Heureka!

08.07.2018 20:28

Gerade eben habe ich eine kleine Radtour gemacht. Und dabei zwei Dinge entdeckt.

Einmal etwas im Außen. Und zwar die ersten reifen Pflaumen:

Und dann im Inneren.

Aber der Reihe nach. Es war ja früher immer sehr witzig, in der Rohkostszene über alles mögliche zu theoretisieren. Herkunft und Abstammung des Menschen, Herausbildung des Instinktes, ach.. wir haben Stunden damit verbracht. Und es war eigentlich eine Zeit der Leichtigkeit. Man ist zusammen und diskutiert über Gott und die Welt. Und heute beim Radfahren kamen mir folgende Gedanken:

Mir ist aufgefallen, dass Getreidefelder, abgetrocknete Graslandschaften und auch trockene Buschlandschaften oft in einem wundervollen Gelb erstrahlen.

 

Und dieses Gelb erinnert oft an blonde Haare. Man sagt ja auch "strohblond" oder "weizenblond". Oder zum Bier: ein kühles Blondes. Hm... und dann habe ich mal gegoogelt, wo "Blond" überhaupt entstanden ist, ich hatte nämlich da so eine Idee...

Die Anthropologie geht davon aus, dass diese Merkmale bei den ersten modernen Menschen des eiszeitlichen Eurasiens entstanden, als das Gros der Menschheit als Bewohner intensiv besonnter Gebiete noch dunkelhäutig, dunkeläugig und dunkelhaarig war.[7]

https://de.wikipedia.org/wiki/Blond

Passt!

Genau das hatte ich vermutet. Wieso? Beim Fahren über Felder und Äcker dachte ich mir, die blonden Haare passen ja wunderbar zu dieser Farbe der reifen Felder, im weitesten Sinne also der ausgedörrten Graslandschaften. Und da wurde mir bewusst, das blonde Haare eine wunderbare Tarnung wären!

Wenn sich jemand mit blonden Haaren in einer Graslandschaft versteckt, hat er einen erheblichen Vorteil gegenüber jemanden mit dunklen Haaren. In der gelbgetönten Steppe wird man so kaum wahrgenommen. Die blonden Menschen sind demnach wahrscheinlich ein Produkt der eurasischen Steppen. Man hat als blonder Mensch einfach einen Jagdvorteil gegenüber dunkelhaarigen Menschen. Wenn die den Kopf rausstrecken, sind die Chancen entdeckt zu werden, viel größer als bei blonden Menschen. Und das sieht man in der Savanne ja deutlich: Löwen, Leoparden, Geparden, Hyänen ... alle sind sie mehr oder weniger blond oder rotblond oder brünett gefärbt. So können sie sich wunderbar im trockenen Gras verstecken.

Und ich vermute, dass so die blonden Menschen in der eurasischen Steppe entstanden und sich von dort ausbreiteten.

Die blonde Haarfarbe trat nach einer im Februar 2018 veröffentlichten aDNA-Studie [5] zum ersten Mal auf bei zwei Individuen, die um 15.000 v. Chr. bei Afontova Gora lebten. Es handelte sich um Mammutjäger am Jenissei bei Krasnojarsk in Sibirien (4.100 Kilometer östlich von Moskau). Die bei ihnen gefundenen CC- und CT-Varianten von SNP rs12821256 gehen nach neueren Studien mit einer deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit einher, blonde Haare zu haben. Dieselben Gen-Varianten finden sich bei jeweils einem Jäger-Sammler-Individuum an den Ausgrabungsstätten Motala (Südschweden um 6.000 v. Ztr.), Samara (an der Wolga) und in der Ukraine, sowie bei einigen Individuen, die der spätneolithischen Jamnaja-Kultur und ihren Nachkommen (Schnurkeramische Kultur) zugezählt werden. Allgemein findet diese Studie bei den westeuropäischen Jäger-Sammlern dunkle Haut kombiniert mit blauen Augen, bei den osteuropäischen Jäger-Sammlern allerdings häufig hellere Haut kombiniert mit hellen Augen.

Wo genau liegt Afontova Gora? In den Weiten der eurasischen Steppe.

en.wikipedia.org/wiki/Afontova_Gora

Interessant ist, dass die ersten Europäer im Westen blond, blauäugig und braune Haut hatten. Also somit an eine Steppenlandschaft angepasst waren. Und die osteuropäischen hellere Haut hatten. Lag das am Schnee? Ist ganz helle Haut im Winter in der baumlosen Steppe nicht nur hinsichtlich Vitamin D ein Vorteil?

Dunkle Haarfarben, braune Augen und helle Haut kamen dann später mit den Ackerbauern und Viehzüchtern aus Kleinasien und haben sich hier eingemischt.

