Künstliche Vitamine

05.11.2015 16:21

Wieder ein schöner sonniger Tag in Nerja, Südspanien. Sonne scheint, angenehme 24 Grad und nichts wirklich zu tun. Na gut, dann kann man sich ja mal Gedanken machen, ob zum Beispiel eine Supplementierung bestimmter Vitamine und Mineralien Sinn macht. 

Wie komme ich auf dieses Thema? 

Ganz einfach: ich habe beobachtet, dass in vielen Rohkosthaushalten doch das ein oder andere künstliche Präperat zu finden ist. 

Aber wieso? 

Nun, aus meiner Sicht ist das grösste Problem erstmal, dass oft ein tiefes Misstrauen gegen die eigene Rohkostpraxis besteht. Man vertraut der Natur zwar, aber doch nicht ganz. Und dieses Misstrauen kommt einerseits auch daher, weil auf einer körperlichen Ebene wirklich etwas fehlt und / oder im Ungleichgewicht ist. Man SPÜRT es eben! Und dann kommt es eben zu einem Gefühl des latenten Misstrauens gegen die eigene Ernährungsweise. Oder man hat sich schon die Probleme durch einen gravierenden Mangel an Vernunft angegessen und meint dann, mit künstlichen Präperaten Abhilfe zu schaffen. Dann sucht man eben im Aussen nach irgendwelchen künstlichen Lösungen, statt die eigene Versorgung zu optimieren. Oder aber, man steht weiter unter dem Einfluss der Moderne, die die Natur ja oft als bedrohlich und gefährlich beschrieben hat und dem Menschen vom Naturinstinkt entfremdet hat.

Nur darf man natürlich nie vergessen, dass alle Präperate im Grunde Laborwaren sind, sprich künstlich hergestellt wurde. Ausnahme sind wohl bestimmte B12 Präperate:

Bei Vitamin-B12-Präparaten kann man überdies Methylcobalamin wählen. Dieses wird meist mikrobiologisch hergestellt, stammt also - genau wie das natürliche B12 - von Mikroorganismen und entspricht exakt der im Körper vorkommenden B12-Form. 

Und vielleicht irgendwelche Kalziumpräperate, wo wirklich nur ein Ausgangsstoff entsprechend fein gerieben wird (zum Beispiel grüne Tonerde). Aber selbst da sind oft Beimengungen enthalten, um ein Verklumpen zu verhindern oder andere, eher technische Anforderungen zu gewährleisten. Also muss man auch da aufpassen. Für den Rest gilt: künstlicher Schrott. Dennoch finden sich diese Produkte in so manchem Rohkost-Haushalt.

Folgende Probleme können sollten aber bedacht werden:

 Die herkömmlichen Nahrungsergänzungen bestehen meistens aus synthetisch hergestellten Vitaminen und isolierten Mineralstoffen und Spurenelementen. Der Mensch hat sich jedoch über Millionen von Jahren an die Verdauung von natürlicher Nahrung angepasst und seinen Stoffwechsel auf natürliche     Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente eingestellt.    Unser Körper kann daher zwischen natürlichen und künstlichen Stoffen unterscheiden, was     für manche Stoffe sogar wissenschaftlich belegt ist (Beispiel Vitamin E, weiter unten im Text). Darum haben natürliche Mittel so gut wie keine Nebenwirkungen, wohingegen künstliche Vitaminpräparate krank machen können.

Viele Menschen glauben, dass künstlich hergestellte Stoffe die gleiche chemische Struktur haben wie natürliche. Das ist jedoch nicht ganz richtig. Manchmal werden an die natürliche Struktur eines Stoffes zusätzliche Elemente gehängt oder Elemente ausgetauscht.

Es kann auch sein, dass die Grundbausteine der natürlichen Stoffe bei den synthetischen in einer etwas anderen Reihenfolge miteinander verknüpft sind. Doch selbst wenn die natürlichen Grundbausteine in der richtigen Reihenfolge miteinander verbunden sind, können diese Bausteine eine unterschiedliche räumliche Orientierung haben.

Im Falle von synthetischem Vitamin E unterscheidet sich beispielsweise nur ein winziger Teil von der natürlichen Struktur. Die Seitenarme des synthetischen Vitamins zeigen in andere Richtungen als die des natürlichen. Doch selbst solche geringen Unterschiede merkt unser Körper.
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/vitamine-kuenstliche-gefaehrlich-ia.html

Fazit: Aus meiner Sicht ist es wirklich unabdingbar, sich so gut es geht mit Produkten zu versorgen, die eben aus einem guten Anbau kommen. Ich merke das jetzt hier in Spanien, was für ein Schrott die meiste Ware aus dem Supermarkt ist. Weiterhin ist es auch wichtig, auf den Obstverzehr zu achten, denn Früchte sind eben zumeist weniger nährstoffdicht und können, wie hier schon einige Male entsprechend kommuniziert, zu Problemen auch bei der Aufnahme von weiteren Nährstoffen führen. Die Liste der Probleme bei Rohköstlern ist ja lang. 

Aus diesem Grund ist es wichtig, das Misstrauen gegen die eigene Ernährung, wenn vorhanden, mal ernst zu nehmen und zu schauen, wo man denn in die falsche Richtung läuft. Grade als Rohköstler ist man ja oft auch selbstsabotierend unterwegs, denn zur Rohkost kommen zumeist Menschen, die entweder körperlich oder seelisch vorgeschädigt sind. Dann ist man schnell in der veganen Rohkost, um hier sein SeelenHEIL zu finden, was aber oft zu B12 - und anderen Mängeln führt. Oder man man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht, weil man meint, der Instinkt wird schon alles richten und irgendwann wacht man dann auf und merkt, dass es "die Natur" in der sich der Instinkt entwickelt hat, auf Mangofarmen oder Bananenplantagen nur noch eingeschränkt gibt. Vor diesem Hintergrund ist das Misstrauen sogar gerechtfertigt. Deswegen ist es also tatsächlich mal hilfreich, auf die eigene Praxis zu schauen und mit Vernunft an die Sache zu gehen.  

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