Gemüse

08.01.2020 19:01

Erstaunlich, wie der Instinkt funktioniert!

Ich habe ja bis letzten Freiag wieder acht Tage rein karnivor gelebt und das war auch echt genial. Aber dann hatte ich Samstag mal wieder Lust auf was anderes und mir kam Ananas in den Sinn. Warum? Keine Ahnung. Ich habe aber gelernt, auf solche Impulse zu achten und so bin ich los und habe mir eine Ananas gekauft. Und es war auch ein Hochgenuss!

Und so gab es dann über das verlängerte Wochenende wieder eine gemischte omnivore Rohkost. Als nicht nur fettes Fleisch, sondern auch mal Haselnüsse, Algen und ein paar Früchte wie Ananas, Grantapfel und Orangen. Bis auf die Ananas alles in Bio-Qualität.

Vorgestern, also am Montag, der hier ein Feiertag war, hatte ich dann eine immense Lust auf Gemüse, ich glaube, ich habe sogar davon geträumt. Ich hatte Lust, mir einen gigantischen Salat zu machen. Irgendwie hatte ich aber kein Lust auf Wurzelgemüse, eher auf was anderes... Also war gestern nochmal in der Stadt und habe dort zwei Porreestangen und ein paar Fenchelknollen in Bio-Qualität gefunden ... und was soll ich sagen? Eine Stange Porree und den Fenchel habe ich gleich im Auto aufgefressen! lol Die waren so gut!!

Und heute gabs vor dem Sport etwas Ananas und nach dem Sport dann mal wieder eine große Portion frische Schwarzwurzel, Pastinaken, Möhren und Yacon. Was für ein Gedicht! Gemüse wirkt schon irgendwie ausgleichend und kann extrem befiriedigend sein! Aber man merkt schon die Qualitätsunterschiede zwischen Bio und eigenem Anbau. Das ist schon nochmal was ganz anderes. Da Gemüse aber auch sehr appetitanregend ist, hält es nicht lange vor, sondern es braucht dann schon noch was anderes.

Jetzt freue ich mich schon langsam wieder aufs neue Gartenjahr. Am Mitte Februar geht das ja so gaaanz langsam los.

Tja.. wenn ich nur übers Essen schreiben wollte, wäre der Blog recht langweilig. Im Grunde esse ich das, worauf ich Lust habe. Ich probiere aber auch gerne immer mal was Neues aus, wie eben mal mehrere Monate Low-Carb, oder mal karnivor, oder mal vegan im Sommer, oder mal nur Fisch als Proteinquelle oder mal viele Früchte, wie in Costa Rica. So bleibt die Rohkost auch irgendwie interessant und man hat ein umfassenderes Wissen und ein umfassenderes Körpergefühl. Da ich auch gerne zum Sport gehe und auch gerne körperlich arbeite, sehe ich auch, wie sich da die Ernährung auswirkt.

Insgesamt war ich damals schon erstaunt, dass Früchte doch große Probleme machen können und bei mir auch irgendwie Darmprobleme hervorrufen. Deswegen ja die damaligen Low-Carb-Phasen mit zum Teil null Früchten. Da hat ja der Instinkt das Ruder übernommen. Da gabs nicht mal Oliven und Avocados. Und das tat damals eben gut. Selbst als ich in Costa Rica war, habe ich drei Monate Low-Carb gemacht. War auch nett, da gabs aber dann viele Avocados. Die hatten ja da gute aus Mexico. Und dann eben viel einheimisches Rindfleisch. Aus Costa Rica vermisse ich ab und zu eigentlich nur die Corosol, also den Sauersack, und die Brotbaumfrucht. Das war damals beides schon richtig gut ...na mal sehen, vielleicht komme ich ja mal wieder nach Costa Rica irgendwann.. warum nicht...wieder mit dem Schiff, aber dann mit ein paar Leuten. Sternenhimmel schauen auf dem Atlantik! :-)

Na ja, ich höre da gerade so Chill-Out Musik nebenher und da kommt gleich so ein bisschen Tropenfeeling auf... :-)

Ich fand die Idee vom Michael ja auch nett, dass man quasi wie die Stare irgendwo einfällt, wenn da die Früchte reif sind. Also so rumziehen im Jahresverlauf. Überwintern in Andalusien, Ende März wieder rauf, dann Anfang November wieder runter. Wäre wahrscheinlich sogar ein recht natürlicher Rhythmus.

