Goseck

10.11.2019 19:13

Heute gabs wieder einen netten Ausflug. Diesmal ging es über Land und über die Dörfer nach Freyburg und dann nach Goseck, dem zweiten großen vorgeschichtlichen Sonnenobservatorium hier in Sachsen-Anhalt. Und wie immer gibts viele Fotos.

1. Auf dem Weg gings an Bernburg vorbei und ich habe gleichmal ein Foto gemacht. Ist eh eine nette Stadt.

2. Rothenburg an der Saale.

3. Freyburg an der Unstrut.

Weinstrasse Unstrut.jpg
Von Denkhenk - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Dazu muss man folgendes wissen:

Die Saale-Unstrut-Region ist eine Region in Mitteldeutschland, die sich entlang der Flüsse Saale und Unstrut erstreckt und in der sich das nördlichste Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands befindet. Landschaften mit Weinbergen, Steilterrassen, jahrhundertealten Trockenmauern, Weinbergshäuschen und Flusstälern prägen das rund 760 Hektar große Weinbaugebiet Saale-Unstrut, in dem seit über 1000 Jahren Weinbau betrieben wird. Die Weinanbauregion liegt heute in den Bundesländern Sachsen-Anhalt (639 ha) und Thüringen (108 ha).

(...)

Das Land um Saale und Unstrut ist berühmt für seine Burgen, Schlösser und Kirchen. Die Südroute der Straße der Romanik führt durch die Region. Die touristische Vermarktung erfolgt über den Saale-Unstrut-Tourismus e. V.

Der Naumburger Dom gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der Spätromanik in Sachsen-Anhalt, ist eine Station an der Straße der Romanik und seit 2018 UNESCO-Weltkulturerbe.

de.wikipedia.org/wiki/Saale-Unstrut-Region

3.1 Weinanbau um Freyburg.

3.2 Denkmal Turnvater Jahn in Freyburg.

3.3 Die Neuenburg mit Burgfried "Dicker Wilhelm" (links).

3.3 Marienkirche

Freyburg ist ein sehr schönes Städtchen mit schöner Altstadt, nettem Mark und insgesamt schönem Ambiente. Aus Freyburg kommt auch der Rotkäppchensekt. Na ja, für Rohies nicht so interessant, aber nett zu wissen. Wir sind nur durchgefahren, ich habe ein paar Fotos gemacht. Ist aber vorgemerkt, da im kommenden Jahr mal im Sommer hinzufahren und sich alles nochmal genauer anzuschauen.

4. ... und weiter gings nach Goseck.

4.1 Sonnenobservatorium Goseck.

Goseck ist zwar auf den ersten Blick nicht so beeindruckend wie Pömmelte, aber es ist sage und schreibe 7.000 Jahre alt!

Die während des Mittelneolithikums vor etwa 6900 Jahren errichtete Anlage wird der Kultur der Stichbandkeramik zugeordnet. Die Kreisgrabenanlage von Goseck wurde von einigen Archäologen als das älteste Sonnenobservatorium der Welt bezeichnet.

Pömmelte hat man ja erst 2.000 Jahre später errichtet. Im Grunde ist das alles unglaublich und ich würde wirklich mal gerne mit einer Zeitmaschine zurückreisen und schauen, wie das alles damals vonstatten gegangen ist.

Faszinierend!

Und da stehts!

4.2 Schloss Goseck.

Da gabs Kaffee und Kuchen für meine beiden Oldies und Livemusik für mich. :-D

Im Grunde haben wir das nur zufällig entdeckt. Ziel war das Sonnenobservatorium. Dass es da auch noch ein weiteres Ausflugsziel gab, umso besser.

Die Kirche muss früher mal sehr viel heller gewesen sein. Ist mir in Provins in Frankreich auch aufgefallen, dass viele ehemalige Fenster und Türen zugemauert wurden, so dass es drinnen auch dunkler und muffiger wurde. Man sieht ja noch die ehemaligen Fenster- und Torbögen.

Das ist ein Ginko!

