Frohe Ostern! [Nachtrag]

21.04.2019 11:09

Allen meinen Lesern ein frohes Osterfest!

Dazu viel Gesundheit, Schaffenskraft und glückliche Momente.

Für mich bedeutet Glück, wenn es um mich summt und brummt, wenn sich das Leben entfaltet. Natürlich lebt man nicht mehr in einer intakten Natur, die einen mit allem versorgt, was man braucht. Sondern man lebt eben nun in einer Kulturlandschaft. Es hat sich eben so entwickelt. Die Frage ist nur, wie agiere ich da und wie gehe ich da mit dem Leben um? Lasse ich dem Leben Platz? Darf es sich auch mal entfalten? Sich zeigen? Zu Ostern: nach dem Tod im Winter wiederauferstehen und zu voller Pracht sich entwickeln?

Wenn ich im Garten arbeite oder grundsätzlich mal sowas anlege, dann ist das immer auch eine Kulturleistung, die mir als Menschen dienen soll, mein Leben ermöglichen soll. Das heisst, dass ich das "wilde Leben" nicht voll zulassen kann, sonst stände hier bald wieder Wald. Auch nicht schlecht, aber wenig nahrhaft.

Also muss man schauen, wie man einen Kompromiss zwischen Natur und Kultur hinbekommt. Ein Gleichgewicht zwischen dem, was ich benötige und dem, was in diesem Rahmen auch der Natur zugute kommt.

Die Natur zeigt sich hier auf vielfältige Weise: als brütende Vögel, als Asseln, Laufkäfer und Wildbienen, als Löwenzahn, Erdrauch und Klatschmohn, als Regenwurm, als Marder, aber auch in den Kulturpflanzen, die man anbaut und anpflanzt.

Glück bedeutet für mich in dieser Hinsicht eine Harmonie zu erreichen. So dass ich was habe, was ich essen und verwerten kann, aber auch die Natur sein darf.

Das ist garnicht so einfach.

Mäht man den Rasen später, reden schon die Leute: wie siehts denn da aus! Früher war das aber schöner!! Lässt man das Unkraut auf den Wegen stehen, kommen die alten Prägungen meiner Mitstreiter zum Tragen, lässt man einen "Dreckhaufen" in Form von Tot- und Altholz liegen, wird auch gemault. Es ist als ein ständiges Sich-bemühen um diese angestrebte Harmonie.

Im Grunde erschafft der Mensch immer das, was er im Inneren mit sich trägt. Darf das Leben in seinem Inneren wieder mehr strömen und fließen, darf es auch im Außen wieder mehr sein. Lässt man der Vision des Paradieses, die ja irgendwie im kollektiven Unterbewusstsein sehr präsent ist, mehr Raum in sich, erschafft man dies auch im Außen. Und umgekehrt, was gerade vermehrt sichtbar wird: trägt man sich die Hölle, um mal zu Ostern bei der christlichen Mythologie zu bleiben, dann erschafft man das auch in seinem Umfeld. Unterdrückt man das Leben, die Regungen, das Strömen, wie eben von Wilhelm Reich für die westliche Welt formuliert, dann macht man das auch im Außen.

Ergebnis sind dann mit Glyphosat totgespritze Äcker und Menschen, die das als normal und notwendig ansehen.

Der Mensch hat immer auch beides in sich. Es geht hier also auch um das Finden von Harmonie.

Und natürlich hat die Ernährungsweise einen enormen Einfluß: wenn man sich rohköstlich ernährt, dann pflanzt man eben Frucht- und Nussbäume, legt Beete an und nimmt alte Sorten, will lieber gutes Fleisch von Tieren, die auf Wiesen und Weiden standen, statt monotone Getreide- und Maisäcker und Massentierhaltung.

Also habe ich hier auch fleissig Bäume gepflanzt.

1. Unsere Zwetschke (= Blaue Kuchenpflaume). Hat sehr gut geblüht, Bienen waren auch drin. Nun schauen wir mal, was kommt. 2018 hat sie ja fantastisch getragen. Jetzt ist die Frage, ob die Trockenheit da auch Langzeitfolgen hat oder ob sie es gut weggesteckt hat. Wird sie uns dann zeigen.

