Erinnerungen

19.03.2013 20:49

Heute war ich mal pünktlich aus der Arbeit raus, dass Wetter war zwar kühl, aber schön sonnig und ich bin gleich nochmal ne Stunde laufen gewesen. War genial.

Zum Abendessen gab es Sesam, der super genial war. Danach allerlei Gemüse und ein paar Spagetthiealgen. Durch den Sport werden die Instinkte super geschärft und man fühlt sich ja insgesamt besser. Irgendwie merkt man jetzt auch körperlich, dass es Frühling wird. Plözlich erwachen die Lebensgeister wieder. Der Bedarf verändert sich auch wieder. Die fetten Produkte sperren eher und man merkt auch daran, dass der Winter vorbei ist. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich heuer wirklich zwei oder drei Monate Winterruhe oder gar Winterschlaf gehalten! Zeitweise musste ich mich wirklich aus dem Bett quälen! Ach wie gerne wäre ich liegengeblieben, eingekuschelt in meine Decke und hätte vielleicht mal mit einem Auge aus dem Bett gelugt und dann einfach weiter geschlafen. Aber nein.. rausquälen, draussen alles Grau in Grau und ab zur Arbeit. Brrr.. Ich finde das schon interessant, vielleicht liegt hier schon eine Teilanpassung an unsere nördliche Heimat vor. Es ist ja kein Zufall, dass man sich da so fühlt. Früher war ja der Winter immer eine Zeit der Ruhe und Besinnung. Wahrscheinlich spielt da das Sonnenlicht auch eine entscheidende Rolle. Sonnige Winter sind ja viel leichter zu ertragen als lange graue.

Als Kinder waren wir aber immer draussen unterwegs, bei Wind und Wetter. Haben selbst im Winter im Wald Lagerfeuer gemacht und Würstchen gegrillt. Die Jahreszeiten waren unterteilt in Eishockey spielen, Fussballplatz, Badesaison, wieder Fussballplatz und dann wieder Eishockey spielen. Auf dem Nachhauseweg haben wir Birnen aus den Gärten geklaut, auch Kohlrabies, Rosenkohl oder Äpfel. Im Sommer waren wir manchmal im Maisacker unterwegs und wenn wir satt waren, haben wir ne Maiskolbenschlacht gemacht! lol Wenn die Kirschen reif waren, sind wir Kirschenessen gewesen. Manchmal saßen mehr Kinder im Baum als vorher Stare! Und natürlich mussten wir aufpassen, ob der Obstler, als der Pächter kam.

Als Kinder waren wir fast nur draussen unterwegs. Fussballspielen, baden, irgendwo kockeln, Fahradhasche oder irgendwo Lagerfeuer machen. Das war eine schöne Zeit! Vor allem waren wir auch ein Haufen Kinder im selben Alter.

Und zuhause haben wir gegessen, auf was wir Appetit hatten. Auch damals schon galt: nur das was wirklich gut schmeckte! Ok, maches wurde halt aus der "Not" heraus schmeckend gemacht, aber im Endeffekt haben wir auch damals schon nur das gegessen, was am besten schmeckte. Zuhause gab es da auch keine Einschränkungen oder Regeln. Für diese Freiheit beim Essen bin ich bis heute dankbar.

Viele anderen Kinder wurden ja gezwungen, aufzuessen oder mussten was essen, was ihnen nicht schmeckte. Das war bei uns nicht so. Gott sei Dank auch! Im Grunde gabs immer Wunschessen, soweit das möglich war. Sehr gemocht hab ich damals z.B. Bücklinge und da vor allem den Rogen. Und natürlich: Brathähnchen, auch Broiler genannt *gg*! Also selbst da funktionierten die Instinkte ja einigermaßen. Die Produkte waren ja zumal auch recht einfach und erst nach der Wende wurden wir mit dem ganzen Industrie-Kram "verwöhnt", dessen Genuss mir innerhalb weniger Jahre die Neurodermitis verschlimmerte.

Insgesamt muss ich aber sagen, dass wir eine sehr schöne Kindheit hatten. Immer draussen mit den Kumpels, immer frei, zu tun und zu lassen was wir wollten, kaum Beschränkungen. Raus der Schule, Ranzen in die Ecke gefeuert und ab auf den Fussballplatz bis es dunkel wurde. Oft noch länger. Manchmal haben wir gespielt, bis wir absolut nichts mehr gesehen haben. Oder im Sommer angeln gehen. Stunde um Stunde haben wir am Teich gehockt, Stege in den Schilfgürtel gebaut und Sprungbretter und Saltos geübt. Auf dem Fussballplatz haben wir uns die Tore sogar selber zusammengezimmert aus alten Latten, Holunderstämmen und irgendwer hat auch ein Netz aufgetrieben. Weiss der Teufel woher das kam. Am Wochenende hat sich da alles getroffen und es gab legendäre Matches! lol

Vor den Lehrern hatten wir noch Respekt und Kinder aus der Stadt hielten wir für verrückt! :-P Wir sind aufgewachsen mit Hunden, Katzen, Enten, Schweinen, Hühnern und Kanninchen. Haben den Kreislauf des Lebens hautnah erlebt. Hatten alle paar Jahre mal Aprikosen und immer wundervolle Renekloden und Weintrauben. Möhren haben wir gleich aus dem Garten gegessen. Mit dem Taschenmesser den Dreck abgeschabt wie von Opa gelernt.

Das ganze hatte immer was von Tom Swayer und Hucklberry Finn.

Man kann es den Kids von heute nur wünschen, dass sie nicht zu behütet aufwachsen, sonder frühzeitig schon selbständig mit anderen Kinder unterwegs sind, hoffentlich hecken sie viele Dummheiten aus und machen ein Haufen Fehler!

Und wenn sie dann nach Hause kommen, ist hoffentlich der Tisch gedeckt und sie können das futtern, was ihnen am besten schmeckt! Und wenn das dann die wundervolle Rohkost ist, umso besser! :-)

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