Ein paar Gedanken zur Wertschöpfung

28.06.2017 22:09

Komme garnicht mehr mit der Pflege meines Blogs hinterher. Gartenarbeit, Aufbau eines neuen Gartenhäuschens (war nicht meine Idee und das Ding halte ich auch für nutzlos), Treffen organisieren, Sport und ab und an mal etwas lesen spannen mich gerade gut ein.

Witzig: ich arbeite jetzt ja eher für mich privat, muss aber sagen, dass ich doch sehr produktiv bin und mit den Produkten auch echte Werte schaffe. Anders als im Job, wo man oft nur beschriebenes Papier produziert hat, oder irgendwelche digitalen Sachen, kommt jetzt am Ende etwas raus, was man nutzen kann. Also echte, reale Werte werden da ja geschaffen.

Das bringt mich zu einer interessanten Erkenntnis, die ich beim Lesen folgenden Beitrages gewonnen habe: www.danisch.de/blog/2017/06/25/muellpresse-wie-kosten-als-jobs-ausgegeben-werden/#more-18188

Folgendes war mir so auch noch nicht klar:

Sind da neue Jobs entstanden?

Nein. Denn die sind ja nicht produktiv, wir haben als Land dadurch ja keinen Mehrwert. Das sind ja solche Bullshit-Jobs, die nicht effektiv was herstellen.

Was gestiegen ist, sind die Kosten. Wir müssen mehr Steuergelder ausgeben, weil wir mehr Aufwand haben, aber nicht mehr Ertrag, nicht mehr geschaffen.

Das ist wirklich mal wert, durchdacht zu werden. Im Endeffekt zählen halt wirklich nur die Werte, die man erschafft. Die Produkte, die man anbaut und essen kann, technische Geräte, die man nutzen kann, Dienstleistungen, die man in Anspruch nehmen kann wie Frisör, Fensterputzer u.a.

Ich breche das immer runter auf eine dörfliche Erzeugergemeinschaft. Da sind also keine neuen Werte, sprich neue Kohlköppe entstanden durch die neuen "Jobs", sondern diejenigen, die Kohlköppe produzieren, müssen nurn mehr von ihrer Produktion abgeben, weil man ja unproduktive Jobs nur mit echten Werten bezahlen kann.

Mein Job als Landschaftsplaner war wohl auch nur ein Bullshitjob, denn im Endeffekt haben wir die Projekte nur teurer gemacht. Mitunter sehr viel teurer.

Natürlich hat das eine gesellschaftspolitische Zweckmäßigkeit, dass man die Natur und ihre Belange in der Umsetzung technischer Projekte entsprechend berücksichtigt, aber genau betrachtet, war es nicht produktiv im Sinne von einer Wertschöpfung. Es sei denn, man nimmt Pläne und Plandarstellungen mit entsprechenden Berichten als Wert an.

Aber nur das, was man nutzen kann, hat auch einen realen Wert. Alles andere macht die Dinge zumeist nur teurer. Und die meisten Jobs sind eben solche Bullshitjobs, die aus dem bezahlt werden müssen, was an echten Werten geschaffen wird.

Man schafft als Landschaftsplaner also wohl nur dann echte Werte, wenn man plant und das auch umsetzt. Dann entsteht ein Mehrwert. Aber Berichte schreiben, die keiner liest, künstlich aufgebläht, ist im Grunde eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Nur wenn am Ende echte Werte stehen, wie der Erhalt von Natur, oder die Wiederherstellung, ist es auch produktiv und erzeugt einen Wert.

Nun bin ich kein Wirtschaftsfachmann, deswegen bin ich da auch am lernen, aber grundsätzlich macht das Zitat oben erstmal Sinn.

Die Bezahlung, die jemand in einem Bullshitjob gekommt, ist ja auch nur etwas wert, wenn man damit einen Zugang zu Waren, also echten nutzbaren Sachen, und Dienstleistungen bekommt.

Eine Planung ist also an sich erstmal wertlos, solange sie nicht umgesetzt wird. Ich kann vieles planen, aber erst wenn am Ende Erbsen, Äpfel, Birnen, Fleisch, Gemüse rauskommt, oder aber auch der Erhalt genetischer Vielfalt, Biodiversität oder eine Straße, ein Bahnhof oder ein Hafen, werden echte Werte geschaffen.

Für viele ist das sicherlich vollkommen klar, aber ich bin, das gebe ich gerne zu, auch auf die "neue Jobs"-Argumentation hereingefallen.

Einer meinte mal, als er seine McDonalds Verpackungen in den Straßengraben warf, dass damit neue Jobs geschaffen werden. Stimmt zwar, aber diese erzeugen keinen Wert, sondern machen nur alles teurer.

Gut, dass man da im Netz immer mal neue Gedanken findet.

Das Problem ist aber, dass wir nur langsam in einen Bereich kommen, wo wir so produktiv sind, dass wir immer weniger Menschen brauchen. Umsatz und Profit, also Zugang zum Tauschmittel Geld hat man abe rnur, wenn man echte Werte, also Waren und Dienstleistungen absetzt.

Und das erklärt auch die Notwendigkeit der Bullshitjobs!

Früher haben 100 Dorfbewohner auf dem Acker gearbeitet und haben 100kg Kohlköppe geeerntet. Heute, durch fortschreitende Innovation, produzieren 3 Leute 500kg Köhlköppe. Das alles wäre kein Problem, wenn es keine Schulden und Zinsen gäbe. Und auch keinen geldbasierten Tauschhandel. Denn denn könnten die 97 überflüssigen nämlich zuhause bleiben und das Leben genießen, oder nur ab und an mal mit einem von den dreien tauschen.

In dem System geht das aber nicht. Deswegen muss man die 97 irgendwie beschäftigen, damit sie Geld verdienen um sich Kohlköppe leisten zu können, was den Erzeugern wiederum Einkommen beschert.

Das Ganze ist also garnicht so einfach zu verstehen und alleine bei der Frage, was Geld ist, gibt es ja einige sehr kontrovers geführte Diskussionen.

Wie dem auch sei.

Im Endeffekt zählen nur die echten Werte. Das was man hat und was man auch nutzen kann.

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