Heimatort

03.07.2014 22:18

So, sieben Kilo Kirschen zu dritt in den letzten Tagen gefuttert. Die waren echt genial! Ebenso die letzten Erd- und Himbeeren. Muss aber wieder mal aufpassen, zuviel Fruchtzucker. Grade die Kirschen verursachen grade heute etwas Bauchgrummeln und rumpelten, ähnlich wie die deutschen Fußballer durchs Algerienspiel, durch die Gedärme. An Proteinen mochte ich die letzten drei Tage eingeweichten Nackthafer oder eingeweichte Mandeln / Aprikosenmandeln und dazu natürlich viel Gemüse und Grünzeugx aus dem Garten. Den hab ich erstmal wieder etwas reichhaltiger gemacht und Feldsalat, Erbsen und Spinat gesät. Ich bin ja ein großer Fan von hoher Diversität. Also viele verschiedene Produkte und auch da jeweils verschiedene Sorten. Hohe Diversität in natürlichen Ökosystemen zeichnet sich ja durch hohe Artenvielfalt und geringe Individuendichte aus. Monokulturen sind genau das Gegenteil: geringe Arten-, aber sehr hohe Individuenzahlen. 

Ich hab mich immer an der Natur orientiert, also Mulchen, Mischkulturen, natürliche Düngung, alte Sorten. Während die moderne Landwirtschaft eben den Prinzipien der Industriealisierung folgte. Das Ergebnis waren die ausgeräumten Landschaften. Heute gehts ja schon wieder, da man viele Straßen, Feldwege und Ackerränder wieder mit natürlichen Baum- und Straucharten oder Obstbäumen bepflanzt hat. Vieles erst in den letzten Jahren als Kompensationsmaßnahmen für Windkraftanlagen. Ich hab noch Fotos von vor 60 Jahren, da gabs keinen Baum und keinen Strauch mehr in der freien Landschaft. Irgendwann hat man dann aber eingesehen, dass das der falsche Weg ist und wieder Windschutzstreifen, Obstalleen und Feldgehölze gepflanzt. Zu DDR Zeiten wurden die Obstbäume noch bewirtschaftet, nach der Wende hat sich das allerdings nicht mehr gelohnt und nun stehen die Bäume da und produzieren ihre Früchte für Niemanden. Ab und an sehe ich mal einen Renter Äppel pflücken. Der Rest vergammelt. Für die Einheimischen ist es unbequem geworden, etwas zu pflücken, seit es Aldi und Co gibt, wo man sich sein bisschen Obst und Gemüse zu Billigstpreisen kaufen kann. Dass das keinen Vergleich zu gut angebauten Produkten standhält ist für viele einfach wurscht. Die Hauptnahrungsmittel sind eben Brot und andere Getreide-, sowie Fleischprodukte. Und man sieht es den Leuten und der Landschaft einfach auch an. 

Aber nich tnur hier. In Düsseldorf, wo ich einige Tage nach meiner Rückkehr aus Costa Rice verbracht habe, gibt es ja eine ausgesprochene Kneipenkultur. Ich war entsetzt, als ich die vielen regelrecht zerstörten Menschen dort habe rumlungern sehen. Mit dem Bier in der Hand und der Zigarette im Mund. Künstlich am Leben erhalten durch eine fortgeschrittene Medizin, die es ermöglicht, diesen Lebensstil nun noch weiter zu treiben. 

Aus meiner Sicht könnte die Welt mehr (vernünftige) Rohköstler vertragen, die wieder anfangen, gesunde Lebensmittel zu produzieren. Erstmal für sich. Verkaufen ist meist schwierig, und grade der Verkauf an andere Rohies ist zumeist das Schwierigste überhaupt. Wenn da einer zufällig einen Pickel nach dem Verzehr bekommt, ist ja schon wieder heilloses Theater angesagt. Aber es wäre schon gut, wenn die Menschen wieder mehr Natur auch zulassen würden. Erstmal in ihrer Ernährung, und somit in weiterer Folge auch in anderen Lebensbereichen und auch in den jeweiligen Landschaften. Aber lieber schaut man Fußball, säuft sein Bier, grillt sein Aldi-Billig-Steak und "feiert ab". Was soll man noch dazu sagen? Es fehlt einfach auch an entsprechender Bildung und gesunder Erziehung. Es ist zwar genial, wenn wer höhere Mathematik beherrscht, aber es wäre auch genial, wenn man schon in der Schule etwas über Typen wie Weston A. Price oder Robert McCarrison hören würde. Statt dessen schwafelt man ja auch heute noch zum Teil vollkommenen Unsinn über bestimmte Themen. Das Ergebnis ist dann leider eine Gesellschaft mit vielen Millionen Individuen in einem beklagenswerten Zustand der Halbgesundheit und der Selbsttäuschung. Es wäre vielleicht doch ein Unterschied, wenn jemand schon als Kind begreifen würde, dass seine Spange kein Ergebnis eines zu grossen Gehirns ist (da freut man sich ja noch!), sondern auf Vitamin- und Mineralstoffmangel schon im Mutterleib zurückzuführen ist. Der ein oder andere würde das dann vielleicht als Motivation zum eigenen Handeln nutzen. 

Der Ort aus dem ich komme scheint aber dennoch eine Gewisse Anziehungskraft zu besitzen. Ich bin im Herzen nie hier weggekommen. Und heute hab ich mich mal mit meiner Mutter unterhalten und dabei kam raus, dass ca. 80% der ehemaligen Kinder, mit denen ich hier aufgewachsen bin, sagen wir mal +/- 3 Jahre jünger / älter als ich noch hier im Ort, oder in der Nähe wohnen. Ich fand das sehr überraschend, weil ich dachte, dass viele auch aufgrund der eher schlechten wirtschaftlichen Situation weggegangen sind. Aber dem ist anscheinend nicht so. Eigentlich war ich einer der Wenigen, die es in die Ferne gezogen hat. Ich vermute mal, es liegt wirklich auch daran, dass wir hier eine schöne Kindheit zusammen hatten.

Übrigens hab ich mich auch mal mit G.C. Burger über Weston A. Price unterhalten und er meinte auch, es wäre besser, wenn sich die Rohies hier mehr orientieren würden. Aber das nur nebenbei. 

Das Wetter ist grade sowas von genial. Nicht zu warm, nicht zu kalt und ein schöner sanfter Wind dazu! :-) Was will man mehr?

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