Endlich Regen!

01.06.2015 19:51

Nachdem der Mai ausserordentlich trocken war und so die Pflanzen auch nicht gut gewachsen sind, hat es gestern Nacht und heute mal richtig gut geregnet. Und schon wächst es! Man merkt dann auch mal, wie wichtig eine gute Wasserversorgung und der Regen im Besonderen für die Vegetation ist.

Und man muss sich das mal vorstellen (heute gehört): die Firma Heintz ruft Ketch-up Flaschen zurück, weil sie einige falsch gelabelt haben. In der Knoblauchsauce können sich Spuren von Milcheinweiss und Ei befinden und das steht nicht auf dem Etikett und somit könnte es gefährlich für Allergiker werden. Wer ist noch so fassungslos wie ich? Früher hat der Mensch Elefanten die doppelt so groß waren wie sie selbst gejagt, hat Eis und Kälte überstanden, ist durch Wüsten gewandert und hat die Ozeane überquert. Und heute? Ein falsches Label und die Haut wirft Blasen, die Luftröhre kollabiert und sie werfen die Beine in die Luft. Schöne neue Welt, die solche Bürger trägt. LoL...

Na ja, vielleicht liegt es ja genau an dem Schrott, den sich die Leute jeden Tag wieder reinziehen. 

Bei mir gibt es grade jeden Tag Salat mit Avocado, Gurke und viel Löwenzahn, Dill, Frühlingszwiebeln, Schafgarbe, Pimpinelle, etwas Minze, Thymian und Majoran. Schon extrem lecker! Und genial, wenn man einkaufen geht und nur noch das Allernötigste braucht. Aber klar, es hängt natürlich auch Arbeit dran. Aber ich glaube, dass unsere Gesellschaft zuwenig Augenmerk auf mögliche Krisen legt. Das ist ja wirklich auch interessant: man kriegt gegen jedes und alles eine Versicherung aufgeschwatzt. Könnte ja was passieren. Aber dass es mal eine gesamtgesellschaftliche Krise geben könnte, darüber macht man sich keine Sorgen. Unsere Gesellschaft ist bei genauen Hinsehen unglaublich verletzlich und fragil aufgestellt. Denn sowie es mal eine Krise gibt, werden die ganzen Leute, die jetzt noch das Leben aufrecht erhalten, nach Hause gehen. Um für sich selber zu sorgen. Und dann?

Der Kapitalismus scheint also augrund seiner unglaublichen Produktivität, Arbeitsteilung und Leistungsfähigkeit immer fragilere Gesellschaften zu fördern. Man gewöhnt sich daran, in großen Städten zu wohnen, gibt eine Selbstversorgung zugunsten besser bezahlter und / oder arbeitsintensiverer Jobs auf und verlässt sich auf das System, dass ja für alle gut sorgt, solange eben nichts dazwischenkommt.

Aber ist es nicht grade so, dass man immer auch für den Ernstall gewappnet sein muss? Jede Feuerwehr, jede Polizei, jede Armee, jedes Krankenhaus und was nicht noch alles hat Notallpläne. Die man dann aus der Schublade holt, wenn es doch mal Ernst wird. Das sehe ich gesamtgesellschatlich nicht. Dabei geht es garnicht darum, sich mit apokalyptischen Gedanken rumzuschlagen, sondern wir im Norden mussten immer vorsorgen um harte Zeiten zu überstehen, und jetzt gibt es da ein ziemlich leichtertiges Aufgeben von Verhaltensweisen, die uns bisher gut getan haben. Und die nächste Finanzkrise kommt ganz bestimmt. Das MUSS so sein, da dasnSystem ungehindert weiter läut und himmelschreiende Systemfehler bis heute nicht erkannt, geschweige denn behoben wurden.

Und auch da ist eben der Kapitalismus / Markwirtschaft verantwortlich: "Wir übernehmen das geldgeschäft, ihr die Versorgung und ihr da macht euren Job". Und so wurde nach und nach die Kultur der Selbstversorgung aufgegeben zugunsten einer externen Versorgung. Man muss sich nur anschauen, was für ein Nischendasein solche Vereine wie Dreschpflegel und vergleichbare Institutionen führen, während Baumärkte mit ihren industriell produzierten Hybridsamen und Setzlingen den Markt beherrschen. Dahinter folgen dann die kommerziellen Gärtnereien, die den selben Kram verkaufen (wobei es da ja auch gute und idealistische Leute gibt). So haben wir einen Pfirsich im Garten aus der Gärtnerei, der schon gar nicht mehr ohne Pestizide lebensfähig ist. Und da wir nicht spritzen, ist der schon immer beizeiten von irgendwas befallen. Er hat dafür große, zuckersüsse Früchte. Ganz anders da die robusten strauchförmigen "alten" Pfirsichsorten, die dann aber nur kleine Früchte haben, die darüber hinaus auch noch Bitterstoffe enthalten.

Leider ist heute das ehemals Not-wendige zur Liebelei verkommen.

Ansonsten bin ich immer wieder erstaunt, wie wir uns gegen alles Mögliche absichern, aber hier eine gesunde und das Leben bereichernde Versichung gegen Krisenzeiten vollkommen vernachlässigen.

Aber ist natürlich auch folgerichtig: die Menschen sollen ja so viel es geht einkaufen. Das steigert das BIP. :-D

Und nur darum gehts ja...

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