Interessante Doku

26.10.2018 12:38

Gestern mal wieder eine gute Doku auf Youtube gefunden:

Für mich interessant war vor allem der Herstellungsprozess. Die Cocablätter sind ja in den Anden schon seit altersher eine Heil- und Kulturpflanze, die von den Einheimischen genutzt wird, um die schwere Arbeit in den Anden zu ertragen, um Schmerzen zu lindern und auch um in den Kontakt mit übersinnlichen Dimensionen zu treten.

Das Kauen von Coca-Blättern ist in den Anden sowie im Tiefland des Gran Chaco seit Jahrhunderten verbreitet. Die Blätter werden als Genussmittel, als Nahrungsergänzungsmittel, für kultische und medizinische Zwecke genutzt. Sie helfen Hunger, Müdigkeit und Kälte zu verdrängen und sind sehr wirksam gegen die Höhenkrankheit, da sie die Sauerstoffaufnahme verbessern. Auch hatten die Cocablätter eine spirituelle Bedeutung. Die gekauten Blätter bilden, zusammen mit Kalk und anderen Hilfssubstanzen (zum Beispiel Pflanzenasche, Quechua llipt’a), eine sogenannte „bola“. Zur Herstellung der Llipt’a dienen verschiedene Pflanzenarten, darunter Chenopodium quinoa (ilucta), Chenopodium pallidicaule und Baccharis-Arten.

Untersuchungen haben darüber hinaus gezeigt, dass beim Kauen von Coca-Blättern der von der Andenbevölkerung jeweils praktizierte Zusatz von Kalk das ursprünglich in den Blättern vorhandene Alkaloid Kokain durch alkalische Hydrolyse in das Alkaloid Ecgonin umwandelt, ein Alkaloid, dem jedes Suchtpotenzial fehlt. Diese Untersuchungen sind auch eine Erklärung dafür, dass das Kauen von Coca-Blättern unter Zusatz von Kalk auch über lange Zeit bei der Andenbevölkerung keinerlei Abhängigkeit entstehen lässt, während im Gegensatz dazu die in den westlichen Ländern geübte Praxis, Kokain als Reinsubstanz zu sich zu nehmen, nach einiger Zeit fast immer Sucht erzeugt. Beim Aufbringen von Speichel auf Wunden nach dem so beschriebenen Kauen von Coco-Blättern wurde möglicherweise auch schon die lokalanästhetische Wirkung[5] genutzt.

de.wikipedia.org/wiki/Cocastrauch#Verwendung

Im Grunde also Rohkost, wenn man so will. Die essen das ja roh mit etwas Kalk zusammen.

Wenn man dann aber wieder anfängt, daran massiv herumzumanipulieren und die Inhaltsstoffe quasi wieder herauskocht, dann fangen die ganzen Probleme an.

Wenn man sich mal anschaut, wie das Kokain dann hergestellt wird, dann kann man schon eine Ahnung bekommen, dass es nicht gesund sein kann.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kokain#Vorkommen_und_Gewinnung

Dazu werden die Blätter erstmal zwei Tage in Kerosin oder Batteriesäure eingelegt. Insgesamt braucht man dann 40 verschiedene Chemikalien, um das Kokain aus dem Cocablättern zu gewinnen.

Am Ende steht dann im Gegensatz zum Naturprodukt ein hochgradig süchtig machendes Industrieprodukt.

Im Grunde das gleiche wie bei der Herstellung von Zucker. Da wird aus den Zuckerrüben, roh kaum essbar, unter immensen Aufwand in Fabriken dann der Weißzucker gewonnen. Als Kind haben wir öfters die Zuckerfabrik in Wulfen besucht und uns den Herstellungsprozess angeschaut. Es stank, es war heiß, es war eine immense Fabrik. Der ganze Aufwand wurde nur betrieben, um ein Stoff aus einer Pflanze zu isolieren.

Und mit der Isolation kommen dann auch die ganzen Probleme.

Es gibt ja noch viele solcher Beispiele.

