Klimawandel? Klimawandel!

11.12.2015 22:54

Ich möchte hier kurz auf einen Artikel auf Kontext TV hinweisen, der mit drastischen Worten den derzeitigen Klimagipfel kritisiert:

„Sie verbrennen den Planeten“: Mit diesen Worten resümiert der ehemalige bolivianische Klima-Chefunterhändler Pablo Solón das bisherige Ergebnis des Klimagipfels in Paris. Die derzeit vorliegenden Angebote zur Reduzierung von Treibhausgasen führen in eine Welt, die drei bis vier Grad wärmer wird – mit katastrophalen Folgen für große Teile der Weltbevölkerung. „Wir werden in eine Situation gebracht, in der die Frage ist, wessen Kinder überleben und wessen sterben werden. Es ist ein Genozid.“

www.kontext-tv.de/blog/11122015/klimagipfel_cop21_paris

Ich bin ja immer wieder erschüttert, wenn man dann die ganzen Klimaskeptiker hört, die dann zum Teil ihre Expertisen für teures Geld verkaufen, um Zweifel zu säen. Aber es gehört wohl einfach auch zur menschlichen Natur, die Augen vor bestimmten Fakten zu verschließen.

"Wird mich schon nicht treffen", "Wer weiß, ob das stimmt, was die sagen", "Bei uns wirds schon nicht so schlimm werden."

Das ist im Grunde genau die selbe Verdrängung wie beim Essen. Auch da verdrängt man die Gefahren und macht sich was vor.

Ich bin aber der Meinung, dass man ruhig mal seine Fantasie bemühen darf, um sich bestimmte Sachen auszumalen. Das kann sehr hilfreich sein. Denn wenn weite Gebiete unbewohnbar werden, wo heute noch hunderte Millionen Menschen leben, dann werden sich die heutigen Flüchtlingsströme wie ein laues Lüftchen ausmachen, und wir wissen jetzt schon nicht mehr, wie wir diese Menschen mittelfristig unterbringen, geschweige denn in Arbeit bringen. Da darf man noch gespannt sein, was man dann in zwei, drei Jahren hören wird, wenn die Probleme hochpoppen. Es sind eben nicht alles Diplomingenieure und Ärzte, sondern zum Teil einfach auch Bauern und jugendliche Arbeitslose aus diesen Gebieten, die sich aufmachen.

Und hier kommen wir auch an einen Punkt, wo man sich fragen muss, ob wir als Gesellschaft noch die Kraft haben, Probleme zu lösen. Im Generieren sind wir ja Meister.

Aber zurück zum Klimawandel: es kommt mir fast vor, als ob die Erde mit Fieber auf unser Handeln reagiert. In Geologischen Zeiträumen gedacht sind wir ja nur ein kleiner Zwischenfall. Ich möchte mich aber nicht als Zwischenfall betrachten, sondern als Teil der Lösung dieses Problems. Und ist es nicht auch ein kurioser Sachverhalt, dass grade die kochenden Menschen den so Planeten aufheizen?

Und natürlich hat man auch als Rohköstler seinen Anteil. Wenn man sich die Produkte einfliegen lässt, vielleicht noch aus einer unnötigen Selbstüberhöhung heraus, dann muss man sich natürlich schon mal fragen, inwieweit man hier wirklich Teil der Lösung ist.

Ich glaube, was uns heute wirklich fehlt, sind Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen. Wenn man sich wirklich mal in die Lage von Menschen versetzt, die jedes Jahr Hitzewellen haben wie wir hier im letzten Sommer, oder die in Frankreich, dann MUSS es doch irgendwann mal klick machen. Oder wenn man sich mal vorstellt, wie es ist, wenn plötzlich Millionen Fremde herkommen. Dass kann doch nicht in unserem Interesse sein. Man muss sich bestimmte Dinge einfach nur mal intensiv vorstellen und schon merkt man, dass es wohl besser wäre, wenn es anders kommt. 

Aber wir sollten uns keine Illusionen hingeben: wir stehen vor gewaltigen Änderungen in Europa. Abschaffung der Demokratie, Rechtsruck, keine Beachtung des Völkerrechts mehr, die Armee zur Sicherung der Nachschublinien für die Ressourcen, weitestgehende Gleichschaltung der Medien ... alte Streiter und Demokraten sind erschüttert über die Geschwindigkeit der Veränderungen. Auf einer globalen Ebene dann Klimawandel, Versauerung der Meere mit Absterbeprzessen von Korallenriffen, Ausbreitung der Wüsten und damit auch weitestgehende Bioenergetischer Erstarrung.

Aber wie war das? "Wird schon nicht so schlimm werden!" :-D

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