Fahrradrunde

22.09.2019 15:07

War bis eben mit dem Rad unterwegs. Das Wetter ist ja heute einfach wunderbar und irgendwie hatte ich da Lust. Am Ende ist die Runde sogar weitaus größer geworden, als geplant, aber hat eh gepasst.

Ich habe auch ein paar Fotos gemacht:

1. Die allgegenwärtigen Windkraftanlagen. Die hat man hier ja nun zu Tausenden in die Landschaft gestellt, um dem Klimawandel zu begegnen.

2. Im Grunde ja eigentlich eine gute Sache und ich war ja auch ein Befürworter dieser Technologie. Aber: es fehlte von Anfang an eine Untersuchung, ob, und wenn ja, wie diese Technologie auf die Umwelt wirkt. Man hat das damals hier unter Rot-Grün im Land auch im Zuge eines gewissen Alarmismus durchgezogen und ursprünglich wollte man wohl noch deutlich mehr bauen.

Und jetzt stehen diese Dinger eben in der Landschaft.

Ich hatte gestern noch den Rest des Videos von Bernd Senf zum Thema ORANUR-Experiment, was ich vor zwei Tagen verlinkt hatte, geschaut und da bedauert er auch, dass es in bestimmte Richtungen keine unvoreingenommene Forschung mehr gibt.

Dazu passend hat der Danisch ja seine Sicht auf die Universitäten hier sehr drastisch dargelegt. Es sei alles verlogen, korrupt, inkompetent, ach, er hat da recht deutlich seine Meinung geäussert.

Und hier kommt man wieder an den Punkt, dass man eben keine Klarheit mehr erlangt, sondern es bleibt beim Bauchgefühl, bei einem Verdacht, den man aber mangels Nachforschungen und echter Wissenschaft nicht geklärt bekommt.

Mich macht das extrem unzufrieden.

3. Die Nadelbäume, hier Kiefern, sehen hier insgesamt einfach nur Scheisse aus. Das sind ja alles zumeist Flachwurzler, die dann bei Trockenheit sofort Probleme bekommen. Zumal wenn es eine lange Trockenperiode ist. Dann sind die natürlich auch in ihrer Vitalität eingeschränkt und anfälliger für bestimmte Krankheiten.

Anhand der letzten Jahre muss man ja schon feststellen, dass sich das Klima verändert. Es wird lebensfeindlicher. Sieht man ja an den ganzen Absterbeprozessen. Und natürlich kann man dann auf der Seite von Fridays for Future stehen, die aus meiner Sicht zurecht auch eine Fehlentwicklung, nämlich die Folgen der unersättlichen Konsumgesellschaft, anprangern.

Das ist ja eine schlimme Fehlentwicklung, die sich da abzeichnet. Ich hatte ja selber schon oft Witze gemacht, dass viele SUVs im Grunde nur noch ein Mascheinengewehr auf dem Dach brauchen , um als Schützenpanzerwagen durchzugehen. Nur um mal ein Aspekt des Protestes aufzugreifen.

Aber: ich halte nichts von Verboten und Ächtungen, sondern es muss, damit es nachhaltig ist, aus sich selbst heraus entstehen. Aller Zwang, aller Druck, alle Verbote erzeugen nur, dass sich etwas energetisch aufstaut, dass dann bei erst bester Gelegenheit umso stärker durchbricht.

Nur wenn die Menschen von alleine darauf kommen, dass etwas Murks ist, hat es eine Chance, dass es zu einer dauerhaften Änderung führt. Sieht man ja an sich selber: nur etwas, was aus Einsicht heraus geändert wird, und diese Einsicht kann durchaus das Ergebnis von viel Leiden und Scheitern sein, ist nachhaltig. Verbote ohne Einsicht erzeugen nur Druck, der sich dann irgendwohin, oft destruktiv, entläd. Dann werden ganze Wälder umgehackt, nur damit sich "die Grünen" so richtig ärgern.