So dauernd an einer Stelle hocken, ist ja auch irgendwie unnatürlich...

Man würde dann einfach den Kranichen folgen. Wenn die sich aufmachen, geht man mit nach Spanien und im Frühling wieder retour.

Die Frage ist eben wirklich, was ein natürliches Verhalten beim Menschen ist... Sesshaftigkeit ist es ja nicht. Der Mensch kann eigentlich nicht irgendwo ruhig hocken. Selbst sesshafte Menschen haben sofort das Auto für sich entdeckt und sind, sowie es das Leben erlaubte, irgendwo in den Urlaub gefahren. Nur auf der eigene Scholle zu hocken ist eigentlich eine sehr neue Erfindung. Und sowie es möglich war, hat man das auch wieder aufgegeben und es den paar Bauern überlassen, die das jetzt noch machen.

Der Rest ist sofort wieder irgendwie in den Wandermodus verfallen. Urlaub, Reisen, Besuche, Sabbaticals, Ausflüge, Kurztrips .. sowie das irgendwie wieder möglich war, gings los. Habe ich ja auch viel gemacht und liebe es bis heute, zu reisen...

Bis Südspanien ist wahrscheinlich niemand gewandert, dazu bräuchte man laut Google Maps immerhin 508 Stunden. Also knapp zwei Monate, wenn man jeden Tag 8 Stunden wandert, was wohl mit Frauen, Kinder und Alte eher unwahrscheinlich war.Was zum Essen musste man ja nebenher auch noch finden. Aber bis nach Südfrankreich und Kroatien ist es ja nur die Hälfte, also in gut vier Wochen zu schaffen. Ok, aber da muss man über die Alpen drüber.. also auch eher beschwerlich.

Die Frage ist wirklich, welche Wanderbewegungen es damals gab, als die Menschen noch nomadisch lebten.

Hat man da hier in Höhlen überwintert? Oder zog man nach Süden? Oder ans Meer? Robben fangen? Wird wahrscheinlich immer ein Geheimnis bleiben.

Das der Mensch von Natur aus ein Wanderer und Nomade ist, liegt aber auf der Hand...

Na ja...

Überrascht war ich auch, wie zufrieden und genährt ich mich mit reiner karnivorer Ernährung gefühlt habe. Das war auch positiv für den Muskelaufbau, aber die Lust aufs Laufen ließ nach und verschwand dann. Aber so phasenweise einfach top!

Auf Salate habe ich keine Lust mehr, ich weiß garnicht, wann ich den letzten gegessen habe, also wann die letzte gemischte Mahlzeit war. Ist schon wieder ein paar Monate her. Seitdem ja alles mono und da zieht einem der Instinkt eben, wenn man wirklich mal ehrlich ist, eben zu der Jahreszeit zu fetten Fisch und vor allem fettes Fleisch. Und ich habe mich einfach auch mal getraut, das auszuprobieren.

Salate waren auch Ok, war ebern erstmal irgendwie eine Strategie, um mit dem neuen Garten und den ganzen Produkten klarzukommen. Jetzt, mit mehr Erfahrung, kann man das mehr Richtung "Instinkt" lenken und das anbauen, was eben auch erfahrungsgemäß in den entsprechenden Mengen gegessen wird. Also lieber mehr Tomaten als Kohl, lieber süße Möhren als Lagermöhren, lieber Blumenkohl und viele Kohlrabies statt Wirsing und Rotkohl.

Also das pendelt sich jetzt mit etwas Erfahrung auch nach und nach ein. Jetzt weiß man ja schonmal, was man so verzehrt...

So, hab Lust auf Haselnüsse!

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