Karnivorismus

12.12.2017 17:02

Den Tag habe ich ein interessantes Interview bei Joe Rogan gesehen. Dort saß ein Arzt, Dr. Shawn Baker, der sich seit einem Jahr nur von Fleisch ernährt. Ok, auch gebraten, aber offensichtlich gibts da eine richtige Gegenbewegung zu den Veganern. Die haben natürlich auch eine Facebookgruppe: "Zero in on Health". Da habe ich mich mal angemeldet, mal schauen, ob ich auch zugelassen werde. Einer isst da anscheinend schon seit 10 Jahren nur Fleisch. Nichts anderes. Und erfreut sich bester Gesundheit.

Ich finde das unglaublich interessant, weil ich selber ja mal eine Woche nur Wildschwein gegessen hatte und mich da, ganz ehrlich gesagt, super gefühlt habe. Eigentlich war das die bisher beste Zeit in der Rohkost. Ich habe da einmal pro Tag eine Mahlzeit gemacht und soviel Fleisch und Fett gefuttert, wie es eben geschmeckt hat.

Danach war ich satt und zufrieden, hatte viel Energie, konnte lange arbeiten und nach 23h gabs die nächste Malzeit. Die Verdauung war 1a und ich habe mich sehr, ich wills mal sagen, männlich, gefühlt. Also schon so in Richtung: "Jetzt gehen wirs an!".

Ich weiss nicht, ob ich jetzt auch auf alles andere verzichten möchte, ich esse ja auch gerne andere Sachen. Aber ich fand das schon irgendwie faszinierend.

Vor dieser Woche hatte ich schon öfters mal kleine Perioden (drei Tage maximal), in der ich nur Fleisch gegessen hatte. Manchmal sogar zweimal am Tag, zumeist übers Wochenende. Und vor allem dann, wenn es viel Wildschwein gab. Oder ich habe einfach nur mal eine Malzeit pro Tag gemacht, zumeist dann abends, und dann eben mono nur Fleisch.

Ich merke aber auch, dass ich nach ein paar Tagen nur Fleisch aber einen Ausgleich brauche. Das ich dann auch genug habe und wieder anderes essen möchte.

Aber rein evolutionär macht das schon Sinn, das Fleisch den Großteil der Nahrung hier in Mitteleuropa ausmachte. Was gabs denn hier zu essen vor der neolithischen Revolution? Mammuts, Wollnashörner, Wildpferde, Wildschweine, Riesenhirsche, Auerochsen. Dann Blätter, Wildkräuter und eine handvoll Beeren. Das wars.

Also vor dem Hintergrund macht es wirklich Sinn, wenn sich Menschen plötzlich besser fühlen, wenn sie auf so eine Diät gehen. 

https://www.landschaftsmuseum.de/Bilder/Lasceaux-2.jpg

(www.landschaftsmuseum.de/Bilder/Lasceaux-2.jpg)

Die Menschen haben ja auch im Grunde aufgemalt, was sie gegessen haben. Und das waren eben kein Früchte, sondern eben vor allem Wildtiere.

Ich muss gerade lachen bei der Vorstellung, wenn sich dann irgendwann am Ende rausstellt, dass der Mensch mit einer roh-fleischbasierten Diät am längsten lebt und am gesündesten ist! :-D

Das wäre dann schon irgendwo ein kosmischer Witz!

Gerade jetzt, wo Fleischessen ja mehr und mehr verpönt wird. Stichwort Klimawandel.

Wie es auch sei, grundsätzlich macht es vor einem evolutionären Standpunkt durchaus Sinn. Vor allem für die Individuen der menschlichen Population, die aus den nördlicheren Breiten stammen, bzw. sich an diese Breiten angepasst haben. Dazu zählen eben die Eskimos, die Tschuktschen, die Eweken, die Lappen, die Samen, die Finnen, Schweden, Russen, die germanischen Völker, die nordamerikanischen Indianer.

Weiter südlich gabs ja dann schon mehr Auswahl an Früchten, bis nach Nordafrika und der arabischen Halbinsel, wo man tagelang nur von Datteln leben kann.

Es ist schon wahnsinnig interessant, wie vielfältig dann am Ende doch die "Wahrheiten" zu sein scheinen.

Und man weiss eben vieles in letzter Konsequenz noch nicht.

Deswegen finde ich das wirklich klasse, wenn da Menschen immer wieder neue Sachen ausprobieren.

Das gilt auch für vegan... nur aufgrund der vielen Menschen, die das bisher ausprobiert haben, wissen wir, dass es in der Praxis ohne Supplemente langfristig nicht geht.

Im Grunde ist ja alles ein Experiment. Auch das, was gerade als "normal" und "etabliert" angesehen wird. Im Grunde sind das auch alles nur Experimente.

Man könnte fast den Eindruck gewinnen, die Erde ist ein gigantisches Labor, wo unterschiedlichste Forschungen auf vielen Ebenen laufen. Die Menschen probieren ja auf vielen Ebenen was aus. In Beziehungen, in der Kommunikation, in der Ernährung, sexuell... es wird ja überall experimentiert. 

Der Prof. Lesch hat das ja auch schon so benannt. Und etwas ironisch angemerkt, dass wir ja gerade einen Großversuch machen, das Klima zu ändern.

Schauen wir mal, was am Ende raus kommt! :-D

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