Heimreise

14.08.2019 12:34

Wir hatten ja in Treffort zum Treffen zwei heftige Gewitter, die auch ordentlich Regen brachten. Einmal waren es gleich 45mm und beim zweiten Mal wahrscheinlich ähnlich viel. Ein Segen für die Landschaft, weil es auch nach dem Gewitter noch über Stunden kräftig regnete. Also wahrscheinlich 70, 80 oder mehr Liter pro Quadratmeter in zwei Wochen. Und das gut verteilt und danach immer wieder die Sonne raus.

Als ich heimfuhr, bin ich dann von Treffort über Genf, Bern, Zürich, Schaffhausen, Singen, Stuttgart, Heilbronn, Würzburg, Schweinfurt, Suhl, Erfurt und Sangerhausen nach Hause gefahren. Im Grunde also in gerader Linie grob Richtung Nordosten.

So eine Reise ist eben auch immer ein Querschnitt durch das Wettergeschehen der letzten Zeit. Und man sieht eben auch anhand der Natur, wieviel Niederschläge in letzter Zeit fielen.

Und man sah eben in Frankreich (nur kleines Stück) und der Schweiz alles recht sattgrün stehen. Ich habe noch bei Tanja einen Zwischenstopp gemacht und auch da: alles grün, der Topinambur zwei Meter hoch. Dann bin ich über die Grenze Richtung Stuttgart. Auch da alles schön grün, was mir schon auf der Hinreise auffiel. Kurz vor Stuttgart dann heftiger Regen, der sich Richtung Norden dann abschwächte (schonmal eine Pause direkt unter einem Regenbogen gemacht? Genial! :-) Leider kein Foto gemacht...). Aber im Grunde bin ich bis Schweinfurt / Bad Kissingen durch einen deutschen Sommer gefahren. Grau, Regen, kalt.

Im Thüringer Wald dann trippelte es nur noch und ab Suhl war es trocken und der Himmel aufgelockert bewölkt.

Also im Grunde eine Niederschlagsverteilung, wie ich sie schon länger anhand der Regenradars beobachte: Starkregen und ausreichende Niederschläge im Süden. Trockenheit und Dürre im Norden.

Ich habe dann heute mal wieder auf die Seite des UFZ geschaut, was denn der Dürremonitor so sagt.

Na ja, Sommer eben. Da ist es eben auch mal trocken und zum Teil sehr trocken. Interessant mal wieder, dass die Zonen der schweren Dürre wieder im nördlichen Tiefland zu finden sind. Und man sieht, dass der Boden bis 1,80m immer noch total ausgetrocknet ist. Aber das eben auch vor allem im Norden und da im Flachland.

Also im Grunde nichts ungewöhnliches zu sehen.

Dann habe ich mal runtergescrollt, und bin dann auf die Entwicklung der Bodenfeuchte gestoßen:

Pflanzenverfügbares Wasser - Feuchte des Oberbodens

Hier wird die tagesaktuelle Bodenfeuchte in Prozent der nutzbaren Feldkapazität (%nFK) gezeigt. Sie ist ein Maß für das pflanzenverfügbare Wasser und kann Werte zwischen 0 und >250% annehmen. Werte >100% sind möglich, da die Feldkapazität (FK) den Wasseranteil beschreibt, den der Boden gegen die Schwerkraft halten kann - der Boden ist bei Erreichen der FK also nicht wassergesättigt.

NEU ab 17.06.2019: Auch die obersten 5cm einschließlich Streuschicht sind in der Darstellung enthalten.

Als Richtwerte zur Einordnung von Wasserstress können genutzt werden:

  • <50% nFK: Landwirtschaftliche Bewässerung zur optimalen Ertragsausbeute
  • <30% nFK: Pflanzenwasserstress

Und so siehts gerade aus:

Und wieder sehen wir dieses Phänomen, dass quasi eine Linie von Ost nach West (oder umgekehrt), wie man will) geht, dass da etwas wie mit dem Lineal abgeschnitten wirkt.

Tja... und wenn man dann die Karte mit der Verteilung der Windkraftanlagen drüber legt, sieht man mit großem Erstaunen, dass die roten Zonen und die Verteilung der Windkraftanlagen genau deckungsgleich sind.

