Falsche Ernährung macht dumm

10.04.2016 18:38

Das merkt man immer wieder. Und nicht nur die falsche Ernährung, sondern auch die Bequemlichkeit. Aber bleiben wir mal bei der Ernährung. Was ist eigentlich Intelligenz? Matheaufgaben lösen? Physik beherrschen? Verdrehte Logik verstehen? Ich glaube, dass ist alles eher irrelevant. Natürliche Intelligenz muss als das definiert werden, was das Überleben sichert, was für die nächste Generation segensreich ist, was die Natur erhält und was dem Leben dienlich ist.

Und hier muss man einfach feststellen, dass die Menschheit zunehmend verdummt. Es werden einfachste Zusammenhänge nicht mehr begriffen, es werden Sachen gemacht, die so hanebüchen sind, dass man eigentlich nur noch zu dem Schluss kommen kann, dass die Menschen immer schneller verblöden.

Kleines Beispiel: für viele ist der einzige (!!!) Grund, wieso sie keine Laubbäume pflanzen, sondern lieber standortfremde Koniferen, das anfallende Laub im Herbst. Weil damit haben sie Arbeit. Mit einer Fichte hingegen keine. Also werden, Draht eins kurz geschlossen mit Draht zwei, Koniferen angepflanzt. Die bringen NICHTS, und machen den Boden noch schlecht, aber sie haben halt kein Laub im Herbst (das die auch massenhaft Nadeln abwerfen, geschenkt). Und ich sehe es zuhause, wie lange es dauert, bis da etwas Verständnis für solche Zusammenhänge reift.

Das Gleiche an den Straßen: Obstbäume, die einen vielfältigen Nutzen haben, vom Honig über die Frucht bis zum Holz, von Höhlungen für Tiere ganz zu schweigen, werden zunehmend gerodet, statt dessen kommen Ahorn und andere Bäume hin. Das man den Menschen damit eine kostenlose Versorgung mit frischem Obst entzieht, sieht man nicht. Der einzige Grund, wieso man die nicht nachpflanzt ist: es fallen auch ab und an mal Früchte auf die Straße. Vor diesem Hintergrund werden alle anderen Vorzüge ausgeblendet.

Ich glaube ja sogar, dass viele Paare keine Kinder mehr bekommen, weil die anfangs ab und an mal in die Hose scheissen. Und da man das nicht will...

Und dieses Kurzschlussdenken, diese Unfähigkeit, komplexere Zusammenhänge zu erkennen, verschließt den Blick für schlaue, intelligente Lösungen und das Erschaffen von nachhaltigem Reichtum. Reichtum wie hier beschrieben:

Wenn man sich in der Welt auf das Obst rückbesinnen würde,  könnten wir sehen, wie auf den  Flächen, mit denen durch unsere intensive Landwirtschaft Raubbau getrieben worden war, wieder tausenderlei Arten von Obstbäumen gepflanzt würden, so daß sich im Frühling ein einziger Garten vor uns ausbreitet, voller Blumen und Düfte, und die Bienen könnten uns Berge von Honig liefern ...
G.C.Burger in "Die Rohkosttherapie".

Guy-Claude ist da eine echte Inspiration! Weiter zum Thema Landwirtschaft:

Das wäre also ein richtiger Garten Eden?


Dieses Truggebilde existiert nicht ohne Grund im kollektiven Unbewußten.


Aber die Erträge würden doch nie reichen, um die gesamte Menschheit zu ernähren!
 
Was weiß man wirklich darüber, seien wir doch ehrlich! Genau hat das noch nie jemand ausgerechnet, was auch gar nicht einfach wäre, denn da gibt es eine ganze Reihe von Faktoren zu berücksichtigen. Auf den ersten Blick aber glaube ich, daß wir alle dabei sehr viel gewinnen würden. Besonders auf dem Gebiet der Proteine, wo die größte Gefahr eines Mangels besteht: Man könnte riesige Flächen für die Viehzucht retten, denn man könnte ohne weiteres alle möglichen Tiere unter den Bäumen weiden lassen: Das Gras würde automatisch gemäht, das Fallobst weiterverwertet, der Mist würde ganz automatisch verteilt und die Bäume düngen, die Hühner pickten die Insekten auf, die sich in dem Kot entwickeln; sie würden die Larven und Raupen vernichten und mit ihrer Hilfe köstliche Eier produzieren! Man brauchte keine Kühe mehr zu melken, sondern ließe die Kälber einfach bei der Mutter.


Man wagt gar nicht daran zu denken; es würde unsere gesamte Agroökostruktur völlig umkrempeln...


Gestatten Sie mir jetzt mal eine Gegenfrage: Wohin führen denn diese Strukturen?

Ich glaube nicht, daß sie so ›wirtschaftlich‹ sind, wie immer behauptet wird. Man errechnet sich kurzfristig phantastische Erträge. Aber man vergiftet den Boden mit zweifelhaftem Dünger, man stört ein natürliches Gleichgewicht durch einen absolut reglementierten Anbau, man legt ihn frei, die Erosion tut ein Übriges... Unter dem Vorwand, es sei zu unserem Überleben notwendig, zerstört man den Humus, die unersetzliche Quelle allen pflanzlichen und tierischen Lebens...    

