Krise voraus?

30.01.2016 00:33

Lese gerade einen interessanten Artikel auf Neopresse, der sich mit den Möglichkeiten und den Folgen einer kommenden Krise beschäftigt. Der Autor kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass unsere Gesellschaft, im Gegensatz zu der in den 1920ern, heute sehr viel empfindlicher ist als damals.

"Während in der Großen Depression die wirtschaftliche Krise eine soziale auslöste, wird eine neue Große Depression zwar auch eine soziale Krise auslösen, diese wird aber wiederum die wirtschaftliche Krise (im Gegensatz zu den 1930ern) noch um ein Vielfaches befeuern. Unsere heutige Gesellschaft ist denkbar unvorbereitet, was einen finanziellen Kollaps betrifft, so dass ein solches Ereignis unweigerlich zu einem kulturellen Umbruch und zu gewaltsamen Konflikten führen muss. In den 30ern des vergangenen Jahrhunderts lebten fast 50% auf dem Land. Bauern machten in etwa 20% der Erwerbsbevölkerung aus. Heute leben dagegen nur noch 20% außerhalb von Städten und weniger als 2% der Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. Allein diese Zahlen verdeutlichen, dass dieser Wechsel von einer unabhängigen und mit einem landwirtschaftlichen Wissen aufgewachsenen Bevölkerung zu einer hilflosen und abhängigen Gesellschaft auch zu einer Konfliktsituation führen muss, wenn Ressourcen und vor allem Lebensmittel knapp werden."

Das ist etwas, was mich immer wieder umtreibt: diese Empfindlichkeit unserer Gesellschaft. Da reicht ein kleiner Funke, der eine große Krise auslöst und die Toten liegen auf der Straße und die Menschen essen sich gegenseitig auf.

Letztlich bedeuten die obigen Zahlen nichts anderes als dass über 80% (wohl eher mehr) der Menschen keine Ahnung davon haben, wie man autark sein Überleben sichert und wie man selbständig für das tägliche Brot auf dem Teller sorgt.

Und das ist eine fatale Empfindlichkeit. Da hocken Millionen in sinnlosen und unbefriedigenden Jobs fest, die Versorgung wird von Agrargesellschaften und großen Bauern organisiert und wenn es dann mal kracht, ist das Geschrei groß. 

Und eines ist mir mittlerweile klar geworden: weder die Politik, noch andere Eliten zögern, viele Menschen für ihre Ziele zu opfern. Das war schon immer so und auch in den demokratischen Ländern ist es nicht anders. Da wird man nur mehr manipuliert, weil es keinen brutalen Diktator gibt. Aber grundsätzlich ist die Idee, sich um sich selber zu kümmern, erstmal nicht verkehrt.

Das es IRGENDWANN mal heftig krachen wird, ist nur eine Frage der Zeit. Das System trägt die Krise quasi in sich.

Interessant finde ich auch dieses Zitat: "Die Großfamilie ist die Basis unserer Gesellschaft" - Reinhold Messner. Und tatsächlich geht alles leichter, wenn man familiär / gemeinschaftlich eingebunden ist und nicht als vereinsamtes Elementarteilchen durch das Universum rumgeistert. Die Zeiten sind aber so, dass alles zerhackt wird. Gibt ja soviele Singles wie nie zuvor. 

Es wäre besser, die Menschen würden wieder zurück aufs Dorf gehen, sich in Gemeinschaften zusammenfinden und gute Nahrungsmittel anbauen.

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