Freund oder Feind?

06.09.2017 21:09

So, heute wieder schön zum Sport gewesen. 45 Minuten Krafttraining. Reicht erstmal zum Wiedereinstieg. Vom Lauf gestern habe ich noch guten Muskelkater, aber nicht unangenehm. Man merkt eben, dass man was gemacht hat, und davor längere Zeit nichts.

Ansonsten habe heute für ein Projekt etwas recheriert und dabei das gefunden: www.taz.de/!5126470/

Es geht dabei um den Zusammenhang zwischen Autismus und Ernährung, der ja schon lange diskutiert wird. 

Und so fand man, dass Autismus häufig mit verschiedenen Magen-Darm-Störungen gemeinsam vorkommt, etwa mit chronischer Verstopfung, Reizdarmsyndrom, Lebensmittelunverträglichkeiten oder Fütterstörungen im Säuglingsalter. Obwohl hierbei auch diskutiert wird, ob diese Symptome nicht eher aus den Kommunikationsproblemen zwischen autistischen Kindern und ihren Eltern resultieren.

Detailliertere Studien deckten auf, dass etwa im Dünndarm von Autisten verschiedene Verdauungsenzyme erniedrigt sind, die Permeabilität der Darmwand jedoch erhöht ist. In anderen Arbeiten entdeckte man vermehrt bestimmte Peptide im Urin von Autismus-Patienten, die vermutlich aus dem Abbau von Nahrungseiweiß stammen.

Damit formulierten einige Forscher wie etwa Karl Reichelt, Pädiater an der Universität Oslo, eine neue Hypothese: Die erhöhte Permeabilität der Darmwand macht es möglich, dass sogenannte Opioid-Peptide ins Blut und dann über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn gelangen, wo sie das Opiat- und Neurotransmitter-System beeinflussen sollen.

Manche Autismus-Symptome seien also Folge der Peptide, die bei der unvollständigen Verstoffwechslung von Casein und Gluten anfallen. Reichelt glaubt: "Eine Verbindung zwischen Darm und Gehirn wird immer wahrscheinlicher."

Paul Shattock an der Autism Research Unit in Sunderland, Großbritannien, war der Erste, der den Verzicht auf die Nahrungsproteine Gluten und Casein propagierte. Autisten sollten also bestimmte Getreidesorten wie Weizen, Roggen oder Hafer sowie Milch und Milchprodukte von ihrem Speiseplan streichen.

So weit so gut. Aber jetzt kommt der Hammer! Lasst euch die Argumente mal ganz zart auf der Zunge zergehen:

Während einige Wissenschaftler, etwa auch der Norweger Karl Reichelt, berichten, sie hätten damit in Einzelfällen und in kleinen Studien gute Resultate erzielt, vor allem beim Sozialverhalten der Kinder, sind die meisten Experten skeptisch. Sie raten von solchen Diäten ab. So gibt es bislang nicht genügend gute Studien, die eine Wirkung beweisen, hat ein Cochrane-Review im Jahr 2008 aufgedeckt.

"Eine solche Diät kann ohne positiven Allergietest eindeutig nicht empfohlen werden", meint etwa Bernd Neubauer, Pädiater an der Universität Gießen, in einem Gutachten für den Verband "autismus Deutschland".

Die American Dietetic Association weist zudem darauf hin, dass in manchen Ernährungs-Studien bei den Patienten ein Mangel an lebensnotwendigen Aminosäuren und Knochendichteverluste auftraten. Außerdem sei es schwierig, dieser Diät zu folgen, da viele Grundnahrungsmittel betroffen seien. Zudem sprächen höhere Kosten und mehr Zeitaufwand gegen gluten- und caseinfreie Diäten.

Also mal abgesehen, dass bei einer Mangeldiät tatsächlich bestimmte Stoffe einfach fehlen, und man dann einfach sehen muss, dass man das richtig hinbekommt, so ist es doch kein Argument, etwas Neues zu probieren, nur weil es noch nicht genug Studien gibt (Wo man dann genau DAS probiert! Und vielleicht erst Jahre später irgendwelche Ergebnisse hat!), oder weil "Grundnahrungsmittel" betroffen sind, die, so zeigt ja diese Studie hier, im Grunde ja gar keine Grundnahrungsmittel sind!

