Küche

22.12.2014 12:21

So, heute der erste Urlaubstag und nebenan im Nachbarsgarten wird fleissig gesägt. Die ganzen motorbetriebenen Geräte wie Rasenmäher, Kreissägen, Motorsägen, Laubbläser, Motorsensen und was es da noch alles gibt, gehen mir seit Jahren gehörig auf den Sack. Ich empfinde das schon auch als Lärmverschmutzung. Tatsächlich stören mich nicht alle lauten Geräusche im gleichen Maße. Aber diese oben genannten Geräten nerven. Ich habe aber eh oft auch da Gefühl, dass die von Menschen gemachte Welt schmuddelig ist. lol

Da ich nun schon einige Zeit kaum bis keinen Sonnenschein abbekommen habe, da zumeist den ganzen Tag im Büro oder stark bewölkt, reagiert der Körper nun mit erhöhtem Bedarf an Vitamin-D-haltigem Lebensmitteln. So hatte ich schon seit einigen Tagen echt Bock auf Hering, der ja sehr Vitamin D reich ist. Und gestern habe ich ein ganzes Stück Butter gegessen, die ja auch sehr reich an Vitamin D3 ist. Ich wollte eigentlich keine Butter mehr essen, aber mir war es wurscht! Wenn ein Mangel droht, werden solche Überlegungen wohl recht schnell vom Gehirn über Bord geworfen. Und da ich keine Selbstzwangmaßnahmen mag, gabs eben gestern den Rest meiner damaligen Bestellung. Und ich wollte eigentlich auch gar nicht zum Fischladen, weil Hering derzeit recht selten ist und die Wahrscheinlichkeit, dass es eine Leerfahrt wird, recht groß war. Aber irgendwie hat mich das Universum dann doch hingeleitet und siehe da: Überfluss!!! :-D

Also der Körper zeigt schon an, was er braucht, die Frage ist eben immer, ob man die Lebensmittel auch bekommt, bzw. dass man sich nicht vom Kopf her einschränkt.

Was auch witzig war: zuhause gabs gestern großes Mittagessen. Und wenn man sich das mal genauer anschaut, wenn das Mittagessen auf dem Herd zubereitet wird, dann erinnert das sehr stark an ein Chemielabor. Da werden verschiedenste Gefäße über dem Feuer erhitzt, es dampft, brodelt und qualmt. In einer flüssigen Masse, Soße genannt, werden dann weitere Stoffe unter ständigem Rühren zugegeben, um hier einen bestimmten Geschmack, eine bestimmte Textur und einen bestimmten Flüssigkeitsgehalt zu erzeugen. Und dann experimentieren wir mit dem, was da rauskommt an unseren Körpern. Nur haben die meisten das vergessen, dass auch die Kochkost nur ein Experiment ist! Die Rezepte werden ja ständig verfeinert, es kommen ständig neue Stoffe hinzu, es entstehen Unmengen an chemischen Substanzen, die es so in der Natur nie gab. Erst das Zusammenbringen von diesen ganzen Stoffen in einem Gefäß unter Hitzeenfluss macht die Entstehung dieser neuen Moleküle erst möglich. Und dann erklärt sich halt auch, dass der Körper mit diesem chemischen Gemisch Probleme hat.

Und es erklärt sich auch, wieso viele Menschen, die Sport treiben oder schwer arbeiten, hier besser mit klarkommen, ganz einfach, weil sie dann auch entsprechend entgiften. Und wenn man Rohkost lebt, dann hat man plötzlich mal so einen freien Blick auf das Ganze. Man bewegt sich plötzlich ja vollkommen ausserhalb dieses Systems und das ist schon sehr spannend. Es öffnet dann wirklich den Blick auf diese Welt und man erkennt, dass mittlerweile fast der gesamte Organismus der Erde mit Stoffen aus dem Chemielabor vergiftet, zumindest aber beeinträchtigt wird. Plastik in den Ozeanen, Abgase in der Atmossphäre, Altlasten im Boden, Kunstdünger auf den Äckern und Atommüll wo man nicht weiß, wohin damit. Im Grunde sind das alles die Probleme, die aus der Küche kommen. Der selbe Effekt, der im Kleinen im Menschen stattfindet, findet auch im Großen statt. Denn erst mit Beginn der Nahrungszubereitung eröffnete sich die Möglichkeit, weiter zu gehen und aus dem folgte, in einer langen Entwicklung, die Chemielabore der Welt mit all ihren segensreichen, aber auch problematischen Produkten. Und so wie sich eben auch einige Stoffe aus der Kochkost im menschlichen Körper ansammeln und / oder hier Probleme verursachen können, so sammeln sich eben auch im Organismus Erde die Stoffe an und beginnen die Kreisläufe zu beeinträchtigen.

So wie also die Kochkost neue Moleküle produziert, die sich im menschlichen Organismus ansammeln, so erzeugt sie in weiterer Betrachtung auch Moleküle, die mehr und mehr den ganzen Organismus Erde beeinträchtigen. Hier ein interessanter Link dazu: www.3sat.de/page/?source=/scobel/151034/index.html

Der Meeresökologe Richard Thompson hat den Sand an den Stränden von Südengland untersucht. Er sagt: "Sogar unter den Sandkörnern findet man inzwischen Plastikteilchen. Noch besteht nicht der ganze Strand aus Plastik, aber an manchen Stellen man findet man schon beachtliche Mengen." Der Anteil der Plastikkörnchen am Sand beträgt an manchen Küsten schon bis zu zehn Prozent.

Und das ist nur ein Beispiel. 

