Kirschen und Erdbeeren

26.06.2015 16:52

Derzeit sind bei uns die Kirschen und Erdbeeren reif. Und die alsse ich natürlich auch nicht umkommen. Aber man muss es sich immer wieder vor Augen halten: es sind eben Produkte, denen man die Sperren schon weggezüchtet hat. Gestern war ich in Dessau im Musikladen um mir neue Gitarrensaiten zu besorgen. Auf dem Weg nach Hause bin ich noch zum EDEKA gefahren. Vor dem Eingan stand ein Wildkirschbaum. Gleich mal gekostet. Wildkirschen enthalten relativ viele Bitterstoffe, so dass man hiervon nicht die gleichen Mengen essen kann wie von gezüchtete Kirschen, die ja nun keinerlei Bitterstoffe mehr enthalten. Somit kann man natürlich auch größere Mengen davon verzehren. Zumeist greift dann irgendwann die Magensperre. Sprich, das Volumen des Magens ist ausgefüllt und man hört deswegen auf mit dem Essen. Wildkirschen sind nicht weniger süß! Haben aber, wie gesagt, entsprechende Begleitstoffe. 

Ich persönlich finde es sehr natürlich, die Früchte direkt vom Baum zu essen und auch dann, wenn sie Saison haben. Dann passt auch zumeist alles andere und man bekommt eben nicht nur das Produkt an sich mit, sondern auch die kleinen Hautverletzungen, wenn man auf den Baum klettert, die entsprechende Bewegung, die Starenscheisse und das Wetter dazu. Und der öklogische Fußabdruck ist auch geringer, bzw. garnicht vorhanden.

Wir haben im Nachbardorf einen Bekannten, der auch ein guter Gärtner ist. Von dem konnte ich mir heute einen großen Eimer Möhren holen. Wie schon auf Neopresse geschrieben, kann diese Kleingärtnerei tatsächlich in Krisenzeiten die Menschen auffangen. Man versorgt sich selber und tauscht mit den Nachbarn. Man tauscht aber nicht nur selbst erzeugte Produkte, sondern auch Informationen, Geschichten, Ansichten, Ideen.

Noch mal zu den Wildkirschen vs. Kulturkirsche. Hier sieht man aber auch mal, wie schnell man da in ein Ungleichgewicht geraten kann. Wenn ich von Wildkirschen nur 1/3 der Menge essen kann, wie von Zuchtkirschen, dann habe ich auch nur 1/3 der Kalorien. Was esse ich dann? Womit fülle ich die 2/3? Und hier liegt auch schon der Hase im Pfeffer. Diese 2/3 (ein rein hypothethischer Wert, dient nur zur Verdeutlichung) sind dann eben keine süßen Sachen, sondern eben zahnschonende Produkte. Gemüse, Fette, Fisch, Fleisch, Nüsse. Das ißt man dann jeden Tag in größeren Mengen, einfach auch, um auf die erforderliche Kalorienmenge zu kommen. 

Man sieht also, dass mit ein paar "kleinen" züchterischen Tricks so einiges aus dem Gleichgewicht geraten kann. Wenn man sich dann die Tagebücher einiger Rohköstler anschaut, oder auch sieht, was einige 80 10 10 essen, na gut, dann ist es natürlich klar, dass das langfristig nicht ganz unproblematisch sein kann. 

Ansonsten haben wir derzeit auch Blumenkohl und Erbsen. Der Blumenkohl ist der absolute Megahit! Solche Qualität gibt es in keinem Bioladen. Der schmeckt sogar etwas nach Dill. Und Erbsen liebe ich sowieso! :-)

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