Email an Tegut

08.05.2017 12:00

Ich habe, angeregt auch durch eine rohe Freundin, mal eine Email an Tegut bezüglich der Zigarettenbilder geschrieben.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich darf folgendes anmerken: ich bin beruflich oft in Deutschland unterwegs oder besuche oft Freunde in Thüringen. Ich kaufe dann vermehrt bei Tegut ein, wenn ich mich im Einzugsbereich Ihrer Kette befinde, vornehmlich weil sich hier eine gute Auswahl an Biolebensmittel findet, was ich sehr zu schätzen weiß. Seit einiger Zeit fällt mir aber sehr unangenehm auf, dass bei ihnen in verschiedenen Tegut-Filialen Tabakwaren verkauft werden, die mit schlimmen und schockierenden Bildern versehen sind und zumeist deutlich und frei einsehbar sind. Da macht der Einkauf keine Freude mehr! Vor allem, wenn man mit Kindern einkaufen ist und an der Kasse warten muss. Denn diese Bilder befinden sich direkt in Augenhöhe von Kindern, die im Einkaufswagen sitzen. Hier kann ich gar nicht betonen, wie unangenehm der Einkauf nun wird. Als Nichtraucher möchte ich einfach nicht mit solchen Horrorbildern behelligt werden. Noch möchte ich, dass die Kinder mit so etwas schockiert werden. Wenn ich mich für so was interessiere, recherchiere ich im Internet oder schaue in ein Medizinbuch. Beim Einkauf, zumal auch als Nichtraucher, finde ich es eine Zumutung, an der Kasse zu stehen und Bluthusten, offene Beinen, Löcher im Hals (die Bilder sind ja auf den Tabakdosen BESONDERS groß), oder andere Horrorbilder, die aus meiner Sicht nicht jugendfrei sind, zu sehen.

Ich habe jetzt bis auf Weiteres den Einkauf in ihrer Kette eingestellt, da ich es einfach für sehr unangenehm halte, an der Kasse zu stehen und als Nichtraucher mit Bildern konfrontiert zu werden, die schlichtweg Horror abbilden und normalerweise P18 sind.
Andere Ketten wie Netto haben im Kassenbereich komplett blickdichte Anlagen, so dass man hier noch in Ruhe einkaufen kann. Vielleicht finden Sie auch für Ihre Kette eine äquivalente Lösung. Vielleicht ist der Verkauf von Tabakwaren generell zu überdenken. Der Verkauf von Waren, die solche Krankheiten wie auf den Bildern dargestellt auslösen, ist im Grunde nur schwer mit der Tegut Philosophie, wie sie hier auf ihrer Homepage beschrieben wird (Bio, Regional, LEBENSmittel, Nachhaltigkeit, Fairtraide etc.) vereinbar.

Mit freundlichen Grüßen!
Matthias Brautschek

Es kam auch eine (Standart-) Antwort.

Sehr geehrter Herr Brautschek,

vielen Dank für Ihre E-Mail und den Hinweis zur Platzierung der Zigarettenpackungen im Kassenbereich.
Die Schockbilder sind Bestandteil einer Gesundheitsinitiative der Bundesregierung, um möglichst viele Menschen vom Rauchen abzuhalten.
In einigen Filialen haben wir bereits Zigarettenautomaten eingesetzt. Der Kunde nimmt sich im Kassenbereich eine Karte mit, zahlt diese und zieht sich im Vorkassenbereich seine Zigaretten. In einigen anderen Filialen sind Zigaretten nur an der Kiosk-Kasse erhältlich. In Filialen, in denen Zigaretten an der Kasse angeboten werden, wurden zum Teil bereits höhere Leisten an den Zigarettenregalen angebracht, die die Schockbilder verdecken.

Es ist uns sehr wichtig, dass alle unsere Kunden in einer angenehmen Atmosphäre einkaufen können. Daher wird aktuell nach einer flächendeckenden und für alle Filialen praktikablen Lösung gesucht, die wir nach und nach umsetzen können.

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
xxxxx, Kundenbetreuung

Schreibt einfach auch mal die Leute an. Jeder kann etwas bewirken und steter Tropfen höhlt den Stein!

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