Fasten Tag 6

21.06.2013 17:08

So, jetzt gab es die letzten 6 Tage nur Wasser und ab und an Wasser mit grüner Tonerde. Läuft soweit ganz gut, bin aber froh, heute mal ausspannen zu können, nachdem die letzte Woche wieder so stressig war! Montag und Donnerstag dann gleichmal wieder rund um die Uhr gearbeitet. Eigentlich zweimal rum. Ansonsten auch sehr viel Stress in der Arbeit. Aber noch vier Wochen, dann ist Urlaub angesagt. Meine "schriftstellerische" Energie hab ich die letzten Tage etwas bei Facebook verbraten, wo ich beim Udo Pollmer, einem bekannten Ernährungs.. ja was eigentlich (?) ...wissenschaftler ein paar Beiträge schrieb, die ich etwas als Gegengewicht zum dortigen Mainstream sehe. Sven Rohark hat mich da mehr oder weniger hingelost. Ein beherzter Streiter für die Rohkost!

Grundsätzlich wird sich in solchen Diskussionen, wenn man zum Beispiel die Arbeiten von Weston A. Price oder Robert McCarrison verweist, am Ende immer auf die "Unwissenschaftlichkeit" dieser Arbeiten berufen. Selbiges gilt für die dutzenden Zitate von Rohkostärzten. Alles unhaltbare Aussagen und von seriös könne ja keine Rede sein. Es ist tatsächlich fast wie ein Rückzug in einen Schützengraben. Und das letzte Argument wird abgefeuert: diese Aussagen, dass es zwischen Ernährung und Krankheit und Heilung einen Zusammenhang gibt, sind unwissenschaftlich. Robert Anton Wilson nannte das die "Zitadelle der Wissenschaft": "Mit Inquisition meint er von der herrschenden Wissenschaftsliga eingeschliffene Unterdrückungs- und Einschüchterungsverfahren". Nur noch was sich verifizieren und falzifizieren lässt, ist erlaubt. So hat man Jean Seiglanet eben auch deswegen kritisiert, dass seine Studien keinen methodischen Standarts entsprechen (randomisierte Doppelblindstudie), aber Leute, wie will ich eine Studie aufbauen, wo weder der Arzt noch der Patient wissen, dass Rohkost oder Kochkost gegessen wird! Alleine diese Forderung ist absurd!

Was muss man von dieser Wissenschaft halten? Sicherlich folgen diese Arbeiten, auch der ganzen Rohkost-Ärzte keinem vorgegeben Methodenset, aber dennoch waren die Heilerfolge dieser Praktiker mit der Rohkosttherapie sehr beeindruckend. Mich empört es fast etwas, wenn man da saubere Quellen bringt und der Mainstream erkennt das nicht an. Auch hier: wo ist das noch überall der Fall? Was ist noch alles "nicht anerkannt", aber wirksam? Teslas Freie Energie? Gesells Schwundgeldsystem? Auch alles Quatsch, weil nicht anerkannt? Reichs Orgon? Und ist das echter Forschergeist? Ich finde es grade sehr erhellend, mit diesen Menschen zu kommunizieren und ihre Denkweise zu analysieren.

HEUN: "die Behauptung das gekochte Nahrung notwendig und eine mehrjährige (vegetarische) Rohkost nicht zweckmäßig sei, beinhalte im Vorhinein ein Verlassen der streng wissenschaftlichen Neutralität, da im Vorhinein Partei für eine gemischte Kostform ergriffen werde. Wenn es auch tiefere Gründe hat, dass die Mensch seit Jahrtausenden meist von gemischter Kost ernähren, und die Durchschnittsmentalität auch heute noch überwiegend dafür entscheidet, so sei damit noch nicht gesagt, dass die allgemein optimale wäre. Rein wissenschaftlich müsse man noch den Beweis erbringen, dass eine Dauerernährung mit energetisch ausreichender und abwechslungsreicher Rohkost nicht zweckmäßiger wäre."

Das ist ja da Sinn der Sache, diesen Beweis experimentell zu erbringen.

