Ein Krisensymptom

25.06.2017 19:49

Zeichen der Krise:

In keinem Bundesstaat der USA sind weniger als 20 Prozent der Erwachsenen adipös, in 21 Bundesstaaten sind es mehr als 30 Prozent, in manchen auch 35 Prozent und mehr. Die letzten Zahlen stammen von 2015. Insgesamt sind mehr als 36 Prozent der Amerikaner fettleibig, da auch bereits 17 Prozent der Jugendlichen und Kinder dazu gehören, 32 Prozent haben Übergewicht. Zwischen 12-19 Jahren liegt der Anteil der Fettleibigen bereits bei mehr als einem Fünftel. Zum Vergleich: In Deutschland sind 23 Prozent der Erwachsenen adipös, bei den 14-17-Jährigen sind es 17 Prozent.

www.heise.de/tp/features/Jugendliche-bewegen-sich-so-wenig-wie-60-Jaehrige-3755184.html

Das ist einfach eine Folge der Kochkostmanipulation in Kombination mit Bewegungsmangel und Konsumsucht. Kochen alleine muss nicht dick machen, wenn man gleichzeitig viel arbeiten muss, oder sich anderweitig bewegt. Aber ohne Bewegung wird man eben mit der Kochkost, wobei man ja garnicht mehr von Kochkost sprechen kann, fett.

Noch ein Problem: ohne Ablenkung in Form von Videospielen, Fernsehen, DVDs würde man ja garnicht so in den Bewegungsmangel kommen. Alleine aus Langeweile würde man sich da ja mal bewegen. So aber kann man stundenlang dahocken, sich vollstopfen und ist dennoch "bestens" unterhalten.

Die Wissenschaftler waren besonders über die Ergebnisse bei den Jungen überrascht. In der Adoleszenz würde das Maß an körperlicher Aktivität "alarmierend niedrig" sein, sagt der Biostatistiker und Mitautor Vadim Zipunnikov. Für Kinder zwischen 5 und 17 Jahren schlägt die WHO mindestens eine Stunde am Tag einer mittleren bis anstrengenden körperlichen Aktivität vor. Die Hälfte der Jungen und Dreiviertel der Mädchen zwischen 12 und 19 Jahren unterbieten dies. Etwas weniger sind es bei den jüngeren Kindern. Der größte Anteil der körperlichen Aktivität bei Schulkindern findet zwischen 14 und 18 Uhr statt. Hier könne man an den Zeitplänen, etwa in den Schulen, etwas verändern, schlägt Zipunnikov vor.

Also ich bin ja als Kind auf dem Fussballplatz groß geworden. Eine Stunde pro Tag? Lächerlich!! Wir waren Stunden Fussball spielen, waren im Winter auf dem zugefrorenen Teich Eishockey spielen und im Sommer im Dorfteich baden. Deswegen waren ich auch recht schlank damals. Und wir haben auch viel Fettes gegessen und haben Fern geschaut. Aber die Schule war eben spätestens um 14.10 Uhr Schluss und dann waren wir spätestens um drei auf dem Fussballplatz bis es dunkel wurde.

In der Pubertät bin ich aber mal fett geworden, so mit 14. Aber mit 15 habe ich mit Kraftsport angefangen und dann eigentlich bis heute immer viel trainiert und Sport getrieben. Unterschiedlichste Sachen, aber ich habe damals eben gemerkt: ohne kräftigende Bewegung schlafft man ab.

Nur bei den 20-Jährigen geht es mit der körperlichen Aktivität nach oben, bevor der Bewegungsmangel ab Mitte 30 wieder zuschlägt. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Zwanzigjährigen mit dem Eintritt in das Arbeitsleben am frühen Morgen noch körperlich aktiver als die Jugendlichen sind. Dann sinkt die Bewegungsaktivität kontinuierlich.

Na gut, in dem Alter wollen viele attraktiv sein und machen doch ab und an Sport. Dann aber werden sie in die Büros gesperrt, wo sie Überstunden leiste müssen und das Ergebnis ist dann der Bewegungsmangel ab Mitte 30. Dann hat man eine Familie, Kinder und keine Zeit mehr. Vieles wird dann mit dem Auto absolviert und schon ist eine Woche rum, in der man vorwiegend sitzend, liegend tätig war.

Ich merke es ja jetzt gerade, wo ich viel Sport treibe und mich im Garten bewege, was das für eine gesunde Sache ist!

Aber ich kann es verstehen, wie es dazu kommt, dass man da nicht mehr ausreichend in Bewegung ist: Bürojob, LKW-Fahrer oder Maschinenführer, dann Fahrt zum Arbeitsplatz, Einkaufen im Auto, Zeit mit den Kindern, Fernsehen, Abendesse, Bett. Tags drauf das Selbe von vorn.

Die Wissenschaftler glauben, dass viele Menschen zwar versuchen würden, anstrengendere körperliche Aktivität in den Tagesablauf einzubauen, während sie zu wenig darauf achten würden, weniger zu sitzen oder mehr leichtere körperliche Aktivität ausüben, was eigentlich die bessere Alternative sei.

Das sehe ich bei meinen Oldies. Die sind Tag ein, Tag aus im Garten und ums Haus in Bewegung. Also da bleibt keine Zeit für übermäßigen Fettansatz.

Nur, wie soll das ein Büromensch machen? Ich habe das ja erlebt, plötzlich merkt man, dass man wieder zwei Stunden steif da saß und auf den Bildschirm geglotzt hat.

Ich hatte dann mal versucht, so jede Stunde fünf Minuten irgendwas zu machen. Springen, Arme kreisen, sowas.. aber das hab ich dann auch nicht durchgehalten.

Wie auch immer: zunehmende Fettleibigkeit ist ein System-Krisensymptom.

Es zeigt an: irgendwas stimmt mit unserem Lebenswandel nicht.

Und es zeigt sich eben, dass der Helmut Wandmaker nicht unrecht hatte, also er schrieb, was alles zu einem gesunden Leben dazugehört. Mal sehen, ob ich es noch zusammenbringe, ansonsten muss ich mal ins Buch schauen:

- Gesunde Rohkost

- sauberes Wasser

- ausreichende Bewegung

- saubere Luft

- gesunde Beziehungen

- erfüllende Tatigkeiten

- reine Gedanken / Meditation

- positives Denken

- liebevolle Gemeinschaften

Wenn man das alles hat und verwirklichen kann, stehen die Chancen wirlich gut, dass man gesund wird, bleibt und auch ein hohes Alter erreicht.

Die Gesellschaft geht ja in Teilen aber genau in die andere Richtung.

Aber wie soll man sonst wissen, was Licht ist, wenn man nicht die Nacht erfahren hat?

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