Endlich mal Regen

04.06.2017 11:23

Gestern und vor allem heute hat es mal richtig ausgiebig geregnet. 16mm gab es heute, was natürlich die Wassertanks wieder gut angefüllt hat. Diese Investition hat sich wirklich gelohnt! Wir waren ja runter auf 0 nach der längeren Trockenheit letztens. Jetzt darf es wieder warm werden, denn wir haben noch einige Melonenpflanzen vorgezogen. Wir konnten die noch nicht einpflanzen, weil wir noch keinen Platz hatten. Für Melonen muss es ja schon ein besonderst begünstigter Ort sein, sonst reifen die ja nicht gut aus.

Wir haben dann einen guten Platz gefunden, der das beste Mikroklima aufweist. Das haben wir dann beim Beetevorbereiten auch gemerkt. Das Ergebnis ist, dass ich wohl noch nie so sonnengebräunt war um diese Jahreszeit wie heuer.

Ich frage mich wirklich, wie man auch in Deutschlande einen Vitamin D Mangel erleiden kann. Das geht doch nur, weil man unnatürlich lebt. Statt draußen zu sein und etwas zu machen, sitzt man die Stunden mit der besten Sonnenqualität im Büro oder man verbringt die Zeit in als Angestellter in Werkhallen, Gaststätten, Supermärkten und anderen Innenraum-Arbeitsplätzen. Während die Dachdecker und die Straßenbauer wieder zu viel in der Sonne arbeiten müssen. Vielleicht sollte man das ab und an mal tauschen! lol

Aber man merkt schon, dass Sonne Energie gibt!

Jedenfalls habe ich nun einen Platz für die Melonenbeete (man kann natürlich noch andere wärmeliebenden Sachen anbauen) gefunden. Hier mal eine kleine Fotodokumentation:

1. Einen sonnigen und windgeschützten Platz aussuchen. Südexponiert und mit geschützer Westseite ist ideal. Dann hat man die volle Sonne über viele Stunden und gleichzeitig wird die Wärme nicht durch Wind abtransportiert. An der Grenze zum Nachbargrundstück findet sich bei uns hierfür das beste Mikroklima.


2. Beete abstecken. Es sollen kleine "Hochbeete" werden. Also sie sollen nicht ebenerdig angelegt werden, sondern etwas erhöht sein. Dann hat man eine gute Abgrenzung und das Gras wächst nicht gleich wieder rein.


3. Beete sind in Form gebracht. 19.00 Uhr...Feierabend für heute. Bzw. ab zum Sport! :-)


4. Beete vorbereiten. Dazu habe ich die ganze Erde erstmal spatentief ausgehoben, da sie in diesem Bereich doch arg verdichtet war. Die Erde in den Beeten sollte ja gut belüftet sein, damit die Pflanzen gut gedeihen und auch die Wasserversorgung optimal ist. Also habe ich erstmal alles ausgebuddelt.

5. Und habe den Unterboden aufgelockert.

6. Als erste Schicht kam Holzschnitt hinein.


7. Dann eine Mischung aus halbreifem Kompost, verkompostiertem Pferdemist, Holzasche und Mutterboden. Den Pferdemist habe ich mir hier von der Weide in der Nachbarschaft geholt und die Holzasche vom Osterfeuer.

8. Darauf kam noch eine dünne Schicht Holzschnitzel, den wir noch von den gefällten und geschredderten Birken haben. Holzschnitzel haben ein sehr gutes Kohlenstoff zu Stickstoffverhältnis (C/N Verhältnis) und bilden einen guten Humus mit der Zeit. Davon kann der Pfirsich auch mal profitieren.

9. Als Abschluss dann noch eine Schicht Mutterboden vermischt mit reifem Kompost und Holzasche.

10. Alles schon glatt harken, damit es auch ansprechend aussieht - fertig!

11. Nächster Abschnitt - wieder erstmal alles ausgehoben. Der Boden war ziemlich verdichtet, auch durch die lange Trockenheit. Unser Boden wird dann schlichtweg wie Beton, wenn die Wasserversorgung zu gering ist. Also musste ich da wirklich hart arbeiten, um das in den Griff zu bekommen! Die Wäschepfähle habe ich gleich ins Beet integriert... lol ... kann man sich ja anpassen, oder vielleicht mal etwas hochranken lassen. Schauen wir mal...

12. Nachdem Auflockern des Unterbodens kam wieder eine Schicht Holzschnitt hinein.

13. Darauf kamen die Rasensoden und etwas Mutterboden.


14. Das Ganze wurde mit einer Mischung aus Pferdemist, Kompost und Holzasche angereichert.

14. In diesem Beet habe ich, auch weil der Mutterboden mehr Rasenanteile hatte, die Muttererde gesiebt. Das macht sich ganz gut, da man so gleich Steine und Grobabteile abtrennt und auch den Kompost gut mit der Muttererde mischen kann. Dazu einfach zwei Schippen Kompostgemisch und vier Schippen Muttererde auf das Sieb geben und mit der Schaufel über das Beet verteilen.

15. Als Ergebnis gibt es dann ein perfekt gemischtes Substrat aus Mutterboden, Pferdemist, Kompost und Holzasche ohne Steine, Wurzeln und Grasbatzen. Macht etwas mehr Arbeit,i st aber irgendwie ansprechender. 

16. Darauf kam noch etwas Holzasche und der restliche Mutterboden. Fertig war der zweite Abschnitt!

Es ist natürlich schon so, dass wenn man einmal anfängt, man gleich wieder neue Ideen hat. Ich muss ehrlich sagen, ich hatte selten in meinem Leben so eine geniale Mischung aus Kreativität, körperlicher und geistiger Arbeit, Freizeit und Erfüllung. Mal ganz ohne den finanziellen Aspekt zu betrachten. Jetzt überlege ich, gleich noch ein Beet anzulegen. Wenn man auf Foto 2 schaut, dann sieht man, dass vor dem Pfirsich eine kleine Kante existiert. Wieso diese kleine Kante nicht ausnutzen und ein Beet so anlegen, dass es sich sogar noch etwas zur Sonne hin neigt? Dann hat man da noch mehr Sonne und gleichzeitig den Schutz vor den Westwinden durch den Zaun und den Schuppen des Nachbars. Auch ist die Sonnenscheindauer dort noch etwas höher, da der Zaun sehr viel später am Abend beschattend wirkt.

Es ist schon erstaunlich, wieviele verschiedene Standorte ein Garten bietet und was man daraus alles machen kann. Und wie vielfältig das Mikroklima sein kann, selbst auf so einer kleinen Fläche.

Na schauen wir mal!!

Heute ist ja mal "schlechtes" Wetter und da gönne ich mir auch mal einen schönen Nachmittag auf der Couch! :-)

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