Ikkyū Sōjun

16.07.2019 21:34

Ich hatte mich mit Anfang 20 mal sehr für Zen-Buddhismus interessiert und habe ganze Nächte meditiert, weil man ja sein Ego loswerden wollte. Na ja, auch so eine Illusion, im Endeffekt will man wohl nur das verletzte Ego heilen. Wobei ich hier nicht von Ego sprechen würde, sondern vom bioenergetischen System, dass ja bei den meisten Menschen einfach aufgrund eklatanter frühkindlicher Mängel gestört ist.

Und so versucht man eben, sein Ego loszuwerden, meint aber, dass man einfach seelisch wieder heil und gesund sein will.

Natürlich liest man dann auch über Zen-Meister, die irgendwelches unverständliche Zeugx reden, was man im Grunde nicht verstehen kann. Nicht mit dem Intellekt zumindest.

Eine Figur ist da besonders interessant: Ikkyū Sōjun

Der war vor allem deshalb so interessant, weil er wohl sehr lebendig war und auch einen Zugang zur ungepanzerten Sexualität hatte.

Ikkyū ist eine der bedeutendsten (und exzentrischsten) Figuren der Zen-Geschichte. Für japanische Kinder ist er ein Volksheld, boshaft und seine Lehrer und den Shōgun immer wieder überlistend. Dieser Ruf resultiert aus der populären Anime-Fernsehserie Ikkyū-san. Er ist beispielsweise auch die Hauptfigur in Akkambe Ikkyū, einem Manga von Hisashi Sakaguchi.

In der Rinzai-Zen-Tradition ist er sowohl Ketzer als auch Heiliger. Ikkyū war unter den wenigen Zenpriestern, die argumentierten, dass ihre Erleuchtung durch den Umgang mit Frauen vertieft worden sei. Er betrat Bordelle in seiner schwarzen Robe, da er Geschlechtsverkehr als religiösen Ritus ansah.

Schon interessant. Normalerweise sind die ganzen Religionen, ich nenne es mal so, auch wenn Buddhismus und Taoismus ja keinen Gott haben, frauen- und sexualfeindlich.

Es gibt nur ganz wenige Lehrer, die, so wie Ikkyu Sojun, da offen waren und offensichtlich auch nichts schlimmes dabei fanden.

Bei der ganzen Geschichte geht es wohl immer wieder auch um das Abgleiten in das Besitzdenken, oder wie es Burger nannte, in das instinktive Fortpflanzungsprogramm, was eben immer auch mit "tierischen" Komponenten wie Balzgesang, Balztanz, Konkurrenz, Eifersucht, Aggressionen, Besitzdenken und schlussendlich der Fortpflanzung zu tun hat.

Dem gegenüber steht die im besten Sinne eigentlich menschliche Liebe und Sexualität, die sich eben über das Tierische erhebt und diese Anteile quasi transzendiert. Liebe der Liebe, Energie fließen lassen, loslassen, teilen, Energie schöpfen, Magie und Liebesimpulse.

Da sieht man aber auch mal, wie schwer das ist und wie sehr man da auch mit eigenen Problematiken und Prägungen konfrontiert wird. Gehört aber alles zur Heilung.

Ich glaube, genau deswegen hat man den Mönchen die Frauen vergällt. Weil es eben immer, oder zumindest fast immer, in diese tierische Geschichte abgleitet.

Leute wie Ikkyu Sojun hingegen schienen sich dessen bewusst zu sein und für sie war die Sexualität dann auch "erleuchtungsfördernd".

Wie komme ich da eigentlich drauf? Keine Ahnung. 

Zum Thema passend ist auch folgende Geschichte:

"All die Vogelscheiße auf dem Steinbuddha, recht so, ich schwenke meine Arme wie Blumen im Wind."

Der hat eben auch das Tote, die ideologische Erstarrung gesehen und diese auch verachtet. Der war lieber lebendig und somit eben ein Rebell, ein Exentriker und ein lebendiger Mann, der seinen "roten Faden" (oder Band, je nach Übersetzung) auch nicht leugnete.

Zehn Tage im Kloster und schon bin ich ganz fickrig
dem roten Band an meinen Füßen ist nicht zu entgehen
solltest du mich eines Tages suchen
frag nach mir auf dem Fischmarkt, in der Trinkstube oder im Puff

Diese Lebendigkeit hat fasziniert und persönlich habe ich es in der Rohkost auch immer so gehalten, dass ich mich da nie festlegen konnte. Also ich konnte nicht sklavisch instinktiv leben, noch vegan, irgendwas anderes...

Meine Erfahrung war nur: je besser man Rohkost praktiziert, desto öfters kommt man wieder in den Bereich der natürlichen / menschlichen Liebe (ohne Behaupten zu wollen, dass man frei von allen anderen Anteilen ist) und des kosmischen Angebundenseins.