Ich habe das hier mal ausgezoomt:

Man schaue mal vergleichend nach Thüringen, Hessen und NRW. Dort sieht man, wo die Anlagen stehen. In TH bis Mitte Thüringen. In Hessen nur an der Grenze zu NRW und in NRW an der Grenze zu Holland und Belgien und dann vor allem im mittleren und nördlichen NRW. Südlich dieser Linie gibt es relativ wenige WKAs, nördlich davon und vor allem im Bereich bis zur Nordgrenze Brandenburg - Niedersachsen, ballen sich die Windkraftanlagen und hier finden sich auch die leistungsstärksten, also größten Anlagen. Dargestellt durch die gelben und roten Punkte.

Tja...

Also ich sage mal: was für ein Zufall! Und schon wieder!!!

Rot und Orange deckungsgleich mit Rot und Orange!!!

Die Frage MUSS angesichts der vorliegen empirischen Daten erlaubt sein: erzeugen wir uns die Probleme selber? Ist das hier der Anakin-Skywalker-Effekt? Aus Angst vor dem Klimawandel fangen wir irgendwas an, stellen zehntausende Windkraftanlagen in die Landschaft und am Ende erzeugen wir genau das, was wir vermeiden wollten? Dürre und Trockenheit?

Klar, kann alles Zufall sein. Meine fixe Idee, eine Spinnerei, man kann mir den Vorwurf machen, ich schaue immer nur dann da auf den Dürremonitor, wenn es in meine Theorie passt. Kann man machen. Nur: es ist aus meiner Sicht schon erstaunlich, dass es überhaupt diese oft zu beobachtende Deckungsgleichheit gibt! Das zunehmende Trockenheit und Anzahl der WKAs überhaupt korrelieren. Alleine das lässt aufmerken!

Aber auch andere kommen zunehmend dahin: sciencefiles.org/2019/06/25/windkraft-und-trockene-boden-kommt-zusammen-was-zusammengehort/

Einige Kommentare sind recht interessant.

Die Preusissche Allgemeine (Keine Ahnung, wie seriös die sind, aber wer ist heute überhaupt noch seriös?) schrieb ebenfalls:

Nun kommt ein weiterer Verdacht hinzu: Könnten die mehr als 30000, überwiegend im Nordwesten, Nordosten sowie in Brandenburg installierten Windräder mit der anhaltenden Trockenheit in diesen Landesteilen in Zusammenhang stehen? Die Frage drängt sich auf, da hier die Entwicklung hin zu langanhaltenden Trockenperioden während der Sommermonate vor mehr als 15 Jahren einsetzte, parallel zum Ausbau der Windkraft, parallel aber auch zur Umwandlung der früheren Kulturlandschaften in sogenannte Agrarwüsten zwecks Biosprit-Produktion.

www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/wie-umweltschaedlich-ist-windkraft-wirklich.html?fbclid=IwAR3U7cM5QSQOPZg1A1p3vnNdCADkmbB_68VyJSGpKRRFyBo91hCBYJXm3qE

Wie kann das kommen?

Schaut man sich mal einen Wolkenatlas an, findet man dort bei Wikipedia folgende Abbildung:

Clouds Atlas2

Regenwolken treten demnach vor allem in den unteren Schichten der Atmosphäre auf. Regen fällt hier zumeist aus Wolken, die sich in der Schicht 0-1,5 km Höhe befinden. Kein Wunder, dass man in den Bergen ja oft sogar IN der Regenwolke steht.

Wie hoch sind nun die WKAs im Schnitt?

Noch bis Ende der 1990er Jahre lag der Durchmesser neu errichteter Anlagen meist unter 50 Meter, nach etwa 2003 meist zwischen 60 und 90 Meter.[10] Bis 2018 wuchs der durchschnittliche Rotordurchmesser auf 118 m, die durchschnittliche Nabenhöhe auf 132 m und die Nennleistung auf 3,233 MW, mit deutlichen Unterschieden aufgrund regionaler Windhöffigkeit.[11] Weltweit überstieg die Durchschnittsleistung neu installierter Anlagen im Jahr 2017 erstmals die 2,5-MW-Marke.[12]

Moderne Schwachwindanlagen haben mittlerweile Rotordurchmesser bis über 140 Meter und Nabenhöhen bis über 160 Meter. Im Offshore-Bereich sind neue Baureihen mit Rotordurchmessern von 160 bis 170 Metern und bis etwa 9 MW Nennleistung erhältlich.

de.wikipedia.org/wiki/Windkraftanlage

Mal zur Anschauung:

EnerconSizes de

Die Frage ist jetzt, wie stark der Einfluss dieser WKAs ist. Und welcher Einfluss ist das?