Man ist sich dessen mittlerweile auch schon bewusst und versucht auf der einen Seite, "gesund" zu kochen, "schonend" zuzubereiten, andererseits aber auch mittels Gesetzen die Organismusverschmutzung der Erde einzudämmen. Es klappt aber nicht wirklich. Im Gegenteil, es breitet sich immer stärker aus. So wie mittlerweile fast alle Naturvölker "assimiliert" wurden und auch im letzten Dschungeldorf ein Kiosk steht, wo man Coca Cola oder Mars bekommt, so ist durch die wirtschaftliche Entwicklung deutlich fortgeschritten mit all ihren Problemen. Man schaue nur nach China, was da in die Luft geblasen wird.

Für mich hängt das kleine Chemielabor in der Küche und das Große in Leuna oder Ludwigshafen eng zusammen. Das Erste bedingt das Letzere. Das muss man wirklich verstehen: mit dem ersten Erhitzen der Nahrung, der ersten bewussten Manipulation der Chemie der Lebensmittel war die Saat gelegt zu den großen Chemielabors und Industriebetrieben dieser Welt, die im Grunde nichts anderes machen, als schon die ersten kochenden Menschen. Manipulation der Molekularstruktur der Ausgangsprodukte. Um "verwertbarere" Produkte zu erhalten. Und man kommt nicht wirklich wieder raus aus dem Dilemma. Weil kaum jemand bereit ist, sich aus dieser Küche zu befreien. Oder zumindest noch nicht. Da muss man auch Geduld haben.

Das Chemielabor im Kleinen: blog.oliver-meili.name/wp-content/uploads/2012/01/DSC_9284_1.jpg

Und im Großen: images.fotocommunity.de/bilder/architektur/architektur-bei-nacht/leuna-23-uhr-14c-8eb82704-34cb-492e-a558-2e5fb0f75d14.jpg

Rohkost zu essen ist da schon sehr radikal, ist aber aus meiner Sicht wirklich ein Schritt raus aus dem "Chemielabor". Raus aus diesem Kreislauf der Manipulation der Molekularstruktur. Und das quasi an der Basis. Da wo es vor Jahrtausenden anfing. Freilich kann man nicht erwarten, dass man plötzlich gleich auf alles verzichten kann und wieder in den Wald zieht. Nur mit Wildfrüchten und Wildkräutern. Das ist illusorisch. Aber es ist ein erster Schritt, ein radikaler und auch befreiender Schritt zu mehr Klarheit und ja, Entgiftung. Als erstes werden die Sinne feiner: vieles stinkt einfach jetzt penetrant, was man vorher ertragen hat. Dann merkt man, dass auchin vielen anderen Bereichen der Wurm drinne ist. Man sucht also nach Alternativen, nach mehr Natürlichkeit. Egal ob im Beruf, im Liebesleben, im Anbau der Lebensmittel, im Wirtschaft- und Geldsystem, im politischen System usw usw. Ich glaube, dass weder der menschliche Organismus, noch der Organismus Erde krank sein will, sondern gesund. Und wir Menschen sind ja Teil dieser Erde. Die Stoffe aus denen mein Körper besteht sind die selben, aus denen der Organismus Erde zusammen setzt. Der Mensch besteht im Schnitt zu 70% aus Wasser, die Erdoberfläche ist ebenfalls zu 71% von Wasser bedeckt. Und das ist nur eines der auffälligsten Gemeinsamkeiten. Der Mensch ist lebendig gewordene Erde. Lebendig gewordener Kosmos. Und die Rohkost ist eben auch ein Versuch dieses Gesamtorganismus, wieder zu heilen und sich zu entgiften.

Wenn man also eine gesundmachende und ausgewogene mit vornehmlich aus einheimischen und biologisch erzeugten Produkten bestehende Rohkost praktiziert, ist dies tatsächlich ein Schritt zur Gesamtheilung des Planeten, auch wenn man es aus seiner individuellen Perspektive noch nicht voll erkennt. Aber auch andere Entwicklungen tragen zu dieser Heilung bei: alternative Währungssysteme, Basisdemokratie, Abkehr vom sich beschleunigenden Ressourcenverbrauch, Tauschhandel, alternative Schulsysteme oder Homeschooling, natürliches Bauen und Wohnen. Das sind alles Entwicklungen, die in Summe das Potenzial haben, die Zukunft für nachfolgende Generationen heilsamer und naturverträglicher zu gestalten. Klar, vieles steckt noch in den Kinderschuhen, vieles ist erst in der Testphase, es gibt Rückschläge, Sackgassen, es wird nocn von Spinnern und Verrückten vorangetrieben, von Idealisten und Träumern, aber da muss man einfach Vertrauen haben. 

Kurioserweise kommen viele dieser Entwicklungen nicht mehr aus den Unis, sondern von Quereinsteigern, Tüftlern und Querdenkern. Und das ist doch eine schöne Sache, so kurz vor Weihnachten. Zu wissen, dass man Teil dieser Entwicklung ist.

Vieles "befruchtet" sich auch gegenseitig. Der Rohie lernt vom Permakulturgärtner, der vom Homeschoolinglehrer, der vom Geldsystemkritiker, der wieder vom Solarpionier, der wieder vom Rohie, der wieder vom Bioenergetiker usw usw.

Aber man darf die Augen auch nicht vor der Wirklichkeit, vor der Realität, verschliessen. Und die sieht eben mittlerweile oft so aus:

Solche Fotos habe ich auch machen müssen in Mittelamerika:

(Nicaraguasee - Eine Ölpest ist ja noch "harmlos", weil es hier noch natürliche Stoffe sind, aber diese Moleküle bauen sich nur schwer ab und verbleibten zum Teil sehr sehr lange im Organismus der Erde.)

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