Ergebnis Bodenproben

17.05.2017 22:51

Vor zwei Wochen haben wir mal zwei Bodenproben zur Anlyse abgegeben. Ein Ökotoxikologischer Verein hat das angeboten und ich wollte schon immer mal wissen, ob das was wir hier machen, auch irgendeinen Nutzen hat oder ob es da zu Mängeln kommt. Gesagt getan, 100€ hingelegt und zwei Säcke Gartenerde abgegeben. Einmal aus dem Gartenteil, dass wir schon lange bewirtschaften und einmal aus dem neueren Teil.

Und ich war von den Ergebnissen positiv überrascht!

Im Grunde ist die einzige Düngung, die wir geben, ja reifer unerhitzter Kompost, Grasschnitt als Mulch, Holzasche und Brennesseljauche. Und das machen wir schon ein paar Jahre so. Alles also sehr ökologisch (Der Begriff ist irreführend, da ALLES in der Natur ökologisch und Ökologie nur eine beschreibende Wissenschaft ist, die nicht wertet, sondern eben nur Ergebnisse liefert. Ob die gut oder schlecht sind, entscheidet man dann auf einer wertenden Ebene, so zum Beispiel im Naturschutz, da ist die Ökologie ja nur das Fundament, aber das nur nebenbei. Also auch die konventionelle Landwirtschaft ist Ökologie im eigentlichen Sinne).

Hier mal die Ergebnisse:

Untersucht wurden pH-Wert, Kalium, Nitratstickstoff, Ammoniumstickstoff und Phosphat.

Garten vorn

Ergebnis

ph = 7,3                                   

Kalium = 59,7 mg K2O /100g Boden

Nitratstickstoff = 18,0 g/m2 Boden

Ammoniumstickstoff = 1,0 g/m2 Boden

Phosphat = 63,8 mg P2O5/100g Boden

Auswertung

pH ...      Sollwert ist 6,5 bis 7,0.

Empfehlung: Es braucht also nicht gekalkt werden. Es ist genug Kalk im Boden.

Kalium ... bis 32mg K2O / 100g Boden sollte man düngen.

Empfehlung: Da der Gehalt an Kalium im untersuchten Boden sehr hoch ist, sollten Sie nicht düngen.

Nitrat- und Ammoniumstickstoff... ab 16g / m² liegt eine Überversorgung vor.

Empfehlung: Aufgrund der durchgeführten Bodenanalyse ist keine Stickstoffdüngung notwendig.

Phosphat ... bis 38 mg P2O5/100g Boden sollte man düngen.

Empfehlung: Bei dem untersuchten Boden ist eine Phosphordüngung nicht erforderlich.

Also im Grunde muss ich da sogar mal zwei oder drei Jahre gar nicht mehr düngen. Sprich vor allem Kompost und Holzasche weglassen. Der Garten ist ja zum Teil sogar überversorgt. Aber gut zu wissen, dass das mit der rein "ökologischen" Versorgung der Pflanzen so gut geklappt hat.

Garten hinten

Ergebnisse

pH = 6,9

Kalium = 20,4 mg K2O/ 100g Boden

Nitratstickstoff = 17,0 g / m² Boden

Ammoniumstickstoff = 1,0 g/m² Boden

Phosphat = 28,2 mg P2O5/ 100g Boden

Auswertung

pH - Empfehlung: Sie sollten ihren Boden mit 250 - 350 g/m² kohlensauren Kalk (CaCO3).

Witzig, dass wollte ich gefühlsmäßig eh schon machen. Während ich das vorn nicht machen wollte, so einfach vom Gefühl her. Wir haben eine gute Quelle für magnesiumreichen Kalk, das werde ich im Herbst mal streuen. Ist ja ganz natürlich aus dem Kalksteinbruch Bernburg.

Kalium: Da der Gehalt im untersuchten Boden sehr niedrig ist, sollten sie entsprechend düngen.

Das ist dann das Ergebnis, wenn man den Boden mit den Jahren aushagert. War ja früher Rasen und da entzieht man ja entsprechend Nährstoffe. Also ich werde da nochmal richtig mit Holzasche rangehen, das ist ja ein prima Kalidünger. Bisher war ich da eher zurückhaltend, aber anscheinend liegt da doch ein Mangel vor, den es auszugleichen gilt.

Nitrat- und Ammoniumstickstoff: Keine Düngung notwendig.

Da gibts nur ab und an mal Brennesseljauche. Vor allem für die Starkzehrer wie Tomaten und Kohlpflanzen.

Phosphat: Gehalt soweit OK, es braucht nur sehr wenig gedüngt werden.

Also man sieht da eindeutige Unterschiede und dass es hinten tatsächlich wieder Nährstoffe braucht, um da wieder einen gut versorgten Boden zu bekommen. Vorne ist er auch so locker, dass man nicht mehr ungraben braucht, während er hinten doch noch mehr Bearbeitung braucht. Das merkt man einfach. Aber vorne haben wir ja auch so angefangen. Schon erstaunlich, wie sich das verbessert hat. Hat die Marie-Luise Kreuter doch recht! Das Buch ist ja irgendwie meine "Bibel".

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Vor allem weiss ich jetzt, dass ich mich bei der Holzasche nicht zurückhalten brauche und da ruhig mal mehr einarbeiten kann. Kompost dito. Geht ja auch, wenn die Kulturen schon wachsen.

Also ich bin froh, dass wir das mal haben untersuchen lassen. Da hat man schon einiges an Klarheit. Vor allem weiss ich jetzt, dass ich mir vorne das Düngen ohne schlechtes Gewissen ruhig mal sparen kann und dass die Umstellung auf "bio" wirklich was gebracht hat.  Auch habe ich auch mehr Kompost für den Garten hinten.

Hat sich also gelohnt, diese Bodenanalyse.

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