Kunst

29.11.2019 21:36

So, Carnivorephase beendet. Gestern gabs zwar die allerletzten Reste, aber dann eben auch wieder ein paar Tomaten, ein paar Äpfel und einige Yaconknollen. Dann war ich satt und zufrieden.

Ansonsten gabs heute eine neue Folge von Stoner Frank & Frei. Ich schau mir den ganz gerne an.

Wie konnte das passieren? In nur wenigen Minuten gelang es Einbrechern einen Teil des sächsischen Staatsschatzes aus dem Grünen Gewölbe zu stehlen. Man möge annehmen, dass dieser Milliardenschatz bestens gesichert sei. Aber offenbar war dies nicht der Fall und somit reiht sich der Juwelenraub von Dresden ein in eine ganze Reihe unglaublicher Sicherheitspannen.

Man beobachtet da so einen Niedergang und diese Energie drückt sich eben auf vielen Ebenen aus. In Frankreich sind ja immens viele Kirchen abgebrannt, nicht nur Notre Dame, jetzt hier das Ding in Dresden. Was soll man sagen, wahrscheinlich ist das so eine Zivilisation im Niedergang.

Sieht man ja auch auf der großen Bühne. Es gibt soviele Probleme, die man anpacken müsste, statt dessen jagt ein Klimaartikel den nächsten und das EU_Parlament hat nun sogar den Klimanotstand ausgerufen. Plötzlich wird man da aktiv und will die Welt retten, kurioserweise hat man die Pestizidlandwirtschaft, die zunehmende Verarmung und Spaltung in Arm und Reich, die unfairen Handelsabkommen, die schleichende Enteignung mittels Null-Zins-Politik (was absehbar war, wenn man das Geldsystem versteht), all die riesigen Probleme, die diese Zivilisation zunehmend hervorruft, nie wirklich angepackt. Aber jetzt gibts den Klimanotstand.

Ich könnte schon wieder das "Heulen" - GIF einfügen. Würde passen.

Mensch, sagt doch einfach, was wir zahlen sollen und gut, das Theater kann man sich doch sparen. Die sollen doch ehrlich sagen: Horcht zu, wir wollen an euren Geldbeutel. Soviel wollen wir haben, dass müssen wir plangemäß umlagern von Fleissig nach Reich. Die machen Druck und brauchen mehr Geld.

Das ist ja alles im Grunde ein entwürdigendes Gehabe.

Das muss man sich wirklich mal vorstellen: wir haben soviele Probleme, die wir lösen müssten und wo man auch was machen könnte, statt dessen gibts jetzt den Klimanotstand. Wieso? Der ganze Herbst war bisher "typisch deutsch".

Ich habe oft das Gefühl, dass man Rohköstler nicht mehr in diese Welt passt. Die ist zu verrückt. Zu gestört. Zu krank. Zu kaputt. Zu verlogen.

Nun war man ja selber mal Teil dessen und hat sich verändert. Wieso sollte der Rest nicht auch diesen Weg gehen? Irgendwann? Aber noch sind sie irgendwie alle sitzen geblieben. Seit Jahren gibts ja keinen Nachwuchs mehr. Und ich frage mich oft, ob man überhaupt gesund in dieser Welt sein kann. Man wird ja dauernd mit den ganzen Gestörtheiten konfrontiert. Selbst unten in Spanien beim Carsten hat man ja ringsum die ganzen Chemiebauern und den Lärm der Motorsägen auch am Sonntag.

Hannsche hat mal einen sehr interessanten Artikel im Rohkostwiki veröffentlicht, bzw. dort wurde seine Hausarbeit hochgeladen, die die Auswirkungen der Ernährung auf das Verhalten beschreiben:

www.rohkostwiki.de/wiki/Nahrung_und_Psyche

Das ist ein gigantisches Problem. Fast unfassbar groß. Wir rufen den Klimanotstand aus, aber eigentlich müssten wir den Nahrung- und Psyche-Notstand ausrufen. Das betrifft ja wirklich fast jeden und die Auswirkungen sind enorm.

Wie gesagt, es zeigt sich so im Banalen. Den Tag habe ich im TV durch Zufall eine Talkshow gesehen, wo in der Mitte des Tisches so Bonbons im Glas standen. Jeder, der sich da eines nimmt, weiß genau, was er erwarten kann und diese Erwartung wird zumeist erfüllt. Man stelle sich mal vor, der würde das in den Mund nehmen und es wäre plötzlich endssauer, fad, bitter, astringierend... also unangenehm sein. Was das für enorme Konsequenzen auf die ganze Psyche hätte. Solche banalen Alltagssachen.

Wenn die ganzen Produkte wie in der Natur erstmal befragt werden müssten: schmeckst du überhaupt?

Was das für immense Umstrukturierungen in der Psyche der Menschen auslösen würde, wenn plötzlich alles auch unangenehm sein könnte.

Kleines Beispiel: bei uns liegen vollreife Bananen rum. Meine Oldies essen die ab und an. Ich dachte vorhin, Ok, hatte jetzt lange nichts Süßes, fresse ich die auf. Hm.... reife Bananen! Nicht schlecht.... kurze Vorfreude... Ok, hm... Hm? BÄH! So wie ich reinbiss, so kams wieder raus. Kein Bedarf, Sperre... IGITT! Ausspucken. Was weiss ich, aber die schmeckten einfach nach süßem Mülleimer. Ergebnis: die ganze Vorfreude wurde konterkariert. Und so lernt man, dass man nicht zuviel in irgendwelche Ideen und Wahnvorstellungen investiert.