Anscheinend gibt es aber tatsächlich sowas wie eine herrschende Wissenschaft, die darüber herrscht, was richtig und falsch ist. Und die immer mehr unter die Fuchteln der Industrie gerät. Rohkost als Therapeutikum und Ernährungstherapie für viele Krankheiten gehört bis heute nicht dazu, obwohl es Unmengen an Daten gibt, die die Effizenz nahelegen! Und ich seh es ja an mir selber. Es ist ausserordentlich erstaunlich, wie der Mainstream Abweichler erst ignoriert, und wenn sie das nicht mehr können, versucht zu vernichten. Die Erfahrungen von Bernd Senf, einem Berliner Professor für Volkswirtschaftlehre waren ja ähnlich, als er den Zins kritisch betrachtete. Jetzt erweisen sich seine Aussagen als treffender als die seiner damaligen Kollegen. Ich glaube, wir haben es hier wieder mit den Memen zu tun, die sich dort halten wollen und die dann entsprechend ihrer Struktur versuchen, zu überleben. Ist das neu? Keineswegs!

SALOMON 1930: "die zweite Gruppe umfasst die hundertprozentigen Wissenschaftler, die nur in Gesetzen denken, die alles erklären, dann aber alles ablehnen, was nicht in ihr System passt. Das sind die Leute, die von dem Fiasko einseitiger - einseitiger betone ich - naturwissenschaftlicher Forschung der Medizin noch nichts bemerkt haben und die nicht wissen, dass alle Ergebnisse der Medizin nur relativ sind. Diese Leute verknöchern in ihrem System, während um sie herum Neues blüht und spriesst. Diese Leute haben verlernt, sich zu wundern und diese Leute haben vergessen, das Naturwissenschaft in erster Linie "Beobachtung" ist. Deutung ist nicht so wichtig wie Erkennen und Erfassen von Tatsachen. Diese Gruppe von "Naturwissenschaftlern" kann von uns natürlich nicht überzeugt werden, sie übersieht, dass trotz aller wissenscaftlicher Fortschritte noch immer die Empirie die erfolgreichste Lehrmeisterin der Ärzte und der Medizin gewesen sind, selbst dann, wenn grundlegende Erfahrungen nicht aus der Zunft stammten. Diesen Leuten ist, wie gesagt, nicht zu helfen, und ich erwarte auch nicht, dass sie durch den heutigen Tag überzeugt werden"

Damit schlagen sie die Leute, die die Rohkost also auch als Heilnahrung etablierten wollten anscheinend schon über 80 Jahre mit rum. Aber es gibt eben auch die Interessierten und die stillen Leser, die sich vielleicht das ein oder andere annehmen. Dennoch kann man sagen, dass die Rohkosternährung grundsätzlich fast 150 Jahren seit ihren ersten Anfängen nicht über ein Schattendasein hinausgekommen ist. Angefangen bei den Lebensreformern des vergangenen Jahrhunderts über eine Vielzahl von Ärzten ist es heute doch so, dass die Ernährungstherapie und vor allem die Rohkosttherapie die Spielwiese von akademischen Aussenseitern und Laien (im Sinne einer wissenschaftlichen Ausbildung) ist. Während heute noch dem Kranken weiterhin eine ungünstige Kost verabreicht wird, zumeist mit den Worten, Ernährung habe eh keinen Einfluss, wird andererseits die Alternative bekämpft. Ich hab das ja selber einige mal erleben dürfen, wie dieser so wichtige Aspekt keinerlei Beachtung findet. Mit zunehmend fatalen Folgen!

Aber wieso ist es so unglaublich schwer, sich einer Ernährungsumstellung zu öffen? Wieso ist es so schwierig, diese überhaupt mal ins Bewusstsein der Wissenschaft zu bringen? Die Frage der genetischen Anpassung, die Frage nach der Rolle von denaturierten Molekülen und Maillardreaktionen ( AGEs ) im Organismus werden doch immernoch recht stiefmütterlich behandelt.

SEMLER "Auffälligerweise kommt Kritik und Aburteilung der Rohkost als Therapeutikum ausschließlich von Personen, die keine umfangreichen Erfahrungen mit dieser Kostform aufweisen können und auch nicht mit der einschlägigen Literatur vertraut sind. Oft ist in solchen Fällen die Formulierung vorzufinden, dass alternative Kostformen wissenschaftlich nicht belegbar seien und ihre Wirksamkeit "nur" durch Einzelfallberichte gestützt würden. Selbst sorgfältig dokumentierte Heilerfolge, die reichlich vorhanden sind, werden oft pauschal als Placebo-Effekt zugeordnet. Es wird ein Verständnis von Wissenschaft vermittelt, mit welchem das Ignorieren und Aburteilen sämtlicher Therapieerfahrungen, mögen diese auch ein Kollektiv von hunderten positiver Fallberichte umfassen, aufgrund unzureichender und fehlender wissenschaftlicher Begründung als legitim dargestellt wird." (SEMLER2006)

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