Fakten zählen

19.08.2017 10:04

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Bio-Ackerbau und ökologische Tierhaltung spielen trotz Zuwächsen gemessen an der gesamten Landwirtschaft in Deutschland weiterhin eine untergeordnete Rolle. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im vergangenen Jahr lediglich fünf Prozent des gesamten Viehbestands ökologisch gehalten. Die ökologisch bewirtschaftete Ackerfläche stieg gegenüber 2013 um neun Prozent auf 478.500 Hektar, wie die Wiesbadener Behörde am Freitag mitteilte. Gemessen am gesamten Ackerland lag der Anteil bei vier Prozent. Auf mehr als der Hälfte wurde Getreide angebaut.

Man muss sich solche Fakten immer mal wieder ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen: wir haben das Jahr 2017. Die Populatiosgrößen vieler Insekten und Vogelarten nimmt auf dramatische Weise immer mehr ab, Glyphosat ist ein systemrelevantes Gift, das breite Anwendung findet, es gibt ein Bienensterben auf breiter Front und die Böden verarmen immer mehr. Und dennoch werden gerade mal 4% der Flächen "ökologisch" (die Bezeichnung ist eigentlich nicht richtig) bewirtschaftet?

Auf was warten die denn?

Man sieht aber auch mal, wie träge der Mensch ist und wie schwer er sich mit (notwendigen) Veränderungen tut.

Aber ich gehe weiter: es ist einfach nicht gewollt. Wenn man sich anschaut, wie schnell man die erneuerbaren Energien aus den Boden gestampft hat, dann sieht man ja, wie schnell man Veränderungen einleiten kann, wenn denn ein politischer Wille vorhanden ist. Bei der Umstellung auf ökologischen Landbau dümpeln die Zahlen aber weiterhin im niedrigen einstelligen Bereich dahin. Und da sprechen wir noch nicht mal von Bioland und Demeterqualitäten.

Man muss schon sagen: wenn es in diesem Tempo weitergeht, holen uns die Probleme schneller ein, als wie wir Lösungen finden.

Und das gilt halt nicht nur für die Landwirtschaft, sondern für viele andere Bereiche auch.

Wie gesagt, noch vor einigen Jahren musste man im Hochsommer die Windschutzscheibe manchmal sogar an der Tankstelle reinigen, weil es die Scheibenwaschanlage garnicht mehr schaffte, so viele Insekten gab es. Heuer bin ich fast 2.000km durch Deutschland und Frankreich gefahren, ohne die Scheibenwaschanlage auch nur einmal benutzen zu müssen.

Wie gesagt: auf was warten die?

Aber man sieht das ja auch in den alternativen Medien: da geht es fast nie um Naturschutz oder ähnliche ökologische Themen, sondern immer nur um Geopolitik, den USA, Rechts gegen Links.

Ich halte das mittlerweile auch für eine Art Degeneration, dass man nicht mehr erkennt, was wichtig ist und wann etwas bedrohliche Ausmaße annimmt. Wie der Typ, der noch Fotos von der ankommenden Welle machen wollte in Thailand, und dann einfach weggespült wurde. Der hat auch nicht erkannt, was da auf ihn zurollt und dass das gefährlich ist. Oder die beiden Typen, die einfach am Tisch hocken geblieben sind, als ein wilder Elefant sich näherte.

Und so sind die Menschen heute immernoch drauf: sehenden Auges wird nicht erkannt, was da passiert. Man sieht es, man hört es, man liest es. Aber die Bedeutung wird nicht mehr begriffen.

Und die Politik? Korrupt und vom Lobbyismus durchsetzt.

Aber auch da: zur kommenden BT-Wahl werden wieder 80% der Wäher die Parteien wählen, die danach gegen die Interessen genau dieser Wähler agieren. 

Ja Freunde, so wird das nüscht!

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