Mein Vater und mein Bruder sind noch so richtige Ur-Europäer. Blond, blauäugig und gesunder Teint, angepasst an trockene Hitze und und bittere Kälte (längere Nasen), also typisches kontinentales Steppenklima, während meine Mutter eher dunkelhaarig und ein hellerer Hauttyp ist. Und ich bin eben eine Mischform! :-)

Noch wichtig: in der Steppe ist die Vegetationszeit ja zumeist auch sehr kurz. Erst hat es einen bitterkalten Winter, in dem lange Nasen einen Vorteil bringen, da so die Luft besser angewärmt wird, dann gibt es eine kurze Vegetationsphase und dann kommt auch gleich die kontinentale Hitzeperiode, die das endlose Grasland austrocknet und wenn man so will, blondiert. Und genau hier haben blonde Menschen mit längerer Nase einen Vorteil gegenüber anderen und so kommt es, dass sich hier dieser Menschentyp herausbildete. Und die hellere Haut ist auch für die Vitamin D Produktion hilfreicher.

Wieso nicht in Afrika, wo es auch Savannen gibt?

Weil dort die Sonneneinstrahlung zu hoch ist und man mit der dunklen Haut einen Vorteil hat. Und Haar- und Hautfarbe hängen ja genetisch zusammen. Der Faktor "Sonnenschutz" ist hier also schlagender.

Über die starke Ausbreitung der Merkmale „helle Haut“, „blonde Haare“ und „blaue Augen“ in Nordosteuropa gibt es neben der Vitamin-D3-Hypothese mehrere Alternativhypothesen. Der Edinburgher Physiologe Jeffrey Mogil stellte fest, dass Menschen mit MC1R-Genen vermindert schmerzempfindlich sind und auf ein Morphin verstärkt ansprechen. Daraus folgerte er, dass schmerzunempfindlichere Steinzeitmenschen möglicherweise einen Selektionsvorteil hatten. Nach der Hypothese des kanadischen Anthropologen Peter Frost soll die Ausbreitung vor etwa 10.000 bis 15.000 Jahren durch einen Männermangel zustande gekommen sein, den er als Folge immer gefährlicherer Jagdzüge sah. Der daraus folgende Frauenüberschuss habe dazu geführt, dass die Männer aus einer größeren Auswahl an Sexualpartnerinnen vor allem die exotischeren Blondinen bevorzugt hätten. Dies habe dann den hellhäutigen Typus durch „sexuelle Selektion“ begünstigt. Diese Hypothese erregte 2005 viel Interesse in den Medien, wird aber von den meisten Fachleuten rundum abgelehnt.[8]

Das ist natürlich auch Schwachsinn. Wenn ich als Mann drei Frauen zur Verfügung habe, dann gehe ich mit allen dreien ins Bett. Ganz klar. Nicht nur mit der blonden. Das ist wieder so eine ehezentrierte Sicht, dass man sich halt nur eine aussucht. Aber bei Frauenüberschuss nimmt man alle. Wieso auch nicht? Also die Theorie scheint purer Unfug zu sein.

Nein, blond bringt im Grunde in den eurasischen Steppen DEN Vorteil, den es braucht. Blond sein heisst, gut getarnt zu sein in der gelben Graslandschaft, helle Haut begünstigt die Vitamin D Produktion im nördlicheren Breiten und längere Nasen können die kalte Winterluft in der Steppe besser anwärmen. Und so haben sich dort halt die typischen Merkmale der ältesten Europäer herausgebildet.

Wie gesagt, vor 7.000 - 8.000 Jahren wanderten dann kleinasiatische Ackerbauern und Viehzüchter ein, die Kultur der Jäger- und Sammler wurde durch Ackerbau und Viehzucht abgelöst und die Menschen vermischten sich. Blond blieb natürlich weiterhin attraktiv, aber eben nicht nur.

Aber herausgebildet hat sich das "hellhäutig, blond und blauäugig" wohl in den Steppen Eurasiens. Wer in solch einer Graslandschaft mit blonden Haaren und schönem gesunden Teint hockt, ist nur ganz schwer auszumachen. Der wird quasi unsichtbar. Da sieht man, wie die Natur die Wesen formt und färbt.

Na ja, vielleicht war es einfach auch ganz anders! Und es gab einen Schöpfungsakt und die blonden Europäer sind irgendwie ein poetisches Abbild der überwiegenden Naturfärbung der Steppe: weite gelben Graslandschaften, blauer Himmel, weiße Wolken und im Winter der Schnee. :-) 

Aber selbst das wäre eben eine Anpassung.

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