2. Der Apfel, ich glaube es ist ein Kaiser Wilhelm, bin mir aber jetzt nicht ganz sicher, hat im letzten Jahr schon ein paar Früchte gehabt. Die waren echt gut! Ist ja immer auch etwas ein Glücksspiel, ob die Früchte dann auch wirklich gut sind. Wir haben ja einen Augutsapfel (Klarapel), der einfach nur fantastisch ist, ich habe dann noch einen zweiten gepflanzt und der ist einfach nicht so gut. Also alleine der Name ist noch keine Garantie, dass es auch wirklich gute Bäume sind. Deswegen freue ich mich da, wenn die recht früh mal was ansetzen, so dass man auch schon mal kosten kann.

3. Die große Esche, die direkt auf der Grundstücksgrenze steht, sieht man hier als Schatten. Die Beete dort haben nie wirklich was gebracht. Wir hatten da Grünspargel, meine Mutter hatte den vor Jahren da mal gepflanzt, den haben die Eschenwurzeln dann irgendwann mal Stück für Stück hochgedrückt und im letzten Jahr war dann Schluss mit Spargel. Der ist regelrecht nach oben gewandert.

Na ja, und deswegen, wieder an der Natur orientiert, habe ich da jetzt Himbeeren gepflanzt. Die kommt ja in der Natur auch an Waldrandern und Lichtungen vor. Und Himbeeren kann man eigentlich nie genug haben! :-)

4. Der Gravensteiner. Sehr guter und schmackhafter Apfel. Unten drunter Himbeeren, die sich dorthin ausgebreitet haben und Löwenzahn und andere Wildkräuter. Die dürfen da stehen.

5. Blühender Rosmarin. Den Rest des Beetes will ich demnächst auch noch mit Holzhäcksel mulchen. Das ist dann einfach natürlicher und die nackte Erde wird bedeckt. Wobei das bei uns eh nur kurz ist, denn es fällt ja bald auch wieder Rasenschnitt an und dann wird immer dick gemulcht.

Apropos Rasen: also da lasse ich auch immer Flecken stehen, wo er sich entfalten kann und wo wir nicht mähen, bzw. nur zweimal im Jahr.

6. Ich habe mich ja sehr von Paul Kaiser inspirieren lassen und da dürfen die Wege ja auch mit "Unkraut" bewachsen bleiben. Das ist auch ein Rückzugsort für Regenwürmer. Apropos: da gibts eh viel weniger als üblich. Anscheinend hat die starke und anhaltende Trockenheit 2018 da auch enorme Opfer gefordert.

Den Grünkohl lasse ich im Frühjahr immer aufblühen und dann sollen sich die Bienen dran erfreuen. Wenn das durch ist, kommt er bis auf zwei oder drei Pflanzen für Samen, raus und es kommen Erbsen und Gurken auf die Beete.

Wir haben auch heuer alles Schritt für Schritt hergerichtet. Also nicht erstmal alles vorbereitet und dann alles angesäht / bepflanzt, sondern immer alles erstmal komplett fertig gemacht und dann weiter mit den nächsten Beeten. Das ist besser, weniger stressig und man weiß dann, dass man schonmal was erledigt hat. Auch können dann die Beete, die dann erst im Mai für Tomaten, Gurken, Paprika und anderen frostempflindlichen Pflanzen vorgesehen sind, noch so bleiben, wie sie sind. Warum die schon anrühren? Wenn man Pech hat, macht man sie dann zweimal...

Ich habe gestern auf so einem kleinen Beet sechs Laufkäferarten gefunden. Schon faszinierend. An einem Holzhaufen im letzten Jahr mal einen Bockkäfer. Also mit solchen relativ kleinen Maßnahmen erhöht man schlichtweg die Biodiversität im Garten.

Ich habe mir auch überlegt, einfach auch mal ein Beet brach liegen zu lassen. So rotierend jedes Jahr ein Beet einfach in Ruhe lassen, so dass es ein Rückzugsraum für Gartenbewohner ist.

Und wie schon geschrieben, bleiben die Wege auch wie sie sind. Einfach nur bei Bedarf regulierend eingreifen. Sprich wenn es sich zu sehr in die Beete ausbreitet oder einfach auch zu hoch wird.