Und noch was: mir missfällt auch, dass man bezüglich der ganzen Klimadiskussion nie wirklich gut aufgeklärt wird. Es hat sich da nur ein Lager durchgesetzt, das ist alles. Ich habe gestern mal wieder bei Telepolis einen Artikel und die Kommentare zum Thema gelesen: das ist Krieg. Offener Krieg. Da stehen sich verschiedene Fronten ERBITTERT gegenüber. Das geht bis zu Beleidgungen. Es wird da nicht mehr über die Fakten diskutiert, dass ist längst ein Glaubenskrieg geworden. Und natürlich ist jeder, der das Ganze anzweifelt, ein Nazi.

Auf Nuoviso wurde das hier auch thematisiert. Die lassen da ja auch Klima"kritiker" zu Wort kommen. Ohne aber da selber Stellung zu beziehen.

youtu.be/6IenaaRHw4s?t=78

Im Mainstream ist das mittlerweile kurz vor der Schlägerei angekommen.

Das Problem: ich als Laie muss mich ja auf das verlassen, was andere rausfinden und mir dann sagen, dass dies so ist. Nur: ich fühle mich einfach in Sachen Klimawandel nicht ausreichend informiert. Ich fühle mich gelenkt und man versucht meine Meinung in eine bestimmte Richtung zu bringen, aber wirklich informiert und aufgeklärt fühle ich mich nicht.

Ein Forent hat dann auch was geschrieben, was zu meiner Aussage passte, dass mich das Ganze an die DDR-Maifeiern erinnert. Da hat man ja auch für das Richtige demonstriert. Frieden, Völkerverständigung, Ende des Imperialismus. Gute Sachen! Nur war das eben Staatsdoktrin.

Und ich finde es eben nur noch lächerlich, wenn man da jetzt so macht, als würde die Regierung da nun vor den streikenden Schülern einknicken. Das ist vollkommener Unsinn.

Die machen immer nur das, was das System stabilisiert. Deswegen hat man Griechenland abgewrackt und in ein Protektorat verwandelt. Die durften ja da NICHTS mehr entscheiden und mussten Gesetzesvorlagen erstmal bei der Troika einreichen, bevor die überhaupt ins Parlament kamen. Die gleichen Leute, die heute die AfD als Angriff auf die Demokratie diffamieren, haben selber in Griechenland die Demokratie zur Farce degradiert und in Kiew mit handfesten Faschisten paktiert. Weiß nur keiner mehr.

Hätte man das Richtige in Griechenland gemacht, wären hier die Banken zerbröselt wie trockene Blätter in der Sonne.

Also man muss schon sehr naiv sein, wenn man nun denkt, dass da irgendwie was entschieden wurde, weil Schüler streiken und demonstrieren. Solange etwas nicht in den Kram passt, kann man demonstrieren wie man will. Da muss man dann zumeist richtig rabiat oder in sehr großer Zahl auftreten, damit sich was ändert.

So schnell wie Merkel und Co. "umgefallen" sind und da wieder extra bis in die Nacht um Einigung gerungen haben, während man bei anderen Sachen knallhart blieb, muss man davon ausgehen, dass dieser ganze Klimaprotest, so richtig wie er ja sein mag, wohl irgendwie nur systemstabilisierend wirkt.

4. Die Bruchwiesen

Die gehören zum Landschaftsschutzgebiet "Mittlere Elbe". Das Ganze ist wohl auch ein Biosphärenreservat. Ich bin mir da gerade aber nicht mehr so sicher. Jedenfalls nutzt man diese Wiesen noch, oder man lässt Heckrinder und Wildpferde darauf weiden.

Meine Mutter war gestern zu einer Art Höfe-Fest, wo sich Bauernhöfe vorgestellt hatten im Nachbarort. Das geht gerade so etwas richtung Künstler-Dorf. Und sie hat einen Flyer mitbegracht, dass die da auch das Fleisch der Tiere verkaufen. Also das wäre dann wohl das Naturnaheste, was man bekommen kann.

Schauen wir mal.

5. Wildpferde auf den Bruchwiesen.

Wie in der Savanne. Inklusive Madenhacker. lol

6. Und die Heckrinder.

Die Tiere stehen ganzjähig draussen und werden nur ganz wenig, wenn überhaupt, zugefüttert. Dass die auch verkauft werden, wusste ich bis gestern gar nicht. Aber das werde ich mal ausprobieren. Der Preis schien ganz OK zu sein.

