kleine Auswahl problematisch?

19.01.2015 22:34

Ist es nicht auf eigenartiger Weise erstaunlich, dass viele in der Rohkost so eine enorme Auswahl brauchen, um zufrieden zu sein? Und selbst dann reicht es ja zumeist nicht und es wird nach kräftig gewürzt und auf unrohe Produkte zurückgegriffen, und wenn man dann mal googelt, dann findet sich diese Studie im Netz, die ich hier sogar schon mal verlinkt hatte: de.wikipedia.org/wiki/Self-selection_of_diet_by_young_children

Entgegen der "Lehrmeinung" wurde in diesem Experiment doch recht bescheiden aufgetischt:

Und dennoch haben sich die Kids gut entwickelt. Wie kommt das?

Zum einen fällt auf, dass es sich bei allen Produkten um sehr nahrhafte Sachen handelt. Dann zeigt sich auch, dass der Mensch auch mit weniger auskommt, wenn es denn das Richtige ist. Und es zeigt sich vor allem, dass viele tierische Produkte angeboten wurden. (Vegan ist ja grade im Trend, und wie so oft ist man gut beraten, gegen den Strom zu schwimmen, dann kann man sicher sein, dass man auf dem richtigen Wege ist!)

Für mich ist das größte Problem, dass die meisten Rohies aus der vegetarischen Ecke kommen, so dass hier immer unterbewusst ein Widerstand gegen die tierischen Produkte besteht. Schaut man in die Tabelle, so sieht man, dass grade mal fünf (!!!) verschiedene Früchte gereicht wurden. Was bedeutet das, wenn es immer nur die selben fünf Fruchtsorten in der Auswahl gibt? Na man hat irgendwann dann auch keinen Bock mehr drauf und macht was? Genau! Man isst was anderes. So, was macht aber nun der gemeine Rohköstler, wenn die vorhandenen Früchte nicht mehr munden? Er bestellt andere Sorten! Orkos wirbt ja mit einer großen Auswahl. Somit bleiben die Früchte wieder interessant. Statt dass sie langweilig werden sollten, so dass mal etwas anderes gegessen wird. Aus meiner Sicht ist das einer der Hauptgründe, wieso es schon mittelristig zum Ungleichgewicht kommt. Das Angebot an Früchten mit all den veschiedenen Züchtungen ist wohl einfach zu groß.

Ich erinnere mich ja noch gut an die Lehre damals, dass man, wenn etwas nicht mehr gut riecht und schmeckt, etwas anderes bestellen sollte. Und so hat man eben, wenn die Mango Smaragd durch war, Mango Kent bestellt. Oder Amelie. Und sich beschwert, dass die ja nicht ganz so gut waren, aber gegessen hat man es dennoch!!! Und zack, wieder Früchte! Und wie oft habe ich mir, wenn die Apfelbananen nicht mehr schmeckten, Feige-Apfel oder Gros-Michel bestellt? Was hätte ich aber gegessen, wenn ich bei einer engen Fruchtauswahl geblieben wäre? Tja, wohl was anderes. Aus meiner Sicht erklärt sich so sowohl das Daueruntergewicht einiger Rohies, als auch die Zahnprobleme. Die Auswahl an Früchten ist zu groß, an Gemüsen und tierischen Produkten zu klein.

Die Kids in der Studie sind gedeihlich gewachsen mit einer Auswahl von nur 34 (!!!) verschiedenen Lebensmitteln. Die hatten es aber in sich und waren nahrhaft.

  1. Die Selbstauswahl einfacher natürlicher Nahrungsmittel ist eine sichere Methode für brustgestillte Kleinkinder nach dem Abstillen.
  2. Kinder dieses Alters sind imstande, einfache natürliche Nahrungsmittel (auch Fleisch und Innereien) zu verdauen.
  3. Die Verdauung der von den Kindern gewählten Lebensmittel war optimal.
  4. Die Nahrungswahl resultierte in optimalem Wachstum, Gewichts- und Knochenentwicklung, Muskulatur, Vitalität und Wohlbefinden.

Was auch eine gute Sache ist: feste Malzeiten. Anscheinend reichen drei vollkommen aus, dass sich die Kids gut entwickelt haben. Das ewige Rumnaschen ist also alles andere als vorteilhaft.

Den Kleinkindern standen 34 Lebensmittel, jedes in einer separaten Schüssel präsentiert auf einem Tablett, zur Auswahl. Das Kind saß beim Essen am Schoß einer Hebamme, die dem Kind das Lebensmittel dessen Wahl reichte, ohne es in seiner Entscheidung zu beeinflussen. Es wurden 3 (Anfangs 4) Mahlzeiten pro Tag von je 25-30 min gehalten.

Tja, ich bin oft geneigt zu sagen, dass man von den Alten was lernen kann. Dieses Experiment würde so heute nie wieder stattfinden, aber es liefert doch enorme Einsichten in die Möglichkeiten der sich selbst regulierenden Ernährungsweise.

Wie gesagt, hier wurden grademal 5 verschiedene Früchte gereicht. Vielleicht reicht dies auch vollkommen aus und verführt durch seine Begrenzung nicht zum dauerhaften Zuckerkonsum.

Viele der Produkte wurden ja auch gekocht angeboten. Als Lösungsvorschlag könnte man die Produkte ja auch gerieben anbieten. Tierische Produkte frisch und / oder angetrocknet und durchgetrocknet. Es werden sich dann eh die Nahrungspräferenzen herausbilden, wie es jeder mag. Der Fokus der Auswahl lag aber gottseidank nicht auf Obst, sondern mehr auf den nahrhaften Sachen.

5 Sorten Früchte, aber 10 Sorten Gemüse und 11 Sorten tierische Produkte!!! (ohne Milchprodukte). Keine Wildkräuter, keine Wildfrüchte, kein Honig, keine Trockenfrüchte, keine Fokusierung auf Obst, dafür aber nahrhafte, zahnschonende und vitaminreiche Lebensmittel. So einfach kann es vielleicht sein. Ich merke es ja auch an mir: ich komme wahrscheinlich auch nur auf 20 Produkte grade, und das seit Monaten und es läuft auch viel besser als vorher.

Doch schauen wir nochmal, was die Ergebnisse waren:

  1. Keines der Kinder wählte spontan eine Ernährung mit großen Mengen an Getreide oder Milchprodukten - entgegen der (noch heute gültigen) Lehrmeinung der Ernährungswissenschaft (die Basis der Ernährungspyramide).
  2. Keines der Kinder wurde während der Dauer der Studie über- oder untergewichtig.
  3. Alle Kinder entwickelten ein röntgenologisch nachgewiesen hervorragend kalzifiziertes Skelett und Muskulatur.
  4. Es etablierten sich nach kurzer Zeit Präferenzen, die für jedes Kind unterschiedlich waren und die auch mit der Zeit unvorhersehbar variierten (etwa Bevorzugung von rohem Rindfleisch während einer Infektionskrankheit (Pfeiffer'sches Drüsenfieber)). Damals begründete Davis dies mit spezifischen Appetiten nach Curt P. Richter, nach heutigem Wissensstand würden Experten mit sensory-specific satiety argumentieren.

Was will man eigentlich mehr?

Zu Ehren der australischen Aborigenies, die ja NULL Karies hatten und dann von der westlichen Kost vollkommen zerstört wurden.

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