Kindermund tut Wahrheit kund.

16.05.2016 19:29

„Wenn man einmal frei hatte, will man eigentlich nicht mehr zurück.“ - antwortete meine Nichte gerade auf die Frage, ob sie morgen gerne wieder in den Kindergarten gehen möchte. Interessant oder? Kinder spüren genau, wie auch viele Erwachsene, dass diese Tagesstätten, egal ob sie Kindergarten, Schule, Ausbildungsstätte oder Arbeitsplatz heißen, immer irgendetwas mit Zwang zu tun haben. Sie MUSS ja gehen und würde, hätte sie die Wahl, das offensichtlich nicht machen, oder seltener.

 

Ich habe sie gerade noch gefragt, ob sie lieber nicht mehr in den Kindergarten gehen würde, aber es macht ihr nichts aus zu gehen, aber wie sagte sie: „Man gewöhnt sich so schnell an die Freiheit und dann will man nicht mehr in den Kindergarten. Aber morgen gehe ich wieder, aber nur bis Mittag.“

 

Wenn man das hört, wird klar, dass hier Kinder zu Systemlingen erzogen werden. Im Herzen will sie zwar nicht wirklich, aber irgendwie hat man sich in die Notwendigkeit gefügt und der „Urlaub“ oder der halbe freie Tag dienen schon in diesem Alter als Erleichterung.

 

Jetzt habe ich sie nochmal gefragt, ob sie lieber bei der Oma wäre. "Schon, aber ab und zu Kindergarten wäre schon schön, da treffe ich ja meine Freunde. Aber man kann das ja nicht ändern, dass man immer hin muss." Ich habe dann noch gefragt, ob es besser wäre, nur bei der Oma zu sein und nur dann in den Kindergarten zu gehen, wenn sie wirklich Lust dazu hätte. "Das wäre natürlich super, aber das geht ja nicht." Und wenn es ginge? "Das wäre wirklich am Besten."

 

Tja... da sieht man schon, wie im Kindesalter die spätere Arbeitsunlust in Schule und Beruf gelegt wird. Und dann braucht es Zuckerbrot und Peitsche in welcher Form auch immer, also Motivation von außen, statt dass die Lernfreude, die Arbeitsfreude, die Lebensfreude aus sich selbst heraus entsteht. Ich habe das in allen Jobs gespürt, dass die meisten dort sind, weil sie müssen. Nicht weil sie wirklich wollen. Das heißt aber nicht, dass sie NIE arbeiten wollen, aber offensichtlich wird von vielen oder gar allen der Arbeitsalltag als Zwang empfunden. Urlaub und Geld sind dann nur das Zuckerbrot. Hartz4 und andere Strafen die Peitsche. Und wieviele Liter Kaffee dienen wohl nur dem Zweck, sich zur Arbeit aufzupeitschen und wieviele Kekse und Zigaretten dienen dazu, um den Menschen über den Tag zu retten. Und damit man sich da frühzeitig dran gewöhnt, gibt es Kindergärten und andere Einrichtungen.

 

KinderGARTEN. Hört sich erstmal schön an, aber im Grunde ist der Garten nichts Romantisches. Sondern ein Ort, wo man etwas anbaut und großzieht, damit man später einen Nutzen davon hat, was mit der eigentlichen Natur erstmal nichts zu tun hat. Die will den Garten sofort wieder in Wald verwandeln. Und so ist auch der Kindergarten ein Ort, wo Menschen frühzeitig rangezogen werden, damit irgendjemand später davon einen Nutzen hat. Und wo man auch gegen die Natur des Kindes arbeiten muss, weil die etwas ganz anderes will. Und mittlerweile wurden die Schulen und die Studiengänge ja mehr und mehr systemkonform gemacht, so dass man weiß, wer da den Nutzen hat. Betrachtet man die Lohnentwicklung im Vergleich zur Produktivität, ist auch klar, was für ein System das ist. Ein pures Ausbeutersystem.