Ja, das war meine sonntägliche Radrunde.

Wieso macht man es nicht öfters? Weils alleine schlichtweg zu langweilig ist. Ich hatte das ja auch in Österreich gesehen, als ich da lebte. Da hatte ich die Berge vor der Haustür und war doch mehr im Internet unterwegs. Die Österreicher haben Arbeit und Privat sehr strikt getrennt und da war man nach der Arbeit oft auf sich alleine gestellt. Ich bin zwar auch öfters mal solo los und das war auch OK, aber mit meinem Kollegen zusammen wars einfach lustiger. Ich glaube auch nicht, dass z.B. Susanne so oft in den Bergen wäre, wenn sie keinen davon begeisterten Mitmenschen hätte. Das macht so einfach mehr Spaß!

Die ganze Internet / Smartphonesucht, die man heute so sieht, ist ja nur da, weil es oft einfach total langweilig ist. OK, als Jugendlicher war man dann Fussballspielen oder Angeln. Aber die Kids sitzen ja heute auch nur vor dem PC und spielen.

Das Leben findet zunehmend online statt, weil das normale Leben langweilig und nicht erfüllend ist.

Ich habe auch beobachtet, dass viele Rohies, ich inklusive, eine Affinität zum Internet haben. Wahrscheinlich ist das wirklich etwas, weil man sich ansonsten langweilt. Aber nicht, weil man nichts zu tun hat, sondern man langweilt sich, weil irgendwas wichtiges fehlt. Vielleicht ist das eine Art Ersatz-Verbundenheit, die man sucht und im realen Leben nicht findet.

Ich habe gemerkt, dass ich, wenn ich gute Gesellschaft habe, kein Internet brauche. Tagelang, wochenlang... brauche ich nicht. Im Gegenteil, das stört nur. Selbst Videos schauen.. stört alles nur.

Aber gut, dass musste ich auch erst lernen. Aber wenn man es einmal hat, dann merkt man, dass es lebendige und offene Gruppen braucht, um zufrieden zu sein. Quasi um von der Droge, welche auch immer das ist, loszukommen. Oder zu einem gesunden Umgang damit zu kommen. Wie es eben in dem Video mit den Ratten und dem Heroin gezeigt wurde. Im Rattenparadies war das Heroin für die uninteressant.

Ich hätte ja nicht erwartet, dass es nun 20 Jahre noch meinem Rohkoststart WENIGER Rohköstler gibt als damals! :-D Ich dachte ja, dass es in 20 Jahren schon eine größere Bewegung ist, wo man in jeder Region coole Leute hat, mit denen man was unternehmen kann. Aber nüscht ist. Ich war ein paarmal in Leipzig zum Potluck, aber das ist dann wieder alles vegan, so richtig macht da auch keiner Rohkost, irgendwann, weil man eben keine Verbindung bekommt (bei Anruf besetzt quasi), fährt man nicht mehr hin. Ich habe das zum Teil schlichtweg vergessen, dass es da noch sowas gab.

Also war es keine Atmosphäre, wo man hingezogen wird, wo man auch energetisch genährt wird. Jedenfalls ich nicht. Und es muss ja den Betreibern selber auch so ergangen sein, denn sie sind ja nun auch nicht mehr roh.

Und weil man diese Erfüllung so wenig findet, zum Teil ja nur einmal im Jahr in Treffort, geht man eben ins Internet. Pseudoverbindung. Oder wie Susanne in die Berge. Raus in die Natur. Oder man hört entsprechende Musik. Oder man geht shoppen.

Burger hat das mal sehr klar umrissen und gesagt:

"Unsere ganze Kultur, wenn wir unsere Kultur richtig durchschauen, ist eigentlich eine Gralssuche. Alles: Kunstwerke, Musik, Kino, Konsum, Drogen. Man probiert, die transzendenten Zustände wiederherzustellen, indem man Drogen nimmt, aber das klappt natürlich nicht! Ein Versuch, das IMP (Anm: er nannte es Instinktives Metapsychisches Programm) wieder herzustellen. Das gelingt natürlich nicht."

Er meinte auch, dass, wenn man nicht erfüllt ist, man dann eben in die Natur geht, gute Musik hört usw, weil das noch am nächsten dran ist an der Erfüllung. Aber es bleibt dennoch immer unvollständig.