Mir fallen da vor allem Verwirbelungseffekte ein. Wie stark sind die? Habe bei Youtube das gefunden: www.youtube.com/watch?v=WTJFv8VQ0sI

Sieht eher harmlos aus.

Dann eben auch das Abbremsen der Windgeschwindigkeit. Man entzieht ja der Natur Energie, um sie in elektrischen Strom umzuwandeln. Dadurch nimmt eben die Windgeschwindigkeit ab.

Das ist interessant:

We find that generating today's US electricity demand (0.5 TW) with wind power would warm Continental US surface temperatures by 0.24°C. Warming arises, in part, from turbines redistributing heat by mixing the boundary layer. Modeled diurnal and seasonal temperature differences are roughly consistent with recent observations of warming at wind farms, reflecting a coherent mechanistic understanding for how wind turbines alter climate. The warming effect is: small compared with projections of 21st century warming, approximately equivalent to the reduced warming achieved by decarbonizing global electricity generation, and large compared with the reduced warming achieved by decarbonizing US electricity with wind. For the same generation rate, the climatic impacts from solar photovoltaic systems are about ten times smaller than wind systems. Wind's overall environmental impacts are surely less than fossil energy. Yet, as the energy system is decarbonized, decisions between wind and solar should be informed by estimates of their climate impacts.

www.cell.com/joule/fulltext/S2542-4351(18)30446-X

Wir stellen fest, dass die Erzeugung des heutigen US-amerikanischen Strombedarfs (0,5 TWe) mit Windkraft die kontinentalen Oberflächentemperaturen der USA um 0,24 ° C erwärmen würde. Die Erwärmung entsteht zum Teil durch die Umverteilung der Wärme durch Mischen der Grenzschicht in Turbinen. Die modellierten täglichen und saisonalen Temperaturunterschiede stimmen in etwa mit den jüngsten Beobachtungen der Erwärmung in Windparks überein und spiegeln ein kohärentes mechanistisches Verständnis darüber wider, wie Windkraftanlagen das Klima verändern. Der Erwärmungseffekt ist klein im Vergleich zu Projektionen der Erwärmung des 21. Jahrhunderts, ungefähr gleich der verringerten Erwärmung, die durch die Dekarbonisierung der globalen Stromerzeugung erreicht wird, und groß im Vergleich zu der verringerten Erwärmung, die durch die Dekarbonisierung der US-Elektrizität mit Wind erzielt wird. Bei gleicher Erzeugungsrate sind die Klimawirkungen von Solar-Photovoltaik-Anlagen etwa zehnmal geringer als von Windkraftanlagen. Die Gesamtumweltauswirkungen des Windes sind sicherlich geringer als bei fossiler Energie. Da das Energiesystem jedoch dekarbonisiert ist, sollten Entscheidungen zwischen Wind und Sonne durch Schätzungen ihrer Klimaauswirkungen getroffen werden.

Deutsche Zusammenfassung hier: www.heise.de/tp/features/Wenn-Windenergie-zur-Klimaerwaermung-beitraegt-4186780.html

Also alles doch nicht so prickelnd. Die Quellen sind recht interessant. Aber nichts genaues weiß man nicht...

Also stellt euch mal vor, wenn wirklich am Ende rauskommt, dass der massive Ausbau der Windkraft, über welche Effekte auch immer, zu mehr Trockenheit und Dürren führen würde. Was das bedeuten würde. Wenn man die Dinger weitestgehend wieder abbauen müsste. Was das für ein grandioses Scheitern wäre. Auch das Scheitern einer ganzen Weltanschauung und Philosophie.

Die langen Gesichter würde ich sehen wollen...

Ich finde es nur mehr als fragwürdig, dass sowas wie das, was ich hier schreibe, gar nicht mehr in die öffentliche Diskussion gelangt. Wie vieles.

Ich habe das mal meinen Oldies gezeigt eben, also diese offenkundige Deckungsgleichheit und meine Mutter meinte, sie könne sich nicht vorstellen, dass das nicht bekannt ist, das müsse man wissen, aber wahrscheinlich sagt man es nicht. Klar, da hängt die Ausrichtung einer ganzen Volkswirtschaft dran, das ganze deutsche Weltenrettersyndrom hängt daran, dass die Erneuerbaren gut und die Fossilen schlecht sind.

Aber wie so oft ist es dann doch nicht so einfach.

Bisher sind es nur so etwas schmuddelige und zumeist rechte Quellen, die das Thema Windkraft und Trockenheit benennen. Die gesellschaftlichen Omegas quasi wieder. Und die werden einfach ignoriert.

Schauen wir mal.

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