Die Bonbons schmecken IMMER.

Es ist eine Kunstwelt, die über künstliche Genüsse die Psyche der Massen strukturiert.

Was wäre schön gewesen, man hätte das geraubt.

Hannsches Hausarbeit wurde vomProfessor damals auch bewertet und der schrieb als letzten Satz:

Die Annahme eines „richtigen“ Denkens ist idealistisch, dogmatisch und ein wenig überheblich. Dahinter steckt der unreflektierte, unbewusste Wunsch nach einer geordneten, gerechten Welt, einer harmonischen Symbiose von Mensch und Natur sowie ein allgemeiner Kultur- und Zivilisationsüberdruss.

Ja... genau das ist es. Diesen Wunsch habe ich auch. Diese geordnete und gerechte Welt ist eigentlich die Natur. Und eine harmonische Symbiose? Na ja, wir rufen gerade den Klimanotstand aus, ist das nicht ein Zeichen, dass wir eine harmonische Symbiose von Mensch und Natur dringender denn ja bräuchten? Und was ist es denn, was der Prof sich so vorstellt, wie man leben sollte?

Die Frage ist ja wirklich: was ist, wenn die Ernährung das Denken und Fühlen maßgeblich beeinflusst? Und was passiert, wenn man die Finger von den ganzen Sachen lässt, die da im Kochtopf ausgebrütet werden?

Fühlt man sich dann wie jemand, der plötzlich merkt, dass die Party keinen Spaß mehr macht, seitdem er keinen Alkohol mehr trinkt? Was wünscht man sich statt dessen?

Ich kann mir mittlerweile eines allgemeinen Kultur- und Zivilisationsüberdrußes auch nicht absprechen.

Was bietet denn die Kultur derzeit? Und die Zivilisation?

Vor allem mal Lärm, Stress, Hektik, ein Übermaß an materiellen Klimbim bei gleichzeitigem seelisch- energetischen Mangel.

Kann man diese Kultur-und Zivilisation überhaupt ohne Weizen und Milch ertragen?

Oder muss man sich diese Sachen irgendwie dauernd reinziehen, damit man sich da überhaupt wohl fühlt. Und merkt man dann den ganzen Wahnsinn überhaupt, wenn man da so drin steckt? Früher bin ich zu Partys gegangen. Laute Musik, Rauch, Besoffene ... fand man gut, weil man Teil dessen war. Sowie man nicht mehr raucht, nicht mehr trinkt und die Musik als das erkennt, was sie ist, nämlich Krach, kann man nicht mehr mitmachen.

Was dann?

Ich habe mal eine schamanische Traumreise gemacht. Da kam mir ein Gedanke, oder besser: eine alternative Realität, die ich im Geist erlebte, oder zu der ich durch den Geist Zugang hatte, in der die Welt menschenleer war. Plötzlich waren alle weg. Ich stand auf, ging raus und alle sind weg. Erst wusste ich garnicht, was ich machen sollte, aber dann habe ich einfach weiterleben, meinen Garten bestellen, ging fischen, auf die Jagd. Um mich begann die Natur, sich alles wieder zurückzuholen, die Vögel zwitschern, die Häuser zerfielen, die Tiere kehrten zurück und es herrschte eine unglaubliche Stille und Harmonie.

Irgendwann dachte ich mir, ich gehe mal wandern und ich bin nach Süden gewandert. Da traf ich irgendwann ein paar andere Menschen ... die ich kenne. Wir lebten dann unser Leben gemeinsam, wieder wie die Jäger und Sammler. Wir saßen am Feuer, lachten, erzählten uns Geschichten, erkannten uns als Menschen und großer Geist, aßen alles naturbelassen, wanderten rum in einer leeren Welt, die nur uns gehörte. Irgendwann war ich dann alt und bin gestorben. Man trauerte kurz, ich wurde liebevoll bestattet, mir wurden ein paar Grabbeigaben reingelegt, irgendwas Kleines und dann hat man weitergelebt... irgendwann war ich dann vergessen, versunken in der Geschichte, als Teil des unendlichen Lebens...eines nie endenden Energiestroms.

Fand ich sehr friedlich und entspannend.

Kann man durchaus auch als Wunsch nach einer geordneten, gerechten Welt, einer harmonischen Symbiose von Mensch und Natur sowie ein allgemeiner Kultur- und Zivilisationsüberdruss werten.

Ich fand solche schamanischen Traumreisen immer sehr faszinierend. Einfach hinlegen, sich entspannen und dann der Trommel oder anderer meditativer Musik lauschen und seine Gedanken fließen lassen. Einfach beobachten und fließen lassen. Oder sich in vollkommen andere Realitäten begeben. Oder in die Welt der Symbole, des Lichts und der Dunkelheit. Schon erstaunlich, wie der Geist auf Wanderschaft gehen kann.

Vielleicht wird jetzt die ganze Kultur weggeräumt, weil sie nicht das ist, was die Menschen wirklich wollen. Dann wird sie eben zerstört, bewusst oder unbewusst.

Was nützt der Staatsschatz im grünen Gewölbe, wenn man mit Mindestlohn heim geht und das spiritell Nahrhafteste, was es gibt, Bauer sucht Frau ist?

Das sind irgendwo alles so Zeichen an der Wand...

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