Instinkt und Jahreszeit

17.01.2020 20:53

Hier hat in den letzten beiden Tagen die Sonne schon recht kräftig geschienen und ich habe mich gleich mal mit freiem Oberkörper ans Fenster gehockt, um davon zu profitieren. Das Wetter war ja nun wirklich sehr mild zu letzt und auch mit viel Sonne. Und da merkt man erstmal wie beirrend das ist! Die Sonne scheint, die Bienen summen, die Vögel zwitschern und die Nachbarsfrau buddelt schon im Garten. Aber es ist erst Mitte Januar!!!

Interessant ist auch, wie der Instinkt auf die Bedingungen reagiert. Ist es eher winterlich kalt, geht es eher so Richtung karnivor, Fett und Fleisch. Wird es aber wärmer und milder, schon kriegt man wieder mehr Lust auf Früchte.

Bei Kaufland gibt es Demeter-Orangen, Demeter-Blutorgangen und Demeter-Fenchel und da konnte ich noch zwei Tagen Sonnenbad (und Sonnenbrand? Das Gesicht fühlt sich schon ein bisschen so an.) nicht widerstehen! Und gestern hatte ich da welche und die waren einfach nur gut. Auch der Fenchel.. schön knackig frisch. Leider kauft das wieder mal keiner und so vergammelt das da eben. Ich verstehe die Leute einfach nicht... ist doch nicht so viel teurer!

Auf meine eingelagerten Sache habe ich immer weniger Lust. Kein Wunder, der Knollensellerie ist ja nun schon drei Monate alt und das merkt man eben auch. Gottseidank ist es bisher recht mild und es gibt noch viele Möhren und Schwarzwurzeln frisch aus dem Garten, aber die Sellerie musste ich vor dem ersten Frost rausmachen und so liegen sie schon drei Monate. Zwar bestmöglich in Styrophorkisten, die sowas extrem lange frisch halten, aber sie kommen jetzt an ihre Grenze.

Wenn man mischt, Salate macht oder sich was reibt, dann mag das gehen, aber wenn man es mono isst, merkt man jetzt schon, dass das schon länger liegt. Solche Erkenntnisse sind auch für die Gartenplanung wichtig. Ist ja Qatsch, dann soviel anzubauen.

Also wenn man es mal ganz genau betrachtet, muss man wahrscheinlich entweder im Winter wirklich fast ausschließlich karnivor leben, oder man zieht Richtung Süden.

Wahrscheinlich wars ja früher auch so. Dass nun jeder auf seiner Scholle hockt, ist ja nur so, weil nun jedes Fleckchen Erde besiedelt ist. Und wer kann, der überwintert ja im Süden. Da steckt ja noch sowas drin.

Ich habe einen Facebook-Freund, den ich mal in Leipzig zum Rohkostpotluck getroffen habe. Der überwintert mit seiner Familie immer irgendwo im Süden, die Kinder gehen nicht zur Schule, die machen Un-Schooling, die haben da irgendwas getrickst, und im März sind die wieder hier und machen so einen Permakulturgarten. Ich weiß aber nicht, wovon die leben. Anscheinend so ein Onlinegeschäft.

Es ist mir aber schon mehrfach aufgefallen, dass der Bedarf stark mit der Jahreszeit oder eben den äußeren Bedingungen korreliert. Und die letzten beiden Tage waren echt irgendwie irritierend, weil es schon wie Mitte März war. Die Sonne kommt raus und schon ging auch meine Lust auf tierische Sachen zurück und ich hatte mehr Lust auf (kalziumreiche) Haselnüsse. Ich finde es erstaunlich. Und auch die Lust auf Früchte ging hoch und Sport ist auch wieder im vollen Gange seit zwei Wochen.

Die Frage bleibt eben weiterhin: wie sieht ein wirklich naturbelassenes Leben aus? Eines, was unseren Genen entspricht? Diese Frage ist eben ungeklärt und wird es vielleicht auch noch bleiben.

Sind wir rumgezogen? Wenn ja, wie weit? Waren wir in Höhlen im Winter? Wie sieht eine unseren Genen entsprechende Lebensweise in unseren Breiten aus? Vor der Sesshaftwerdung? Und können wir das überhaupt noch? Die nordamerikanischen Indianer, die auf gleicher Höhe leben (aber keinen Golfstrom haben), haben ja auch kein Gemüse im langen Winter und essen da den Mageninhalt der erlegten Tiere. Na ja, für mich eher unappetitlich, aber dort eben ein Genuss, weil eben mal was Pflanzliches. Also rein karnivor leben die da auch nicht. Auch haben sie im Permafrostboden Beeren eingelagert. Die essen sie dann im Winter. Zumindest stand das bei Weston Price. Das habe ich auch mal probiert, als meine Oldies hier Brombeeren aufgetaut haben.. war recht lecker, sperrte aber auch schnell.

Tja... Ich weiß es nicht... ich habe aber noch Lust auf was Frisches!

Vielleicht darf man sich auch nicht zuviele Gedanken machen.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

P.S. Wer den Blog unterstützen möchte, der darf das gerne tun! :-)

Ich freu mich über jeden Beitrag!

Überweisung:

Matthias Brautschek

SPARDA Bank Berlin e.G.

IBAN: DE 10 1209 6597 0003 8009 19

BIC: GENODEF 1S 10

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

—————

Zurück