Um dann was zu bekommen: soundso viele Tonnen Brot oder gekochte Kartoffeln pro Quadratkilometer, um noch länger die Gesundheit der Menschenmassen zu ruinieren, die sich in die Städte geflüchtet haben, angewidert von diesem sich wie toll gebärdenden Gewerbe und von dem, was man sich schon kaum noch Erde zu nennen getraut...    

Ein einziger Mann auf seinem Traktor beackert 50 Hektar im Jahr, während 50 Leute ihre Zeit damit zubringen, diesen Traktor in Fabriken herzustellen, ihn zu verzollen, mit Steuern zu belegen, in den Statistiken zu führen. Wir wundern uns über die Landflucht: Die Liebe zum Diesel hat die Liebe zur Erde ersetzt, die Auspuffgeräusche übertönen den Vogelgesang, und die schädlichen Abgase füllen die Lunge...

Wenn sich wenigstens der Geldbeutel füllen würde! Aber selbst das klappt nicht: Geldentwertung, Steuern, Wucherzinsen belasten das Budget. Was also bleibt denn dann von all diesen Mühen und Plagen... Wäre es nicht viel schöner, Bäume zu beschneiden, sich ins Gras zu legen, während man seine Tierherde überwacht...     

Ich habe festgestellt, wie sich in mir und bei allen, die auf ursprüngliche Nahrung umgestiegen sind, ein tiefer Wandel vollzogen hat: Die Liebe zur Frucht läßt die Liebe zur Erde wieder aufleben, man spürt eine ganz neue Ehrfurcht für natürliche Werte; einen Baum zu fällen empfindet man wie eine Verletzung, Bulldozer und Mähdreschmaschinen  werden  zu  wahren  Monstern. Wenn alle Menschen sich der Natur gegenüber wenigstens wieder ein bißchen behutsamer, ein bißchen aufmerksamer verhalten würden, ich glaube, dann brächte man es nicht mehr fertig, unseren Planeten so zu zerstören, wie es gegenwärtig geschieht.


Glauben Sie, daß eine veränderte Ernährungsweise reichen würde, um die Situation zu ändern?


Liebe geht durch den Magen. Die Liebe zur Erde ebenfalls! Man müßte sich schon die Augen zuhalten, um nicht zu sehen, daß das heute gültige System mit seiner Flucht nach vorn, zu immer mehr Wachstum, am Ende nur zu einem Sturz führen kann, der sehr schmerzhaft zu werden droht. Und ich glaube, daß man daran nur dann etwas ändern kann, wenn man den Menschen an seiner Basis ändert. Und die Basis des Menschen ist seine Nahrung, ist sein Instinkt.

Das fett Hervorgehobene kann ich nur aus ganzem Herzen bestätigen. Früher hat mch alles nicht gejuckt, aber mit der Rohkost hat sich tatsächlich ein tiefgreifender Wandel vollzogen.

Aber dass es nicht besser wird ist aber kein rein deutsches Phänomen. So hat mir ein Freund erzählt, dass auch in Peru wunderbare Wildfruchtbäume ungenutzt gerodet werden.

Da die Menschen sich aber zunehmend mit Zuckerhaltigem überlasten, entwickeln sie auch Abneigungen gegen Früchte. Egal ob Äpfel, Feigen oder tropische Wildfrüchte. Und dann kommen die Obstbäume eben weg, weil sie nur noch Arbeit machen. Gleichzeitig wird bei Bedarf eben mal ein Billig-Apfel aus der Massenproduktion gekauft. Und das meine ich damit, dass falsche Ernährung schlichtweg dumm macht. Denn das ist zwar alles logisch und nachvollziehbar, aber eben nicht nachhaltig. Und alles, was nicht nachhaltig ist, ist dumm.

Es ist dumm, seine Lebensgrundlage nicht zu hegen und zu pflegen.

Es ist dumm, sein Geld für Billig-Schrott auszugeben.

Es ist dumm, die alten Kultursorten nicht zu erhalten. 

Genauso ist es dumm, tonnenweise Pestizide auszubringen und das Überleben der Bienen, auch der wilden, zu gefährden.

Ab man begreift es nicht mehr. Man begreift ja bis heute nicht die Zusammenhänge, die Weston Price aufzeigte. Man ist bis in die Unis hinein, das habe ich selber erlebt, nicht mehr fähig, nachhaltig zu denken.

Was passiert, wenn man auf Rohkost umstellt? Nun, man ist wieder über alle Maßen an gesundem, kräftigendem Essen interessiert, an alte Kultursorten, alte Haustierrassen, an Nachhaltigkeit und naturnahmer Landwirtschaft. Und das ist ja wirklich intelligent. Wie Holzer schon sagte, man muss tausend Jahre in die Vergangenheit denken, aber auch tausend Jahre in die Zukunft. Dann würde man sofort merken, dass man so nicht weiterwirtschaften kann.

So wie hier: endlose Ackerschläge, auf denen mit enormen chemischen Einsatz Futter für in fensterlose Ställe eingesperrte Tiere "produziert" werden. Das Ergebnis: kranke Böden, kranke Tiere, kranke Menschen. Und das lehrt man den den Fachhochschulen. Ist DAS intelligent?

Nein, es kann nur als Wendepunkt gelten. Als Talsohle. Als Spiegel der verödeten Seelen der Menschen, die sowas erschaffen haben. 

Und jetzt kommt es drauf an, ob ein Umdenken stattfinden kann. Und so ist das im Leben: in jedem Augenblick steht ALLES auf dem Spiel!

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