7. Auch hier zeigt sich das Prinzip "Harmonie". In der Vergangenheit, als ich noch nicht die Verantwortung übernommen hatte, wurde an den Bäumen zu viel rumgeschnippelt. Jetzt habe ich das mal sein lassen und nur das rausgenommen, was wirklich notwendig war. also was nach innen wächst oder wo sich die Äste gegenseitig ins Gehege kommen. Ergebnis: viele Blühten, guter Ertrag.

8. Hier habe ich auch gesagt: so, jetzt mal Hände weg! Nur das schneiden, was wirklich sein muss. Und siehe da, ein Blütenmeer und gute Erträge.

9. Und darunter Himbeeren und ein Beet, wo die Natur mal Natur sein darf. Das sind nur kleine "Dreckecken", aber es reicht schon aus, dass sich dort was entwickelt und erhält. Kein Wolf, kein Bär und kein Hirsch, aber Laufkäfer, Erdbienen, Regenwürmer.

10. Ich musste hier auch vieles auch erst lernen und über Versuch und Irrtum herausfinden, wie es funktioniert. Dieser Baum hat sehr leckere Früchte. Er hat nur nie viel getragen. OK, 2018 wars schon genial, aber fast nur oben in der Krone. Es wurde auch immer nur dran rumgeschnitten. Nicht von mir, saber ich habe immer gehört: Das muss man machen, sonst hats keine Blüten... und dann habe ich da im letzten Jahr auch was verschnitten, wie gesagt, das müsse man ja machen. Nur oben bin ich nicht rangekommen.

Tja...Noch Fragen?

Einfach die Natur mal machen lassen und nur regulierend eingreifen. Es sind ja Kultursorten, sprich man muss da schon auch hinschauen. Aber man kann es schlichtweg auch falsch machen und dann ärgert man sich, oder meint, der hat noch nie viel getragen.

Aber so langsam wirds...

10. Die nächste Generation. Tomaten, Physalis, Yacon und Paprikas / Pepperoni. Schauen wir mal. Ich stelle die Wasserkannen immer erstmal etwas ins Gewächshaus, da wird es schön warm und man schockt die Pflanzen nicht mit Eiswasser aus den Wassertanks oder der Leitung. Die Nächte sind ja noch kühl.

Nur das Beste für die Babys! :-D

11. also aus dem Baum werde ich auch nicht mehr schlau. Ein Jakob Lebel. Sehr gute Früchte, aber irgendwie kommt der nicht aus der Hüfte. Im Grunde seit 2 Jahren nur so ein Stock. Nur wenig Holzaufbau. Na ja.. es ist immer auch ein Glücksspiel irgendwo und man weiß nie so recht, was man bekommt.

12. Und Vorbereitung fürs Frühjahr 2020:

Im Tomatenzelt lasse ich die Vogelmiere wachsen und aussamen. Mit dem Ergebnis, dass ich dann im Herbst und im Frühjahr wieder frische Vogelmiere in Massen dort habe, im Sommer dann Tomaten. Tomaten kommen dann eh erst Mitte Mai raus und bis dahin ist das Tomatenzelt auch entsprechend vorbereitet.

Die alten Chinesen waren wirklich schlau. Bei denen war Harmonie ja ganz wichtig. Also der Ausgleich zwischen den Extremen, wenn man so will. Die haben darauf geachtet, dass sich auch die Architektur in die Harmonie der Landschaft einfügt. Und ich finde das auch erstrebenswert, Harmonie zwischen der wilden Natur und quasi einem Kunstrasen zu finden.

Na schauen wir, wenn sich das alles mal richtig bewachsen hat...

Ich habe ja noch einiges vor! lol

[Nachtrag]

Der ist mir gerade noch vor die Linse geflogen:

Die Flügel waren noch ganz knitterig. Scheinbar kürzlich geschlüpft. Bin mir aber nicht sicher. Muss mal schauen, was es für einer ist. Auf den ersten Blick ein Schwalbenschwanz, aber da fehlen die Anhänge unten an den Flügeln. Aber vielleicht entfalten die sich noch...

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