Interessant ist, was Siegmund Freud über die Wirkung des Kokains schreibt:

„Die psychische Wirkung des Cocainum mur. in Dosen von 0,05 bis 0,10 Gramm besteht in einer Aufheiterung und anhaltenden Euphorie, die sich von der normalen Euphorie des gesunden Menschen in gar nichts unterscheidet. Es fehlt gänzlich das Alterationsgefühl, das die Aufheiterung durch Alkohol begleitet, es fehlt auch der für die Alkoholwirkung charakteristische Drang zur sofortigen Betätigung. Man fühlt eine Zunahme der Selbstbeherrschung, fühlt sich lebenskräftiger und arbeitsfähiger; aber wenn man arbeitet, vermisst man auch die durch Alkohol, Tee oder Kaffee hervorgerufene edle Excitation und Steigerung der geistigen Kräfte. Man ist eben einfach normal und hat bald Mühe, sich zu glauben, dass man unter irgend welcher Einwirkung steht.“

Scheinbar, ich habe keinerlei Erfahrung damit, versucht man hier nur einen ganz natürlichen Zustand zu erzeugen, der irgendwie verloren gegangen ist. Ähnliches gilt ja auch beim Alkohol. 

Mir ist aufgefallen, dass durch die Rohkost viele Hemmungen und Ängste (zum Beispiel jemanden ansprechen) verschwinden und man eben ganz natürlich man selbst ist. Die Frage ist wirklich, inwieweit die Kochkost dieses Natürlichsein dämpft und man dann wieder Drogen braucht, um in dieses Gefühle zu kommen.

Wie oft habe ich auf Partys beobachtet, dass die erst alle stocksteif rumsaßen, nach einer Stunde und drei Bier aber ausgelassen lachten und am Ende euphorisch über Tisch und Bänke gingen, bevor sie dann sturz besoffen irgendwo rumlagen. Ich habe mich oft gefragt, wieso die nicht gleich lustig, ausgelassen und ungehemmt sind.

Aber wahrscheinlich wirkt das Kochen auch irgendwie bioenergetisch dämpfend und man braucht dann wieder irgendwelche anregenden Substanzen, um irgendwie wieder normal zu werden. Wenn auch nur kurzzeitig, weil man ja immer auch die Nebenwirkungen mitgeliefert bekommt. 

Aber ist ja auch logisch: wenn man sich unnatürlich ernährt, verhält man sich auch unnatürlich. Und wenn man sich unnatürlich ernährt, dann verschließen sich wahrscheinlich auch bestimmte geistige Dimensionen, die dann nur mit Drogen, Ritualen und Kram mühsam wieder geöffnet werden können, wenn überhaupt, im natürlich ernährten und entspannten Zustand aber wahrscheinlich der Normalzustand sind.

Deswegen haben ja alle spirituellen Schulen auch immer Fasten und Ernährungsvorschriften im Angebot. Die sind sich dessen wahrscheinlich auch bewusst.

Man betreibt da also einen immensen Aufwand und hantiert mit giftigen Chemikalien, nur um wieder normal zu werden und das zu erleben, was man erlebt, wenn man mal angegorene Datteln oder leicht alkoholisierte Früchte gegessen hat oder einfach nur ausgeglichen is(s)t. Da erlebt man ja zum Teil auch, ganz natürlich eben, echte Euphorien, ohne aber in die Albernheit und in die Sucht abzurutschen (wobei das oft schwer ist, wenn man aus der Kochkost kommt und da schon Süchte entwickelt hat, da ist man schon ein bisschen sowas wie ein trockener Alkoholiker und dann gibt man einen Haufen Geld für Datteln und anderen Kram aus).

Ich denke schon, dass die Natur eigentlich alles so bereit hält, wie es richtig ist und dass die ganze Trickserei und Manipulationen die Sachen nur schlechter machen.

Selbst Drogen scheinen da weitaus weniger gefährlich zu sein.

Es gibt ja einige Rohköstler, die auch mit Fliegenpilzen, Tollkirsche und anderes experimentiert haben und berichteten, dass es erst dann gefährlich und unangenehm wurde, als sie die Sperren missachteten.

Ich habe ja eh schonmal irgendwo gesagt, dass eine ausgewogene Rohkost eh die beste Droge ist, weil man dann ausgeglichen ist und man ganz natürlich wieder normal wird.

Was angesichts der Unnatürlichkeit der Welt oft nicht ganz einfach ist! lol

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