Es tut einfach nur weh.

25.09.2017 21:17

Also ich bin ja eigentlich schwer zu beeindrucken, aber was ich die letzten Tage auf Facebook im Zusammenhang mit der AfD an Kommentaren gelesen habe, hat mich massiv an der mittleren Intelligenz der Bevölkerung zweifeln lassen. Es gibt kaum mal vernünftige, ruhige und sachliche Kommentare, sondern es wird geschimpft, gehetzt, gemobbt, gezetert, dumm dahergelabert und als wäre das alles noch nicht schlimm genug, kommt man sich dabei auch noch schlau, weltoffen und intelligent vor.

Das tut so richtig weh!!

Ich möchte hier mal ein Beispiel bringen:

Meinungsfreiheit gut aber ich möchte niemanden unter meinen Lebensfreunden und FbFreunden wissen der AFD wählt .sowas passt nicht zu mir als selbsternannten Weltbuerger..Ich bin Christ und alle Menschen sind meine Brüder und Schwestern

Ja, also nichts für ungut, aber wie kann man sowas schreiben, ohne auch nur ansatzweise den immensen Widerspruch zu bemerken, der hier auftritt. Und das ist ja nicht der einzige Kommentar, der so abgeht. "Ich bin tolerant, weltoffen und DEMOKRATISCH, deswegen möchte ich alle bitten, die AfD gewählt haben, mich von der Freundesliste bla bla bla..."

Und das tut weh.

Und die Reaktionen, wenn man die Leute auf ihren Stuss aufmerksam macht ist erschreckend. Die sind beleidigt. Eine hat ganz heroisch was geschrieben, ich habs einfach nur gespiegelt und "Ausländer" statt "AfD-Wähler" eingesetzt. War die böse...aber dabei gaaanz spirituell.

Hier kommen wirklich massive Einschränkungen der Selbstreflektion zum Vorschein. Von mangelnder Kenntnis von Orthographie und Grammatik ganz zu schweigen. Wie gesagt, dass muss man ja immer dazu schreiben, ich habe die AfD nicht gewählt, kann aber, einfach weil ich Mensch bin und mich in andere hineinversetzten kann, viele Beweggründe dafür verstehen. Nur, darum geht es heute nicht mehr. Keiner will mehr was verstehen, aber viele wollen sich in ihren Meinungen bestätigt wissen und können mit Gegenrede nichts mehr anfangen.

Ich seh das auch immer bei den Veganern. Seit 15 Jahren habe ich mit denen zu tun, aber alle noch so sachlich ausgearbeitete Argumentation bringt nichts, alle vorgelegten Daten bringen nichts, alle Verweise auf fundierte Literatur bringen nichts, denn die Menschen wollen nicht etwa etwas lernen und verstehen. Nein, sie wollen Recht haben. Sie wollen gut sein. Sie wollen besser sein als die anderen, die Bösen, die Schmuddelkinder, die, die ja noch nicht so weit sind. Und das trifft für die Menschen, die sich nun so gegen diese Partei stemmen auch zu und das treibt dann solche Stilblüten hervor.

Das man nicht mehr verstehen soll, halte ich mittlerweile für einen Schutzmechanismus der Megamaschine. Man setzt zunehmend Meme in die Welt, die ein Verstehen erstmal verunglimpfen sollen. Putinversteher zum Beispiel - hat man früher Berater gehabt, die sich in die Lage des anderen hineinversetzten konnten, die so wussten, wie man jemanden zu nehmen hat, die willens waren, den anderen zu verstehen, so wird diese zutiefst menschliche Eigenschaft und Handlungsweise heute verunglimpft. Etwas oder hier jemanden verstehen zu wollen, ist schlecht.

Das geht aber weiter bis in die Schulen, wo es eben kein Verständnis der Zusammenhänge mehr gibt, sondern eben Bullemielernen. Reinfressen, auskotzen, vergessen. Und dann kommt es eben zu solch einfach nur unfassbaren Resultaten, dass junge Menschen trotz 10 Jahren in der Schule nicht mehr wissen, was 10% von 49€ sind, wie es Harald Lesch in einem seiner Videos vortrug.

