Es braucht unbedingt mehr Rohköstler!

18.04.2016 20:51

Sonst wird das nüscht mehr! Man kann keine alte Kulturlandschaft per Gesetz erhalten, oder den Umbau der Landwirtschaft erzwingen, wenn die Menschen in der Mehrzahl hauptsächlich billig verköstigt werden wollen (oder sich so verköstigen müssen, es gibt in Deutschland 16 Millionen Geringverdiener plus Hartzer plus arme Rentern!). 

Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand. - Charles Darwin

Viele Ziele der Landschaftsplanung und des Naturschutzes würden ja von ganz alleine erreicht werden, wenn viel mehr Menschen eine omnivore Rohkost mit Fokus auf lokal erzeugte Produkte machen würden. Dann hätten wir wieder die Fruchtwälder mit hochstämmigen Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Walnüssen. Eingerahmt von Sträuchern mit essbaren Früchten und Haselnüssen, unter denen Tiere gehalten werden könnten. Denn je wilder und naturnaher, desto größer ist der Absatz! Wenn dann darüber hinaus noch Vögel in den Bäumen und Hecken brüten, ja umso besser! Auch würden die Menschen ja das Fleisch, dass auf artenreichen Weiden und Wiesen oder kräuterreichen Trocken- und Halbtrockenrasen erzeugt wurde, bevorzugen. Aber nicht, weil es ein buntes Siegel hat oder sonstwie irgendwie "hipp" wäre, sondern weil das Fleisch einfach am besten schmecken würde, dass auf kräuterreichen Flächen erzeugt wurde! Und das den Körper am meisten kräftigen würde! Es würde somit aus sich selbst heraus eine artenreiche essbare Naturlandschaft entstehen. Die ganzen Naturschützer und Landschaftsplaner wären begeistert! 

Und es würden wohl wieder viel mehr Menschen anfangen, selber Gärten anzulegen, Schafe und Bienen zu halten. Und wieder ihre Tiere auf die Flächen treiben, die jetzt verbuschen und nur mit großem Aufwand erhalten werden können. Die ganzen seltenen Gräser und Kräuter waren doch immer nur Begleiterscheinung der Nutztung. Und deswegen tut sich der Naturschutz auch so schwer, weil er ohne die Nutzung alles selber machen muss. Was nicht zu bewerkstelligen ist. Das führt dann zu solch abstrusen Konstellationen, dass Straßenbauer und andere Projektwerber im Zuge der ökologischen Ausgleichsplanung für ihre Projekte zu Bauern, Förster und Teichwirten werden, weil darüber versucht wird, nutzungsgebundene Naturschutzflächen zu erhalten oder neu zu schaffen.

Oft werden die Flächen dann an Bauern oder Förster mit entsprechenden Auflagen verpachtet. Der nutzt das dann, und wenn man 10 Jahre später wieder hinschaut, steht da Mais drauf. Oder die pflegen die Flächen nur wegen der Kohle (Vertragsnaturschutz). Das was da drauf wächst ist für die Landwirte oft vollkommen wertlos. Das ist absolut absurd! Und reiner Luxus der Industriegesellschaft. Man sollte solche Flächen an Rohköstler verpachten, die dort Schafe so kräuter- und abwechslungsreich wie möglich ernähren wollen. Aber nicht aus Spaß, sondern aus Notwendigkeit!

Freund von mir ist ja Schäfer. Dem rennt der Naturschutz ja die Bude ein, weil die keine anderen mehr haben und die Flächen mit all den schönen Blumen und Gräsern zunehmend verbuschen. 

Und wir mussten auch fünf Laubbäume nachpflanzen, weil wir die Fichten umgelegt haben. Als ich sagte, wir wollen da alte Obstsorten pflanzen, war die Kollegin vom Amt ganz begeistert. Dabei muss man aber auch bedenken, dass ich das ja nicht aus Spass mache! Sondern es als Rohköstler ja von ganz alleine so möchte. Alte Sorten sind schlichtweg verträglicher und weniger süß. Dazu kommt, dass große Bäume auch mehr abwerfen und man das ja, anders als der Getreideesser, dermal zwei Äpfel pro Woche nascht, auch aufißt!

Aber leider gibt es nur eine Hand voll Rohies weit und breit. 

Und deswegen sieht die Welt so aus wie sie aussieht. Sie ist ein Spiegel des Magens und des Geldbeutels der Menschen. Und dazu zähle ich auch Hunger nach Energie und anderen Biorohstoffen, die ja mittlerweile hektarweise angebaut werden und für die auch noch das letzte Stückchen Feuchtwiese umgebuddelt wird, um da Mais drauf zu stellen. 

Guy-Claude ist ja auch auf den Trichter gekommen und möchte Fruchtwälder anlegen. 

Es besteht eine konstante Tendenz allen beseelten Lebens, sich so weit zu vermehren, daß die verfügbare Nahrung nicht ausreicht. - Charles Darwin

Man darf sich auch von dem Argument "Damit kann man nie die ganze Weltbevölkerung ernähren" abschrecken lassen. Die wird man nie ernähren können, solange die Menschen sich nicht über die tierische Unbewusstheit und Tendenz erheben können, sich immer wieder bis zum ökologisch Möglichen zu vermehren. Solange wird sie sich IMMER soweit vermehren, wie es die ökologische Kapazität zulässt und es wird deswegen immer wieder Hungersnöte geben.

Erst wenn man erkennt, dass man sich eben NICHT bis zu dieser Grenze vermehrt, wird der Hunger besiegt werden können. Bisher hat man diese Grenze immer weiter hinausgeschoben. Erst Jäger - und Sammler, dann Ackerbauern und Viehzüchter, dann die Grüne Revolution, Agrochemie, Kunstdünger, gleichzeitig Medizin etc. Und genauso ist die Weltbevölkerung gewachsen.

Der Mensch hat aber gleichzeitig nicht seine innewohnende Tendenz überwunden, sich immer wieder über die neue Grenze hinaus zu vermehren. Erst wenn der Mensch das lernt, wird der Hunger schlagartig aufhören. Dann hat man nämlich viel mehr, als man braucht.

Vor diesem Hintergrund ist das Argument der Veganer, man können ja noch mehr Milliarden mit veganer Ernährung statt machen, vollkommen sinnentleert. Weil das nur wieder eine neue Grenze wäre, die man irgendwann erreichen würde. Und dann?

Nein, wir müssen JETZT das machen, was wir für richtig halten. Das machen die, die die riesigen Flächen bewirtschaften oder die Gentechnik befürworten ja auch!

Und mal ehrlich: ich habe ja bisher nur Flächen, die bisher als reiner Luxus mit Rasen, Ziersträuchern und Nadelbäumen bepflanzt wurden, umgenutzt. Und da gibt es ja noch sehr viele. Da ist also noch ordentlich Potential drin.

Ha! Das ist ja witzig! Höre gerade nebenbei Musik und da singt Graham Nash von Cosby, Stills and Nash: "We can change to world! Yes, we can change the world!"

Botschaften des Universums. Beim Bäumepflanzen habe ich auch irgendein altes Plastikteil ausgegraben. Keine Ahnung, was das mal war und wo das herkam. Darauf stand: "Go On!"

:-D

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