Wenn ich das Geld hätte, würde ich so ein Ding kaufen und zu einem Rohkostzentrum ausbauen. Ich finde Schlösser und Burgen faszinierend. Vor allem vom Ambiente her. Und es wäre für Rohies ja nur standesgemäß, oder? :-D

5. Blick nach Weißenfels.

Und so war der Tag heute auch erfüllt mit neuen Eindrücken und wir haben wieder etwas über unsere Heimat hier gelernt. Vor allem, wenn man über die Dörfer fährt, entdeckt man immer wieder was Neues und Interessantes.

So, Feierabend!

Dazu passend:

Wo wurde die älteste figürliche Kunst der Menscheit gefunden? Wo die ältesten Musikinstrumente? Die älteste figürliche Darstellung des menschlichen Körpers? Wo die ältesten Speere? Die Antwort wird viele überraschen, denn wir sind es gewohnt, beim Thema Archäologie auf die gemauerten Ruinen der frühen Zivilisationen an Euphrat, Nil etc. zu blicken. So werden einige Perlen hierzulande übersehen. Die erstaunlichen Artefakte, die von Archäologen renommierter deutscher Universitäten in den letzten zwei, drei Jahrzehnten geborgen wurden, schieben den Zeithorizont menschlichen Daseins weit zurück. Denkgebäude des 19. Jahrhunderts wie Evolutionstheorie und Anthropologie bis zu modernen Mythen wie die Out-of-Africa-Theorie müssen angesichts des hohen Alters echter Artefakte in Frage gestellt werden. Wie Graham Hancock zu sagen pflegt: "Stuff just keeps getting older..."

Und DAS ist wirklich der Hammer. Und wieder Deutschland:

Der aufrechte Gang und die gemeinsamen Vorfahren des Menschen und der Menschenaffen haben sich möglicherweise nicht in Afrika, sondern in Europa entwickelt. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungsteam um Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen in einer am Mittwoch im Fachmagazin Nature veröffentlichten Studie. Böhme hat in Süddeutschland Fossilien einer bislang unbekannten Primatenart entdeckt: Die versteinerten Überreste des Danuvius guggenmosi, der vor 11,62 Millionen Jahren lebte, lassen den Schluss zu, dass er sich sowohl auf zwei Beinen als auch kletternd fortbewegen konnte. Die Fähigkeit, aufrecht zu gehen, gilt als zentrales Merkmal von Menschen.

(...)

„Die Funde aus Süddeutschland sind ein Meilenstein der Paläoanthropologie, denn sie stellen unsere bisherige Sichtweise auf die Evolution der großen Menschenaffen und des Menschen grundlegend in Frage“, sagte Böhme.

www.evolution-mensch.de/News/Neuer_Vorfahr_des_Menschen_in_Europa_entdeckt.html

Der erste Aufrechte war also Deutscher! Hahaha... Ok, den konnte ich mir nicht verkneifen! :-D

Aber mal im Ernst: Ein aufrecht gehender Bonobo in Bayern... sind die nicht eher konservativ?

Der Lebensraum von Danuvius waren feuchte und bewaldete Ökosysteme, die vor etwa 12 Millionen Jahren in Süddeutschland vorherrschten. Die Fossilfunde konnte das Team mindestens vier Individuen zuordnen. Das am besten erhaltene Skelett eines männlichen Danuvius verfügt über Proportionen, die einem Bonobo ähneln. Dank vollständig erhaltener Arm- und Beinknochen, Wirbel, Finger- und Zehenknochen ließ sich rekonstruieren, wie sich Danuvius fortbewegte. „Zum ersten Mal konnten wir mehrere funktionell wichtige Gelenke ‒ darunter Ellbogen, Hüfte, Knie und Sprunggelenk ‒ in einem einzigen fossilen Skelett dieses Alters untersuchen“, erklärt Böhme. „Zu unserem Erstaunen ähnelten einige Knochen mehr dem Menschen als dem Menschaffen.“

Also das Ganze wirft natürlich einiges an Fragen auf und zeigt auch, wie dynamisch dieses Forschungsgebiet ist. Ein neuer Fund und schon wird die ganze Evolution des Menschen auf den Kopf gestellt.

Aber schon faszinierend, wie bedeutsam Deutschland in dieser Hinsicht ist.

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