Lesenswert!

24.09.2018 20:46

Ich habe heute in einem Forum eine sehr treffende Kapitalismusanalyse gelesen, die ich hier gerne teilen möchte:

Der Kapitalismus steuert aufgrund seiner - zum Himmel schreienden - inneren Widersprüche auf seine eigene Zerstörung zu.

Wir sind schlicht weg zu produktiv geworden. Die Märkte werden immer enger, da es immer schwieriger wird, profitabel zu wirtschaften. Die Amortisationszeitpunkte für Investments bzw der ROI verlagern sich immer mehr in die Zukunft, was v.a. am stets ansteigenden Volumen der Finanzmärkte ersichtlich wird:

All die Derivate die da rumgeistern sind in letzter Konsequenz nichts anderes als Versprechungen für zukünftige Renditen. Damit das System weiter läuft, muss die Verschuldung zwingend ansteigen. Hinzukommt die Tatsache, dass durch steigende Produktivitäten noch mehr investiert und produziert werden muss usw usf Ein circulus vitiosus.

Daraus wird auch ersichtlich, warum die aktuell laufende Klimakollaps nur noch schneller und schlimmer kommen kann: Je produktiver wir werden, desto mehr Ressourcen müssen zur Kapitalakkumulation aus dem Boden gerissen und verwertet werden. Nur um aus Geld noch mehr Geld zu machen.

Irgendwann wird der Punkt erreicht sein, an dem den "Märkten" bzw. den Gläubigern bewusst wird, dass sie niemals ihre investieren Kredite zurückgezahlt bekommen werden. Das globale BIP liegt aktuell bei ca. 100 Billionen Dollar, die global grassierende Summe in den Finanzmärkten liegt bei ca. 1000 Billionen Dollar. Niemals kann dieser Wert in der Realwirtschaft realisiert werden.

Und spätestens dann, wenn klar wird, dass alle Hoffnungen auf zukünftige Rendite aufgegeben werden, spätestens dann wird es zu einer massiven Kapital- und Geldentwertung kommen. Die Märkte werden kollabieren, die Arbeitslosigkeit wird in die Höhe schnellen und es wird sich eine Hyperinflation breit machen. Und diesmal werden die Notenbanken keine Möglichkeit zur Justierung haben: Alle finanzpolitischen Instrumente wurden ausgeschöpft (Nullzins, Gelddrucken usw).
Die wirtschaftlichen Verwerfungen werden wohl dazu führen, dass die verarmten Massen politisch extrem wählen und natürlich nach einem Sündenbock für die Krise suchen - mit allen (bekannten) Konsequenzen.

Wer in der aktuellen Entwicklung keinen frappierenden Parallelen zur protofaschistischen Zeit in der Weimarer Republik sieht, verschließt bewusst seine Auge.

Nein, die gesellschaftlichen Zustände können nicht besser, nur schlimmer werden. Die einzige Möglichkeit: Raus aus dem Kapitalismus! Nur so kann die Dystopie vermieden werden.

Im Grunde muss man hier wirklich mal eine Lanze für viele wirklich gebildete und schlaue Menschen im Land brechen, die auch nicht müde werden, dieses Wissen und ihre sachlichen Analysen zu teilen.

Man kann nur hoffen, dass wir diesmal an der Katastrophe vorbei schrammen.

Ich möchte hier nochmal auf den Vortrag von Hans Joachim Maaz hinweisen, der "das Leben aus dem Unbewussten" nachvollziehbar beschreibt.

Man kann es sich garnicht oft genug anschauen.

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