Jeder muss seinen eigenen Weg finden

26.08.2016 18:40

Das wurde jetzt auch wissenschaftliche bestätigt:

Ob mediterrane Küche oder Atkins-Diät – die Gene bestimmen, was dem einen guttut und den anderen krank macht

Orlando (USA) - Ein und dieselbe Ernährungsweise kann für verschiedene Menschen ganz unterschiedliche Folgen haben: Die einen bleiben schlank und gesund, die anderen werden davon fettleibig und herzkrank. Ursache dafür ist unter anderem das je nach Individuum unterschiedliche Set an Genen, die den Stoffwechsel steuern. Das bestätigten jetzt Forscher in Fütterungsversuchen mit Mäusen. Bei Tieren aus vier Stämmen von Labormäusen wirkte sich das jeweils gleiche Futterangebot höchst unterschiedlich auf Körpergewicht und Herzgesundheit aus. Es sei daher fraglich, ob es gerechtfertigt ist, eine bestimmte Ernährungsform generell als gut oder schlecht zu beurteilen, erklärten die Wissenschaftler auf einer Konferenz der „Genetics Society of America” in Orlando.

Das ist ja schon immer mein Reden, dass jeder seinen Weg finden muss und man nicht irgendwelche Rezepte kreieren kann, die dann für jeden und alles passen. Deswegen halte ich mich auch etwas zurück, immer alles zu veröffentlichen, was ich esse. Weil das hat sich für mich über viele Jahre so herauskristallisiert und ist auch da noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich hatte mir ja hier schonmal einige Gedanken dazu gemacht. 

Und das bemängle ich auch bei den meisten Rohkostbüchern, dass die sich irgendwas ausdenken und dann für alle gültig machen. So funktioniert die Natur aber nicht. Auch nicht beim Menschen. Da muss jeder seinen Weg finden.

Ich glaube, dass da einzig die Instinktive Rohkost / Instincto dem einigermaßen Rechnung trägt. Dass es auch da Probleme geben kann, wurde ja hier und in vielen vielen Diskussionen in Foren und Gruppen entsprechend thematisiert (Stichworte Überzüchtungen, Wegzüchten von Sperren, Verfügbarkeit etc.)

„Die gesundheitlichen Vorteile und Risiken einer bestimmten Ernährung werden zu stark verallgemeinert“, sagte William Barrington aus dem Labor von David Threadgill an der Texas A&M University in College Station. „Verschiedene Individuen unterscheiden sich in der für sie optimalen Ernährungsweise.“

Das war ja schon lange meine Überzeugung auch bei der reinen Rohkosternährung und wird hier auch bestätigt. Das heisst aber im Umkehrschluss nicht, dass man nicht auf Fehler, die sich ebenfalls herauskristallisiert haben, hinweisen darf und muss, wenn man sieht, dass da was schief läuft:

Es gab insgesamt keine einheitliche Reaktion der vier Gruppen genetisch unterschiedlicher Mäuse auf eine bestimmte Ernährungsweise. Das japanische Essen hatte bei den meisten Stämmen positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Die in Westeuropa übliche Kost wirkte sich dagegen überwiegend negativ aus: Viele Mäuse wurden fettleibig, der Cholesterinspiegel stieg an und damit auch das Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten. Doch bei dem einen Mäusestamm waren diese Effekte stärker, bei anderen nur schwach ausgeprägt. Die Mäuse eines Stammes blieben gesundheitlich sogar nahezu unbeeinflusst von den verschiedenen Ernährungsformen. Die Atkins-Diät führte bei dem einen Stamm zu Fettleibigkeit und weiteren Stoffwechselstörungen, während die Tiere eines anderen Stammes weitgehend gesund blieben.

So ähnlich ist es ja in der Rohkost auch: bei einigen gibt es mit z.B. obstreicher Kost Probleme, bei anderen nicht. Die einen vertragen Gemüse gut, die anderen weniger, wieder andere mögen ab und an Getreide, andere wiederum kommen damit garnicht zurecht. Die einen benötigen mehr tierische Produkte, um gesund zu bleiben, die anderen würden damit Probleme bekommen. Wieder andere scheinen mit Milchprodukten gut zu fahren, was andere regelrecht krank machen würde.

Aus einem anderen Artikel dazu passend:

„Unter Ernährungsspezialisten und Ärzten ist durchaus bekannt, dass Patienten sehr unterschiedlich auf verordnete Diäten ansprechen”, sagt Segal. „Wir können in den Daten sehen, dass dieselben allgemeinen Empfehlungen den Menschen nicht immer helfen. Meine größte Hoffnung ist es, dass wir dieses Boot wenden und in eine andere Richtung steuern können.” Link

Rohkost heisst eigentlich ständiges Probieren und Experimentieren, um seinen Weg zu finden. Und es bedeutet vor allem auch ständiges Beobachten von sich und anderen und die Bereitschaft, sich immer wieder in Frage zu stellen. Ich glaube jeder, der sich in seiner Rohkostdiät nett eingerichtet hat, ist schon irgendwie in eine Falle geraten. Man muss da immer wieder neu adaptieren und bereit sein, etwas zu ändern.

An diesem Weg kommt keiner vorbei. Wer sich einen vorgefertigten Weg wünscht, und Anweisungen a la: "So wirds gemacht!" sollte nicht mit der Rohkost anfangen.

Wer aber grundsätzlich offen für ein Abenteuer ist und Lust hat, auf eine Entdeckungsreise zu gehen, der ist hier genau richtig.

Aber wie sollte man da eigentlich nun rangehen? Ja ganz einfach natürlich!!!

Auch wenn die Forscher einen Algorithmus entwickelt haben, der bei der Erstellung einer personalisierten Diät helfen kann und sagt, was gut und was schlecht ist – letztlich ist es vermutlich gar nicht so verkehrt, was manche Ernährungsexperten bereits empfehlen: wieder mehr auf den echten eigenen Hunger zu hören und darauf, worauf man wirklich Lust und Appetit hat.

So mache ich es nun schon seit Jahren. Deswegen treibe ich gerne Sport / bewege mich gerne und arbeite auch gerne körperlich, weil man dann wirklich Hunger hat und dann esse ich das, worauf ich wirklich Lust habe! 

Und wenn ich anfangs noch Lust auf bestimmte Kochkostsachen hatte, so habe ich da immer etwas im rohen Kontext gesucht und auch immer gefunden. Ich habe mir da einfach auch nichts verwehrt. Wenn ich schon Mittags Lust auf fettes Wildschwein hatte, habe ich das gegessen und auch abends mal Früchte, wenn mir danach war.

Und ich habe mich natürlich auch immer beobachtet: wie fühle ich mich, wie verdaut sich das? Und dann kam es eben mal, dass ich acht Monate keine Früchte gegessen habe, einfach, weil ich da instinktiv keine Lust mehr drauf hatte. Und derzeit esse ich gerade keine tierischen Proteine, sondern mehr gekeimte Linsen, Kichererbsen, Sonnenblumenkerne und mal eine Avocaodo und vermehrt Rohmilchbutter. Auf Fleisch und Fisch habe ich derzeit absolut keine Lust. Lieber Salate mit vielen gekeimten Linsen. 

Aber wie gesagt: das kann für andere wieder vollkommen falsch sein!

Jeder muss seinen eigenen Weg finden, denn jeder Mensch ist anders!!!

Den Rest des Artikels gibt es hier: www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Bestaetigt__Die_fuer_alle_ideale_Ernaehrungsweise_gibt_es_nicht1771015590170.html

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