Was mich bisher immer so stört: gehe ich in ein Zen-Kloster, kriegt man Reis und Gemüse serviert, bei den Yogies gibts Tee, bei den was weiß ich, gibts auch wieder gekochte Sachen, auf den Rainbows ist es oft energetisch "dreckig", weil viel gekifft wird. Was fehlt ist eben mal so eine ganz natürliche Umgebung, die nicht immer diese denaturierten Moleküle ins Spiel bringt. Deswegen habe ich mich da bisher auch immer aus Vielem rausgehalten. Fühlte sich nie so anziehend an, dass ich mich da auf irgendwas eingelassen habe.

Schade irgendwie, aber irgendwie spürt man immer diese permanente Denturierung, die sich ja auch energetisch ausdrückt. Wahrscheinlich spürt man das selber gar nicht, wenn man da drin ist im System. Früher war ich ja auch auf Metal-Open-Airs, gesoffen, gekifft und gekotzt und man hat schlichtweg keine Ahnung, dass man selber auch diese Energie ausdrückt.

Irgendwann dann ändert man seine Lebensweise und man merkt: Oh Shit! Das passt ja garnicht mehr! Und ich passe da auch nicht mehr rein. Und so war ich mal drauf?

Und als omnivorer Rohie passt man eben fast nirgends mehr so richtig rein. Weil eben fast überall diese denaturierte Energie mitschwingt. Klar, man kann weiterhin zum Sport gehen, machen und tun. Aber es ist eben ein Schwingungs-Unterschied, wenn ein Trainingskollege auch mit der Rohkost anfängt, sich da für mehr Natürlichkeit interessiert, oder wenn alle stoffen, ihren Egotrip fahren und nach Parfüm stinken.

Alles ist Energie, auch das, was man isst und das drückt sich dann eben immer wieder auch energetisch aus.

Im Grunde stehen wir immer noch ganz ganz am Anfang dieser Entdeckungsreise und haben auch keinen wirklichen Anhaltspunkt, weil eben alles schon denaturiert ist. Die Leute von der Memik, die auch mal auf Rohkost waren, haben das ganz treffend so ausgedrückt:

Warum kann ich gar nicht wissen, was wahres Glück und wahre Gesundheit wirklich sind?

Weil eben ALLES schon denaturierte Anteile hat und wir überhaupt nicht wissen, wie es von Natur aus vorgesehen war und ist. Alles ist verwirrt, alles mit Memen, also Glaubenssätzen, Überzeugungen und falschen Ideen über etwas, kontaminiert.

Keine Ahnung. Null... man kann nur auf Erfahrungen und Lehrmeinungen zurückgreifen, deren Basis eben schon das Denaturierte ist. Wir wissen nicht im Ansatz, was passiert, wenn man mal wirklich, wie ein Freund von mir es treffend nannte, naturrein is(s)t.

Und, das macht es noch schwieriger, überall finden sich Wahrheiten und Erkenntnisse, aber eben auch durch die Denaturierung verursachte Irrtümer und energetischen Ausdrücke dieser Ebene.

Burger hatte ja so eine Umgebung in Frankreich erschaffen. Ging auch in die Hose, bzw. ins Gefängnis. Weil eben auch da immer noch irgendwelche "deanturierten" Anteile dabei sind. Und wenn auch nur in Form von Prägungen, Ideen, Überzeugungen, Traumata. Die aber wieder FOLGE einer schon bioenergetisch gepanzerten / denaturierten Gesellschaft sind.

Also auch da: Rohkost alleine reicht auch nicht. Da gehört eben noch sehr viel mehr dazu. Und man bekommt vielleicht auch eine Ahnung von dem Gefängnis, von der Verwirrung, von dem Netz oder der Matrix, in der wir uns befinden. Fast nicht aufzulösen, weil man dauernd im Inneren wie im Äußeren mit Traumata, Prägungen, Ideen und Idealen einer gepanzerten und denaturierten Gesellschaft konfrontiert wird. Viele dieser Verletzungen, Prägungen und Meme wirken wie Atombomben. Und können wieder zerstörerisch wirken. Siehe Burger. Keine Ahnung, was den geritten hat, aber da ist ja auch am Ende alles implodiert.

Das ist eine Matrix, gespickt mit Sprengfallen und verborgenen Atombomben.

Im Grunde kann man nur sein Bestes geben, seine Praxis optimieren und dann nur schauen, beobachten, lernen, fühlen, sich einlassen (oder genau so wichtig: etwas nicht machen), und Vertrauen haben, dass man vom Leben gut behandelt wird und sich die "Wahrheit" zeigt und man sie auch als solche erkennt.

Wir befinden uns auf dem Weg der Heilung und auf dem Weg raus aus der Matrix.

Schauen wir mal, wer noch alles aufsteht und mit macht...

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