Herausforderungen

26.10.2017 00:30

Mir ist heute mal so richtig klar geworden, dass ich in den letzten Jahren, oder eigentlich schon immer, Herausforderungen gesucht habe, die ich angehen konnte. Das soll ja auch typisch für den Tiger sein, dass er Herauforderungen liebt. Und wahrscheinlich ist es wirklich so. Ich mag einfach keinen Stillstand, keinen "Alltag", keine Langeweile.

Ich habe mich oft gefragt, ob es wirklich nur der Garten, die Selbstverwirklichung und Selbstversorgung war, die mich 2015 hat den Job kündigen lassen, um wieder "nach Hause" zuziehen. Und mir ist bewusst geworden, dass es einfach damals die maximal mögliche Herausforderung war. Die maximal mögliche Steigung, die ich angehen konnte.

Als ich von der Rohkost hörte, war das eine immense Herausforderung. Und die bin ich angegangen, habe ich angenommen. Und dabei allerlei erlebt und auch viele Heilkrisen durchlebt (wo ich immernoch einen Bericht schuldig bin, ich weiss). Bei der Rohkost kamen so viele Sachen zusammen: Aussicht auf Heilung, ein Abenteuer, Forschergeist... aber vor allem war es damals die maximal mögliche Herausforderung. Und zwar nicht im geschützen Rahmen auf Montramé, sondern das Ganze ganze normal im Alltag hinkriegen.

Dann der Jobwechsel. Gute Stellung in Hamburg hingeschmissen, wieder Schulbank gedrückt, dann Studium. Mit NULL Vorwissen. Die meisten Mitstudenten hatten ja schon vorher was in dieser Richtung gemacht. Ich NULL. ZERO. Bin da ja nur durch "Zufall" kurz vor Studienbeginn drauf gestossen. Wieder die maximal mögliche Herausforderung. Ok, vielleicht wären andere Studiengänge auch noch herausfordernder gewesen, aber dahin hat mein Herz und das Leben mich geführt.

Dann Job im Ausland. Wieder die zum damaligen Zeitpunkt maximal mögliche Herausforderung. Maximal, weil es nur in den deutschsprachigen Raum ging, weil mein Englisch oder andere Fremdsprachen damals einfach noch zu schlecht waren. Aber auch da: was für eine Herausforderung! Ausland, neue Gesetzte, andere Mentalitäten (und die Ösis sind wirklich ganz anders als die Deutschen, zumindest die Nord- und Ostdeutschen), und dann dort auch Rohkost leben.

Dann hatte ich ja Burnout, oder war kurz davor, was weiss ich, jedenfalls war ich ziemlich fertig. Und dennoch: dann gings per Schiff nach Costa Rica. Ganz alleine. Wieder eine immense Herausforderung. Diesmal vielleicht nicht die maximal mögliche, aber zumindest eine, die mich auch gefordert hat. Die Hitze, viel alleine unterwegs gewesen bis nach Nicaragua, mich da irgendwie ohne Fremdsprachenkenntnisse durchgeschlagen ... war schon geil irgendwie...

Dann kam ich wieder zurück und fing in Cottbus an. Nur, da wars dann echt langweilig irgendwie. Das war zwar auch irgendwie eine Herausforderung, aber so richtig gepackt hat es mich nicht. Am Herausfordernsten war vor allem, da die meiste Zeit ganz alleine zu hocken. Aber irgendwie war dann im März 2015 Schluss für mich.

Und dann, ja, kam wieder die zum damaligen Zeitpunkt maximal mögliche Herausforderung. Ok, in fremden Ländern war ich, auf Reisen war ich, Rohkost mache ich so nebenher, Sport mache ich auch... ja... aber wieder nach Hause, ohne Einkommen, und mich auch mit meinen Oldies auseinandersetzen, dass alles anzunehmen, nach dieser schmerzhaften und zum Teil sehr traumatischen Kindheit und Jugend war wieder die maximal mögliche Herausforderung.

Und irgendwie habe ich das alles gepackt! Habe es angenommen und bin dran gewachsen. Als Mensch, als Mann, als was auch immer. Aber es war auch hart irgendwie. Da kamen im Alltag so viele ungelösten Sachen hoch. Es war hart!

Es gibt ja einen Spruch: Wenn du denkst, du bist erleuchtet, verbring wieder 14 Tage mit deinen Eltern.

Und da ist was dran. Also das war SEHR herausfordernd. Anstrengend. Aber auch heilsam. Für alle.

Wenn ich jetzt zurückblicke, gab es auch keine andere Möglichkeit. Nichts wäre richtiger gewesen. Ich musste irgendwie, um wieder heil zu werden, zurück in die Höhle des Löwen und mich dem auch aussetzen, was damit einhergeht. Wie gesagt, bei uns ist mal einiges kaputt gegangen. Zum Teil von aussen reingetragen, durch Ärzte und Gesellschaft, zum Teil selbst verschuldet. Aber das wirkte ja weiter.

Und so musste ich mich dem auch wieder stellen. Dieser energetischen Herausforderung.

Mir wird gerade bewusst, dass es nur so überhaupt zur Heilung kommen konnte.

Ich hatte ja immer auch Probleme mit der Brustwirbelsäule. Und da kamen neulich beim Meditieren nochmal richtig einige Sachen hoch, die da noch aus frühester Kindheit stammten und dann .... Entspannung und seitdem sind die Schmerzen irgendwie verschwunden! Die Wirbel sind natürlich immer noch zu beweglich, aber irgendwas tieferes, irgendeine Verspannung, die da schon seit Kleinkindalter drin war, ist da irgendwie verschwunden. Und seitdem bin ich da sehr viel entspannter und es schmerzt nicht mehr.

Es schmerzt nicht mehr ... und damit ist eigentlich nicht der Rücken gemeint, sondern das, was damals die Verspannungen ausgelöst hat. Es schmerzt nicht mehr.

Es war ja immer eher so, als ob mir da was in den Knochen steckt, als ob mir da was im Nacken sitzt, und als es hochkam, zack... alter Schwede... das wars...

Aber ich kann wirklich bestätigen: Rohkost heilt! Und auch wie es die alten Rohkostärzte gesagt haben: ganz ohne Medikamente.

Schon beeindruckend!!! Aber es dauert zum Teil wirklich lange.

Und jetzt bin ich auch wieder offen für neue Herausforderungen! Anscheinend ist da jetzt was gelöst worden. Nein.. ganz offen bin ich noch nicht, sondern will mich erst noch etwas entspannen und nicht gleich wieder loslegen, mit was auch immer. Aber das kommt dann alles eh dann, wenn es kommen soll. Und dann wirds auch zum richtigen Zeitpunkt sein.

Na schauen wir mal...

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