schlimmer gewoden ist in den letzten Jahren.

Alleine bei den Pestiziden wird ja jetzt mehr gespritzt UND die Mittel sind noch giftiger als noch vor 10 Jahren. Zumindest ist das meine Information. Und das ist eben das Ergebnis einer Wachstumswirtschaft. Und die ist im Grunde auf Unbefriedigung zurückzuführen. Es fehlt den Menschen auf breiter Front an tiefgreifender Bedürfniserfüllung. Das geht schon mit der Geburt los und zieht sich durchs ganze Leben. Der Mensch hat fundamentale Bedürfnisse, die aber nicht mehr befreidigt werden. Natürliche Geburt - liebevolle Mütterlichkeit - naturbelassene, hoch genussvolle Ernährung - liebevolle Väterlichkeit - liebevolle Großeltern - liebevolle Gemeinschaft - später Magie - Liebeszauber - erfüllende Sexualität - erfüllende berufliche Tätigkeiten - guter Schlaf - wenig Stress - Kreativität - Neugierde - Lachen - natürliche Spiritualität - natürliches Sterben - Eingebundensein in die Natur und ihre Kreisläufe - ursächliche Heilmethoden. Das fällt mir mal so spontan ein, wie ein tiefgreifend erfülltes Menschenleben aussehen könnte.

Und nun vergleicht man das mit dem, was heute geboten wird. Kaiserschnitt, obwohl es garnicht wirklich notwendig ist - gestresste / verängstige Mütter mit künstlichem Deo unter den Armen, also direkt dort, wo das Kind stillt - Kinderkrippen - Vaterflucht - Burn-out-Konsumgesellschaft - Smartphones - Pornos - Jobs / prekäre Beschäftigung - Schlafstörungen - Alkohol - Drogen - Todeskulte als Religionen - Symptommedizin - Sterbeverbot - Krieg gegen die Natur mit chemischen und biologischen Waffen.

Ein dunkles Zeitalter im Grunde. Kein Wunder, dass die Sonne mit künstlichen Wolken verschleiert wird. Das ist der Ausdruck im Aussen, dass das innere Licht durch eben diese ganzen Probleme auch verdunkelt ist.

Was soll eine Gesellschaft, die fundamentale Bedürfnisse nicht erfüllt bekommt, anderes machen, als dem Wahnsinn zu verfallen?

Das hält ja keine aus und die Folge ist eben eine verrückte / wahnsinnige Welt, die die Menschen depresssiv, wütend, hasserfüllt, destruktiv und lethargisch macht und über die sogar Lieder gesungen wird (sehe gerade, dass der Song dutzende Male gecovert wurde - scheint also ein Bedürfnis zu sein).

Was will ich machen? Ist eben die Welt, in der wir leben.

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