Weiter: auch wird die Schreibschrift immer mehr beerdigt. Kinder lernen heute häufig nur noch in Druckbuchstaben zu schreiben. Nur, wenn man Schreibschrift schreibt, lernt man über die Hand (Begreifen), dass es einen inneren Zusammenhang zwischen Einzelaspekten gibt. Und das diese Einzelaspekte zusammen ein sinnvolles Ganzes ergeben. In dem Fall ein Wort. Ich wage mich zu behaupten, dass alle, die Schreibschrift lernen, später höhere Chancen haben, Zusammenhänge zu begreifen.

Und das hört auch bei den Universitäten nicht auf, wo man nun Wissenschaft als anti-feministisch und frauendiskriminierend erachtet, und wo man darüber hinaus noch vieles macht, was dem Verstehen von Zusammenhängen im Wege steht.

Aber nochmal zurück zu den obrigen Kommentaren und Postings, die gerade durch Facebook geistern: man überlegt nicht mehr, was man schreibt, man erkennt die Widersprüche nicht, auch wenn sie einen fast anspringen, und man versteht den anderen nicht mehr. Weil das Verstehen nicht mehr gewollt ist. Und der Grund ist, dass sich das System so vor Veränderung und dem notwendigen Ende schützt.

ALLE, die das System verstehen, wenden sich mit Grausen ab, sehen sie doch die Unmenschlichkeit, die Lüge, den Betrug, die krisenhaften Auswirkungen, die Ausbeutung, die Vergewaltigung der Natur, die Ungerechtigkeit, den massiven Betrug. Volker Pispers hat das ja mehrfach in seinen Kabarettabenden gesagt, was das für ein Schweinesystem ist. Und genau deswegen wird ein Verstehen wollen dikreditiert. Damit die Megamaschine noch weiter läuft. Deswegen werden Dinge verkompliziert, es werden eigene Sprachen erfunden, es weden Sachen so eingerichtet, dass man erst lange braucht, um zu verstehen, was gemeint ist usw...

Macht man die Dinge einfach und unkompliziert, nennt man die Dinge beim Namen, erklärt man es mit einfachen Worten, dann fliegt dieses Lug- und Ausbeutersystem sofort auf. Sofort ist Schluss.

Der Bernd Senf hatte es sich ja extra zur Aufgabe gemacht, anscheinend komplizierte Sachverhalte einfach und verständlich darzulegen. Dafür wurde er ja massiv angefeindet. Nur hat man da den Aufhänger "Orgon" benutzt.

So aber wird nun eine Generation herangezogen, die gut ins System passt und die eben ein Verstehen des Anderen und der Umwelt und der sozialen Wirklichkeit nicht mehr für erstrebenswert hält. Diese Menschen werden einfach zu lenken und zu leiten sein. Man wird ihnen das sagen, was sie zu denken haben und da sie eh nicht wirklich verstehen wollen, wird man sie auch über die sozialen Netzwerke in ihren Ansichten bestätigen und somit entstehen Gruppen, die sich unversöhnlich gegenüber stehen, die man aber so, teile und herrsche, gut kontrollieren kann.

Da hat man dann ein GPS fürs Denken: halten sie sich links, biegen sie in 300m rechts ab.

Die Digitalisierung wird hier enorme Umwälzungen bringen. Und nicht nur zum Guten. Das zeichnet sich ja auch jetzt schon ab.

Nur, wie passt da der Fakt hinein, dass man sogar an den Universitäten Wissenschaft nun als frauendiskriminierend zunichte machen will? Ganz einfach: es braucht anscheinend nicht mehr so viele cleveren Leute, um die Megamaschine am Laufen zu halten. Offensichtlich reichen da 10% Denker und Kreative aus. Den Rest kann man zum Verbrauchs - und Konsumvieh erziehen, das MEINT, er sei intelligent und verständig, dabei aber massiv manipuliert wurde.

Wie kann es anders sein, dass trotz aller sichtbaren und gegenteiligen Erscheinungen der Welt es wieder möglich ist, dass Menschen an eine flache Erde GLAUBEN? Weil sie nicht mehr fähig sind, Dinge zu verstehen und weil sie nicht gelernt haben, ihrer eigenen Erkenntnisfähigkeit zu vertrauen.

Ei jei jei...

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