Keines der Kinder wählte spontan eine Ernährung mit großen Mengen an Getreide oder Milchprodukten - entgegen der (noch heute gültigen) Lehrmeinung der Ernährungswissenschaft (die Basis der Ernährungspyramide).

Macht euch das klar: da haben Kinder, die man frei wählen ließ, einfach gesagt, also Getreide und Milch mögen wir nicht. Und man lernt da nicht etwa draus, sondern ignoriert das, kritisiert die Ergebnisse und macht einfach weiter. Das erklärt sich eigentlich nur, wenn man versteht, dass eben Getreide und Milch extrem billig produziert werden kann und somit genug Geld für den Konsum der Industrieprodukte übrig bleibt. Und man muss hier auch eine gewisse "politisch gewollte" Ernährungslehre unterstellen.

Aber zurück zum Thema:

Ich finde, das ist der Oberhammer: höhere Kosten und mehr Zeitaufwand sprechen gegen diese Diät.

Ja Freunde. Es macht betroffen. Also wenn das so ist....na dann lieber nichts ausprobieren. Also das sind doch keine Argumente. Macht euch das klar: da sind Kinder durch den billig erzeugten Agrarschrott so krank geworden, dass sie, was auch ein bemerkenswerter Fakt ist, sich buchstäblich von dieser Welt zurückziehen, und dann darf eine mögliche Heildiät nicht mehr kosten und darf auch nicht zeitaufwendiger sein, sonst rät man davon ab.

Ja... Weston Price all over again. Die Zahnärzte wissen ja auch nicht, dass es einen Weston Price gibt und dass man Karies heilen kann. Und diese Price-Diät ist auch teurer und zeitaufwendiger! Also würde man wohl davon auch abraten und und lieber beim drilling, filling and billing (bohren, füllen und abrechnen) bleiben.

Die Leute sollen eben weiter diesen billigst erzeugten Agrarschrott (fr)essen.

Wenn es nicht so tragisch wäre, man könnte lauthals lachen!

Ich glaube, das sind wirklich auch unterbewusste Widerstände gegen etwas, was schon unter der Hülle der Zivilisation lauert. Das neue Leben, das raus will und sich, da es nicht so gelebt wird, Krankheiten sucht, um über diese Symptome zur Geltung zu kommen. Das falsche Leben macht eben immer mehr Menschen krank und bei einigen machtes dann  klick und sie probieren Neues. Das neue Leben kommt dann so zur Geltung. Und dagegen gibt es Widerstände. Wer das Argument Zeitaufwand, Kosten und Grundnahrungsmittel ins Feld führt, zeigt eigentlich, dass er genau diese Widerstände verkörpert. Hier wird das Neue, das Bessere, das GESÜNDERE abgewehrt.

Ich danke dem Hans-Joachim Maaz ja wirklich, dass er diese Einsichten mit den Menschen teilt.

Ich bin ja damals auch durch Krankheiten und Leiden zur Rohkost gekommen und das ist dann eben auch ein besseres, gesünderes Leben als das vorher, dass eben wirklich auch ein falsches Leben war. Und dieses falsche Leben hat mich krank gemacht, ständig hatte ich mit der Kieferhöhle zu tun, und mit der Beschäftigung mit dieser Krankheit führte mich das Leben eben zur Rohkost und siehe da. Plötzlich wird man Teil der Heilung.

Und offensichtlich müssen noch mehr Menschen krank werden, bevor sich etwas ändert. Vielleicht müssen noch mehr Symptome hochpoppen, bevor wir merken, dass auch der Kapitalismus ein "falsches Leben" ist.

Das neue, gesündere Leben wartet schon und sucht sich die Symptome, die es braucht, um darüber zur Geltung zu kommen.

Im Grunde kann man sich zurücklehen und zuschauen. Wenn da nicht die Gefahr bestehen würde, dass sich die Menschen dann irgendwann die Köpfe einschlagen. Auf sowas habe ich ja auch keine Lust...

Lieber zusammen Gärten erschaffen und zusammen rohe, naturbelassene Sachen geniessen! :-)

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