 

Es erklärt sich auch, wieso viele Naturvölker als faul, träge, dumm, arbeitsscheu und unzuverlässig galten. Die waren einfach nicht in den jeweiligen „Gärten“, sondern lebten mehr aus ihren Impulsen heraus. Und dann begann man denen ja oft, die Kinder wegzunehmen, wie bei den Aborigenies, oder sie andersweitig zu "zivilisieren".

 

Es ist wirklich spannend, und erschreckend, schon bei Kindern diese Erziehung zur Systemkonformität zu sehen. "Es wäre zwar schön, wenn es anders wäre, aber...", das hört sich komisch an, wenn das aus einem Kindermund kommt. Ich persönlich bin mal aus dem Kindergarten abgehauen. In der Schule habe ich mir immer die Fahrt zur Oma erschwindelt, statt in den Hort zu gehen und erst ab der fünften Klasse, als es keinen Hort mehr gab, sondern nur mehr die Schule vormittags, machte mir die Schule Spaß. Aber nur bis zur achten, danach war es langweilig. Erst in der Lehre blühte ich regelrecht auf, weil man da handwerklich arbeiten konnte.

 

Und später habe ich versucht, immer meinen Interessen zu folgen, was mich zumeist sehr glücklich machte. Nur bin ich da eben auch ein Einzelfall und wie es ausgeht, weiß auch auch keiner! lol Aber am Zwang wird das System scheitern. Man kann die Menschen weder in Länder einsperren, noch in Strukturen. Mensch sein heißt frei sein wollen. Das war und ist unsere ureigenste Natur. Millionen Jahre waren wir frei. Arbeiten hieß Essen sammeln und erbeuten, Haus bauen, aus Fellen Kleidung machen und Kinder hüten.

 

Wir leben also in einem Zwangssystem, wo der Lottogewinn, die Erbschaft oder anderer Geldsegen als Befreiung erhofft werden. Dabei wollen die Menschen ja arbeiten. Wenn man das machen kann, was man möchte und auch dann, wann man es möchte, ist man extrem produktiv und es ist eine große Freude, zu arbeiten. Natürlich muss man wohl immer den inneren Schweinehund überwinden, aber grundsätzlich scheint Götz Werner, der Chef von DM und einer der Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens, recht zu haben wenn er sagt: „Wer nicht arbeiten will, ist krank.“

 

Und dann kommt der nächste Gag: dann ist man ein treuer Systemling, studiert, geht arbeiten und dann merkt man: diese ganze Scheiße ist vollkommen sinn- und nutzlos, und im Grunde überflüssig. Wieviele Verwaltungen sind nur mit sich selbst beschäftigt? Wieviele Produkte werden direkt für den Müll produziert? Wieviele Menschen haben Stellen, wo sie sich zu Tode langweilen? Wieviele Menschen produzieren in ihrer kostbaren Lebenszeit wertlosen Schrott? Oder sind mit der Verwaltung der Schrottproduktion beschäftigt? 

 

Heute wurde hier eine vier Jahre alte Waschmaschine entsorgt. Vier Jahre. Dann gehts auf den Müll. Weil sich eine Reparatur nicht mehr lohnt. Also das ist doch einfach nur noch krank! Das Ding hat ja jemand geplant, konstruiert, gebaut, beworben, verkauft und besteuert. Und wenn man sich mal ausmalt, was passiert, wenn jeder Haushalt nur alle 40 oder 50 Jahre eine neue Waschmaschien braucht, wird klar, was das bedeutet. Systemkernschmelze. 

 

Und dann wird man schon im Kindergarten herangezogen, sich an den "Alltag" zu gewöhnen. Und später Teil des Systems zu werden, indem es trotz, oder gerade deswegen mehr oder weniger UNMÖGLICH ist, wirklich sauberes Wasser oder instinktoqualitative Nahrung zu bekommen.

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