Reich hat es ähnlich formuliert:

»Selbst der Traum vom Paradies, in welcher Form auch immer er sich zeigt, ist rational und notwendig. Er erfüllt inmitten einer trostlosen Wirklichkeit die Herzen der Menschen mit einem Abglanz des früheren Leuchtens des Lebens, so wie ein Soldat an vorderster Front Kraft aus einem Pin-up-Girl schöpft, das zwar eine permanente Qual für ihn bedeutet, ihm aber dennoch hilft, seinen Traum vom Leben aufrechtzuerhalten.«

Mir ist aufgefallen, dass man sich immer dort wohl fühlt, wo man irgendwie genährt wird. Wo die Menschen eine Energie kreieren, die nährt. Auf den Treffen hatten wir das oft. Dann geht man wirklich erfüllt und genährt nach Hause. Und man braucht da keine Ablenkungen. Im Gegenteil, jede Störung wie Smartphones und Videoschaue wirken störend.

Aber sowie diese Energie fehlt, wird man wie magisch (!!!) zu den ganzen Pseudoquellen der Erfüllung hingezogen. Musik, Internet, Drogen, Konsum - jeder hat da "sein Land, wo er nach dem Gral sucht". Der eine hockt ständig im Internet und macht da im Grunde NICHTS, der nächste schaut fern oder stundenlang Videos, ein ander geht in die Natur oder in jedes Rockkonzert seiner Lieblingsband. Aber immer ist es eben auch diese Gralssuche.

Tja, so siehts aus.

Und mit Rohkost wird das eben noch klarer alles.

Deswegen finde ich den Maaz auch so wohltuend, der eben Beziehungskultur statt Wachstumskultur fordert. Na ja, das ist doch genau das, was wir brauchen: gute, erfüllende Beziehungen. Etwas was erfüllt und nährt.

Und dazu braucht es eben offene und lebendige Gruppen, wo auch alle mal gut praktizieren.

Jean Marie, der jüngste Sohn vom Burger hat das auch gesagt: für ihn war es genial in einer Gruppe aufzuwachsen. Der hat auch Gemeinschaft über die Rohkost gesetzt, also lieber eine gekochte Gemeinschaft als so rohe Kleinfamilie, aber sah die Rohkost-Gemeinschaft als perfekt an. Weil da eben auch die störenden Moleküle aus der Kochkost wegfallen. Der hat eine Rohkostgemeinschaft ja erlebt und ist in solch einer Struktur aufgewachsen. Fand er super.

Es ist, wie es ist.

Der Maaz hat ja eine gesamtgesellschaftliche Problembehandlung gefordert, weil er eben gesehen hat, wie oft Erfolge, die es im geschützen Rahmen gabt, nach der Rückkehr in die alten Strukturen wieder zunichte gemacht wurden. Deswegen fordert er ja eine Änderung der gesamtgesellschaftlichen Zustände, um eben den Menschen zu ermöglichen, wieder mehr sie selbst zu sein und wieder ein gesünderes, besseres Leben führen zu können.

Was nützt es, wenn der Einzelne mehr zu sich selbst kommt, und dann im Job wieder unter die Räder gerät? Um etwas dauerhaft erfolgreich zu gestalten, muss man dann eben die Arbeitswelt gesamthaft verändern. Und zwar zum Positiven für die Menschen.

Bei der Rohkost ist es ja ähnlich. Wieviele haben schon mit der Rohkost angefangen und sind dann schlussendlich an den gesellschaftlichen Normen und Zwängen gescheitert?

Burger wollte da ja auch die Gesellschaft ändern und hat in Fernsehinterviews auch entsprechend etwas provoziert.

Es braucht aber diesen gesamtgesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Lebendigkeit und Fülle. Und weg von der nimmersatten Konsumgesellschaft.

Im Grunde müsste man dafür auf die Straße gehen.

Eine solche Veränderung der Gesellschaft würde ganz automatisch zur Folge haben, dass die Menschen wieder naturverträglicher und harmonischer leben.

Na ja, schauen wir mal... eine Wende habe ich ja schon erlebt!

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